Jochen Luck hat in seinen Fotoalben viele Erinnerungen an aktive Zeit im Motorsport

Motorsport-Geschichte: Debüt an der Sandbahn

Fachgespräch am Rande der Rennpiste: Jochen Luck und Rolf Stommelen. Der Kölner, der 1970 und 1971 in der Formel 1 startete, verunglückte im April 1983 beim 6-Stunden-Rennen von Riverside in Kalifornien tödlich. Foto: Privat/nh

Kassel. Der Kasseler Jochen Luck hat bekanntermaßen Motorsport-Geschichte geschrieben, auf seine Weise. Nicht hinter dem Lenkrad eines schnellen Autos oder auf dem Sattel eines hochgezüchteten Motorrads. Luck war Streckensprecher, dürfte so an die 2500 Rennen kommentiert haben, in Kassel und in aller Welt.

Jochen

Angefangen hat alles in Kassel an der Frankfurter Straße, da wo heute das Auestadion steht. Der Kurhessische Motorsportclub Kassel veranstaltete dort am 11. September 1949 ein Sandbahnrennen. Und Karl-Bernd Apell, Lucks damaliger Chef in der Mercedes-Benz-Niederlassung, schlug den jungen Luck vor. Hinterher waren alle begeistert und Luck, der auch zu den Gründervätern des Eishockeys gehörte, wurde in den nächsten Jahren zum gefragten Mann. 1951 kommentierte er den Herkules-Bergpreis beim Rennen in Kassel-Wilhelmshöhe, 1952 die Ankunft und Weiterfahrt bei der Deutschlandtour auf dem Friedrichsplatz. Und 1953 machte Luck seine erste Streckenansage am Nürburgring, erst 1987 beendete der Kasseler sein „Hobby“.

Logisch, dass es von der Zeit als Streckensprecher alte Fotos gibt. Mit den Größen der jeweiligen Zeit, mit Formel-1-Weltmeister Emerson Fittipaldi aus Brasilien, Motorrad-Champion Dieter Braun aus Hermaringen oder dem 1983 tödlich verunglückten Rolf Stommelen. Natürlich gibt es auch Bilder von Luck und seiner Ehefrau Hildegard. „Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau“ – den allseits bekannten Spruch hat Luck auch für sich übernommen. Hildegard Luck war immer dabei, schrieb Rundenzeiten und Tabellen, führte die Fahrerkartei und lieferte Jochen alles, was er brauchte. So exakt, dass Luck oft von seinem „Computer“ sprach.

Der zweimalige Formel-1-Weltmeister Emerson Fittipaldi und Jochen Luck 1972 im Fahrerlager.

Doch in den Alben sind auch Bilder aus den Anfängen, in denen Luck, der kürzlich 90 Jahre alt wurde, selbst in ein Auto klettert oder sich aufs Motorrad setzte. Die erste Maschine Lucks war 1948 übrigens 500er Rudge-Witworth. Später wurde Luck sogar für zwei Jahre Werksfahrer beim damaligen Motorrad-Hersteller Adler.

Kaum wieder zu erkennen ist Luck auf den Bildern aus dem Jahr 1954, da nahm er auf einer Adler an der internationalen Winterfahrt Hessen des ADAC teil. Da die Fahrt von Samstagmittag bis Sonntagmorgen ging, also über Nacht und es 16 Grad minus waren, sollten Ledermaske und Kampfersalbe gegen die Kälte helfen.

Dazu kamen etliche Teilnahmen an Stern- und Orientierungsfahrten. Interessant, mit welchen Fahrzeugen man sich auf weite Strecken begab. 1953 zum Beispiel mit Mercedes Benz 170, der hatte um die 40 Pferdestärken. Als Zusatzausrüstung hatte Luck eine Nebellampe, einen Suchscheinwerfer und zwei M+S-Reifen eingepackt. Mehr Bilder gibt es hier.

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