Bewegung für Nordhessen

Brainfit – Frühling fürs Gehirn: Vor Ort beim Gesundheitstag des Jobcenters

Kassel. Bewegung für Nordhessen geht weiter: Jetzt sind die Firmen dran. Erstmals ist mit der Barmer GEK eine Krankenkasse im Boot. Wir begleiten sechs Unternehmen bei einem Gesundheitstag, für den sie sich bei der HNA beworben hatten. Weiter geht es mit dem Jobcenter des Landkreises Kassel. Im Fokus: Brainfit.

Kassel. Die Tische wurden ans Fenster gerückt, die Stühle stehen wie in der Erwartung eines Vortrag davor aufgereiht, als die zehn Mitarbeiter des Jobcenters für den Landkreis Kassel an diesem Morgen den Raum im fünften Stock betreten. Für acht Frauen und zwei Männer steht Brainfit auf dem Programm. „Frühling fürs Gehirn“, wie es Martin Leß von der Barmer, der den Kurs leitet, wenig später beschreibt.

Konzentration ist gefordert: Michael Leß (vorne) von der Barmer erklärt eine Brainfit-Übung mit Bällen.

„Brainfit – das soll die Gehirnhälften aktivieren. Es ist eine Mischung aus Konzentration und Koordination. Multitasking ist wichtig“, sagt Leß. Durch leichten Sport und die Arbeit des Gehirns soll das Denkvermögen gesteigert, Aufmerksamkeit und Gedächtnisleistung verbessert werden. Medizinisch ausgedrückt: Durch die Muskelarbeit werden Myokine, hormonähnliche Botenstoffe, freigesetzt, parallel die Botenstoffe Acetylcholin und Dopamin ausgeschüttet. Das alles hilft dem Gehirn beim Arbeiten.

Die Teilnehmer haben es sich auf den Stühlen bequem gemacht, aber nur kurz: „Wir stellen uns hin, wir wollen nicht so viel sitzen“, motiviert Leß die Gruppe. Dann erzählt er eine kurze Anekdote, wie er Brainfit einsetzt: „Ich sitze mit zwei Kollegen in einem Büro. Wenn ich merke, dass einer motzig ist, hole ich Bälle aus meiner Schreibtischschublade. Die hauen wir uns dann fünf Minuten um die Ohren, und dann ist alles wieder gut. Was er damit genau meint, wird im Lauf der halben Stunde, die er für den Brainfit-Kurs Zeit hat, noch deutlich.

Aber zunächst geht es mit einer anderen Übung los: Jäger und Hase nennt Leß sie. Die eine Hand formt das Victory-Zeichen, die andere eine Pistole. Beide Hände wandern anschließend immer wieder von rechts nach links und umgekehrt. Der Jäger jagt den Hasen, beim Seitenwechsel müssen auch die Hände die jeweils andere Form annehmen. Als Steigerung soll der Hase auch noch anfangen zu hoppeln, die Hand sich also auf und ab bewegen. „Ich habe das ein Dreivierteljahr geübt. Deswegen funktioniert das bei mir“, beruhigt Martin Leß die Gruppe, bei der die Finger-Akrobatik noch für viele Lacher sorgt. Nach zwei weiteren Fingerübungen öffnet Leß die Tasche, die er mitgebracht hat. Zum Vorschein kommen kleine bunte Schaumstoffbälle – gelb, grün, pink und blau. Jetzt wird klar, warum die Tische und Stühle zur Seite gerückt wurden. Die Mitarbeiter des Jobcenters, jeder bekommt zwei Bälle, müssen diese hochwerfen und wieder auffangen, dann dabei hochspringen und die Beine kreuzen, dann die Arme kreuzen und sich die Bälle schnappen. Immer wieder verschwindet ein Kopf auf der Suche nach einem Ball unter einem der Stühle.

War es am Anfang der Einheit noch ruhig und still, sind nun alle Dämme gebrochen: Die Gruppe ist aktiv, lacht, ein Stimmenwirrwarr lässt keine einzelnen Worte verstehen. Pullis werden ausgezogen. Nachdem sich alle noch vier Farben, Städte und Zahlen merken müssen, die jeweils für einen Schritt nach links, rechts, vorn und hinten stehen, und die Leß abwechselnd in den Raum ruft, ist die halbe Stunde vorbei.

Zum Ende verteilt der Trainer noch Gutscheine für die Bälle. Mit der Ankündigung, dass er ab und zu am Jobcenter vorbeigehen und beobachten werde, ob diese aus dem Fenster fliegen.

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