Was war da denn los? Verletzung, Rettungseinsätze und ein Turnier ohne Endspiel in Fuldabrück

Bittere Szenen in der Halle

Laufduell in der Halle: Der Lohfeldener Hüseyin Cakmak (rechts) versucht, an dem Bergshäuser Jonas Spengler vorbeizuziehen. Foto: Schachtschneider

Fuldabrück. Zwei Hallenfußballturniere fanden am Sonntag zeitgleich in Fuldabrück statt. Und beide endeten anders als erwartet. In Dörnhagen fand anstatt dem Finale nur ein Neunmeterschießen statt. In Bergshausen trat der Sport nach einem epileptischen Anfall und einer Verletzung in den Hintergrund. Wir waren jeweils vor Ort und stellen die Frage. Was war da denn los?

Turnier in Dörnhagen

Erste Station: Sporthalle Dörnhagen. Es ist kurz vor 15 Uhr. Vor einer Geisterkulisse spielen gerade die beiden Kreisoberligisten VfB Bettenhausen und die TSG Wellerode um den dritten Platz. Mit 3:1 setzen sich die Bettenhäuser durch.

Anschließend wird es kurios: Das Finale zwischen Gastgeber SG Dennhausen/Dörnhagen und dem CSC 03 Kassel II wird nicht gespielt, sondern gleich im Neunmeterschießen entschieden. Aus Gründen des Zeitdrucks haben sich beide Teams auf diese ungewöhnliche Maßnahme geeinigt. Merkwürdig, da die Handballerinnen der TSG Dittershausen erst um 18.15 Uhr spielen.

Sei es wie es ist. SG-Torwart Henning Heyen avanciert zum Mann des Turniers. Karim Kouays Lupfer pariert der 32-Jährige. Den entscheidenden Neunmeter verwandelt er selbst. Der Kreisligist triumphiert also beim eigenen Turnier. „Heute Morgen hat das noch keiner für möglich gehalten“, sagt Dennhausens Spieler Marvin Lazar nach dem Gewinn des Kapuziner Cups.

Turnier in Bergshausen

Zweite Station: die Sporthalle in Bergshausen. Es ist 15.30 Uhr. Fünf Minuten Fahrt sind es dorthin. Unweit der Halle drängt sich der Eindruck auf, dass etwas vorgefallen sein muss. Am Sportplatz steht ein Rettungshubschrauber, vor der Halle ein Rettungswagen. Was ist passiert?

Das Turnier ist unterbrochen. Soeben wird der Spieler Christian Rezene vom FC Bosporus Kassel von Rettungskräften abtransportiert. Das sieht nicht gut aus. Es herrscht Ratlosigkeit. Was war passiert? In einem Zweikampf prallte Rezene unglücklich gegen eine Sitzbank außerhalb des Spielfelds. Dabei zog sich 23-Jährige einen offenen Bruch am Arm zu.

Und als wäre das nicht genug, berichtet Hilmar Hendrich, Vorsitzender des FSV Bergshausen, von einem weiteren Vorfall, der sich gleich zu Beginn des Turniers ereignet hat. Und auch dabei ist ein Spieler des FC Bosporus betroffen. Ohne Fremdeinwirkung fällt Torwart Daniel Aydin plötzlich um – ein epileptischer Anfall. Nach der Erstversorgung durch den Schiedsrichter kümmern sich Rettungssanitätern um ihn. Ausgerechnet bei der Premiere des MC-Hallenmasters rückt der Sport in den Hintergrund.

Nach Absprache mit allen Verantwortlichen der teilnehmenden Mannschaften wird das Turnier trotzdem fortgesetzt. Der FC Bosporus verzichtet auf sein letztes Spiel und reist ab. Verständlich. Am Ende wird Hessenligist FSC Lohfelden seiner Favoritenrolle gerecht und gewinnt das Turnier ohne einen einzigen Punktverlust. Der CSC 03 Kassel und die SG Hombressen/Udenhausen belegen Platz zwei und drei. Gastgeber FSV Bergshausen wird Vierter.

Eigentlich ist das aber nebensächlich. Bei der Siegerehrung sagt Hendrich: „Hoffentlich steht das nächste Turnier unter einem besseren Stern.“

Von Raphael Wieloch

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