Deutscher Handballbund verzichtet auf reguläre Fortführung der Saison

Das Ende der Hängepartie

Dennis Weinrich
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Dennis Weinrich

In einer Videokonferenz fiel am Mittwochabend die Entscheidung: Der Deutsche Handballbund führt ausgesetzten Spielbetrieb nicht mehr fort. Aufsteiger wird es zwar geben, aber keine Absteiger.

Die Hängepartie hat ein vorläufiges Ende für die Drittliga-Handballer des GSV Eintracht Baunatal. Während einer Videokonferenz, an der auch Baunataler Vertreter teilnahmen, hat sich der Deutsche Handballbund am Mittwochabend dazu durchgerungen, den bereits seit November ausgesetzten Spielbetrieb nicht wieder aufzunehmen.

„Aufsteiger in die 2. Liga der Frauen und Männer sollen nach Möglichkeit unter den interessierten Vereinen ermittelt werden. Zudem sollen alle anderen Vereine ein Spielangebot erhalten“, sagt Benjamin Chatton, Vorstand Finanzen und Recht des Deutschen Handballbundes (DHB) und zuständig für den Spielbetrieb. Die Teilnahme an Aufstiegsrunden und alternativen Wettbewerben sei freiwillig. Vereinen, die darauf verzichten, entstünde kein Nachteil. Die 3. Liga der Männer kann zwei Aufsteiger in die 2. Liga stellen. An einer Aufstiegsrunde interessierte Vereine müssen sich bis zum 1. März bei der Handball-Bundesliga sowie der spielleitenden Stelle melden.

„Für uns kommt die Teilnahme an einer Aufstiegsrunde vor allem aus finanziellen Gründen nicht in Betracht“, sagt Eintracht-Trainer Dennis Weinrich, der auch einer möglichen Pokalrunde eine Absage erteilt und ganz auf eine geordnete Saisonvorbereitung setzt.

Dies auch, weil sein Team fast komplett zusammenbleibt (siehe auch Artikel unten). Eine weitere Vergrößerung der Staffeln mit ihren bisher 18 Mannschaften sieht Weinrich zwar einerseits kritisch, freut sich aber auch auf neue Spielpaarungen: „Es wäre doch toll, wenn Melsungen II in die Dritte Liga aufsteigen würde. Dann hätten wir noch mehr Derbys.“

Der Baunataler Abteilungsleiter Klaus Kurtz hat sich nicht nur von Aufstiegsspielen zur 2. Liga gedanklich verabschiedet: „Für eine mögliche Pokalrunde gibt es noch zu viele Unsicherheiten“, gibt sich der 52-Jährige realistisch. Die eventuelle Erhöhung der Mannschaftszahlen in den Staffeln sieht Kurtz zudem kritisch, „weil Kosten entstehen und wir noch nicht wissen, was aus den Zuschauereinnnahmen wird.“

„Jetzt haben wir endlich Planungssicherheit“, sagt derweil Gensungens Manager Michael Stahl über den „längst überfälligen Beschluss“ des DHB. Stahl ist überzeugt davon, „dass wir auch sportlich den Klassenerhalt geschafft hätten.“ So stehen für die Kauffeld-Schützlinge 2:6 Punkte nach vier Spielen und damit der 14. Platz in der Nord-West Staffel zu Buche.

Gelaufen ist die Saison deshalb aber noch nicht. Die 3. Liga der Männer könne zwei Aufsteiger in die 2. Bundesliga stellen, hat DHB-Vorstandsmitglied Benjamin Chatton klargestellt. Baunatal – obwohl Tabellenführer mit 10:0 Punkten – hat daran kein Interesse, Nachbar Gensungen/Felsberg auch nicht. Wohl aber laut Stahl an der Teilnahme am DHB-Pokal, der ab Ende April ausgespielt werden soll: „Diese Spiele könnten wir in unsere erste Vorbereitungsperiode auf die Saison 2021/2022 einbetten.“

Da es aus der Oberliga zwölf Aufsteiger geben soll, wird die Zahl der Drittligisten, wenn alle Vereine melden, von 72 auf 82 Mannschaften steigen. Und die Zahl der Staffeln könnte von vier auf fünf steigen. Losgehen könnte es mit der neuen Saison am 15. August. Fotos: andreas fischer (2) Bernd Hahn (Martin Scholz/Ralf Ohm)

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