Badmintonspielerin Lia Mosenhauer muss pausieren

„Das Gefühl nicht verlieren“

Badmintonspielerin Lia Mosenhauer vom TSV Vellmar vor der Sporthalle Brüder-Grimm-Straße in Vellmar.
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Badmintonspielerin Lia Mosenhauer vom TSV Vellmar vor der Sporthalle Brüder-Grimm-Straße.

Der Nachwuchs leidet besonders unter Corona. Deshalb fragen wir ab heute in loser Reihenfolge bei Sportlern nach, wie das Virus Leben, Sport und Freizeit verändert hat. Los geht es mit Badmintonspielerin Lia Mosenhauer.

Lia Mosenhauer steht vor verschlossenen Türen. Die Sporthallen sind dicht. Wir sprachen mit der Hessenliga-Badmintonspielerin über Frust und Perspektiven.

Du spielst mit 16 Jahren in der Hessenliga. Dafür muss man ja eigentlich regelmäßig trainieren, oder?
Vier- bis fünfmal in der Woche waren bis März eigentlich immer eingeplant. Aber jetzt sind die Hallen in Vellmar und Niederzwehren, wo ich trainiere, wieder dicht.
Wie viele Trainingseinheiten sind denn schon seit März ausgefallen?
Da müsste ich erstmal nachzählen. Es sind auf alle Fälle viel zu viele. Außerdem fehlen mir die Lehrgänge, an denen ich in der Vergangenheit teilgenommen habe.
Und jetzt? Wie hältst du dich fit?
Im Moment gehe ich extrem viel laufen. Zu Hause haben wir ein Spinning-Fahrrad, mit dem ich auch bei schlechtem Wetter etwas machen kann. Dazu kommen Übungen mit Hanteln oder dem eigenen Körpergewicht. Viele Ideen kommen dabei auch aus Videos, damit es etwas abwechslungsreicher bleibt. Früher war ich auch viel im Fitness-Studio, aber das fällt ja im Moment alles flach.
Und jetzt? Wie hältst du dich fit?
Im Moment gehe ich extrem viel laufen. Zu Hause haben wir ein Spinning-Fahrrad, mit dem ich auch bei schlechtem Wetter etwas machen kann. Dazu kommen Übungen mit Hanteln oder dem eigenen Körpergewicht. Viele Ideen kommen dabei auch aus Videos, damit es etwas abwechslungsreicher bleibt. Früher war ich auch viel im Fitness-Studio, aber das fällt ja im Moment alles flach.
Bist du jetzt frustriert, dass du als ambitionierte Sportlerin deiner Möglichkeiten beraubt wirst?
Ja, das bin ich. Besonders ärgerlich finde ich, dass eigentlich schon wieder alles begonnen hatte. Mit der Spieltechnik lief es wieder recht gut, und dann waren die Hallen wieder zu. Ausdauer und Kraft habe ich gut aufgebaut, aber das allein bringt es beim Badminton eben nicht. Das Gefühl nicht zu verlieren, ist jetzt mein Ziel.
Was machst du dafür?
Springseil-Übungen sind eine Möglichkeit. Läufe mit Sprints baue ich auch manchmal ins Training ein. Oder Griffübungen mit dem Schläger. Aber das ersetzt nicht das richtige Training.
Wie motivierst du dich?
Das ist schon schwierig. Vor allem weil ich auch an länderübergreifenden Wettbewerben wie den südwestdeutschen oder den deutschen Meisterschaften teilnehme. In anderen Bundesländern ist Training möglich. Sogar in Frankfurt dürfen Badmintonspieler teilweise in die Hallen. Das Gleiche gilt für Internatsschüler in Nordrhein-Westfalen oder in Rheinland-Pfalz. Das ist ein Nachteil für mich, wenn die Wettbewerbe wieder starten.
Und was kann man da machen?
Der Nachteil bleibt, aber ich versuche, Kraft und Ausdauer stärker zu trainieren, um mir dort Vorteile zu verschaffen.
Und dann ist auch noch alles dunkel. Hast du einen Tipp gegen den depressiven Corona-Blues?
Was mir wirklich hilft, ist das Laufen im Wald. Schade, dass es jetzt so früh dunkel wird. Als es zuletzt so bunt war im Herbst, habe ich immer wieder beim Laufen gedacht, was das doch eigentlich für eine schöne Welt ist. Ich glaube, die Natur könnte auch anderen Menschen helfen. Dabei muss man ja nicht unbedingt laufen. Spazierengehen kann auch hilfreich sein. Machmal höre ich auch einen Podcast. Empfehlen kann ich „Gemischtes Hack“ mit Comedy-Autor Tommi Schmitt und Comedian Felix Lobrecht.
Wenn mal wieder alles läuft: Was sind deine Pläne und Hoffnungen im Badminton-Sport?
Erfolge bei den Deutschen Meisterschaften oder bei den Ranglistenturnieren. Vieles sollte eigentlich nachgeholt werden, aber daran glaube ich aktuell nicht mehr so recht. Vielleicht beginnt aber auch im neuen Jahr einfach eine neue Saison. Zu den geschlossenen Hallen kommt jetzt auch noch die Unsicherheit. Da muss man sich schon anstrengen, um optimistisch zu bleiben. (Martin Scholz)

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