„Der Weg ist noch nicht zu Ende“

Interview: Trainer Lothar Alexi über Bierduschen, den CSC 03, Ziele und Verstärkungen

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Eine Bierdusche für Lothar Alexi: So feierte der CSC 03 im vergangenen Jahr den Aufstieg in die Kreisoberliga.

Kassel. Als Lothar Alexi 2011 nach 20 Jahren seinen Trainerjob bei der TSG Wattenbach quittierte, schien es, als würde sich der damals 54-Jährige langfristig aus dem Fußballgeschehen verabschieden.

Doch die Pause dauerte nur zwei Jahre. Seit 2013 heißt der Trainer des damaligen Kreisligisten CSC 03, der in der kommenden Saison in der Gruppenliga spielt, Lothar Alexi.

Herr Alexi, herzlichen Glückwunsch zum Aufstieg in die Gruppenliga. Soll das jetzt mit den Bierduschen Jahr für Jahr so weitergehen? 

Lothar Alexi: Ich hätte nichts dagegen. Bierduschen sind zwar unangenehme Begleiterscheinungen von Meisterfeiern, aber ich nehme sie gern in Kauf, wenn der Anlass ein Aufstieg ist.

Als Sie vor zwei Jahren beim damaligen Kreisligisten CSC 03 angefangen haben, hatten Sie sich das Ziel gesetzt, über die Kreisoberliga den Durchmarsch in die Gruppenliga zu schaffen. Ist alles so reibungslos abgelaufen, wie es den Anschein hat, oder gab es auch Probleme zu bewältigen? 

Beobachter am Spielfeldrand: Mit Trainer Lothar Alexi hat der CSC 03 den Durchmarsch von der Kreisliga in die Gruppenliga geschafft.

Alexi: Ich hatte mit weniger Gegenwehr der Konkurrenz gerechnet. In der Kreisliga waren die Reservemannschaften des BC Sport und des FSC Lohfelden starke Gegner, und in der Kreisoberliga hatten wir es mit drei guten Mannschaften zu tun. Heiligenrode, Kaufungen und Oberzwehren waren stets zu beachten.

Viele Trainer haben das Ziel jeden einzelnen Spieler besser zu machen. Sie aber haben in den vergangenen beiden Jahren mit vielen erfahrenen Spielern gearbeitet. Wo lag der Schwerpunkt ihrer Arbeit? 

Alexi: Mithilfe der erfahrenen Akteure wollte ich die anderen Spieler zu höheren Leistungen bringen. Ich hatte mit Mirko Brill, Ivan Susilovic, Pavo Susilovic, Christopher Wendler und Marko Dawid fünf verlängerte Arme auf dem Platz.

Der CSC 03 - das sagt ja schon der Name - ist ein Traditionsverein, der auf grandiose Erfolge zurückblickt. Spiele um die Deutsche Meisterschaft gegen Schalke 04 - wie 1939 und 1940 - werden Sie sich vermutlich nicht zum Ziel setzen. Aber was ist realistisch? 

Alexi: Wir wollen hinter dem KSV Hessen Kassels Nummer zwei werden. Aber unser Weg ist noch nicht zu Ende. Unser Ziel ist die Verbandsliga. Anschließend gilt: Schaun mer mal.

Können Sie beim CSC 03 frei schalten und walten, oder müssen sie sich auch äußeren Zwängen fügen, unter denen so viele Ihrer Kollegen leiden? 

Alexi: Der 1. Vorsitzende Harry Spohr und sein Stellvertreter Dirk Lassen halten mir den Rücken frei und lassen mir großen Gestaltungsspielraum. Zu beiden besteht ein Vertrauensverhältnis. Allerdings würde ich Eingriffe in die Trainerarbeit nicht akzeptieren.

Sie waren 20 Jahre Trainer bei der TSG Wattenbach. Ist nun ein ähnlich langes Engagement beim CSC 03 denkbar? 

Alexi: In 18 Jahren bin ich 76. Es ist nicht realistisch anzunehmen, dass ich dann noch Trainer bin. Aber ein mittelfristiges Engagement kann ich mir beim CSC 03 sehr wohl vorstellen. Wie gesagt: Unser Weg ist noch nicht zu Ende.

In der Gruppenliga wird Ihre erfahrene Mannschaft mit einem höheren Tempo konfrontiert als in der Kreisoberliga. Verordnen Sie nun Ihrem erfahrenen Kader eine Verjüngungskur? 

Alexi: Ja. Drei Neuzugänge stehen fest. Marvin Kuhn, der vom OSC Vellmar zu uns kommt, ist 25. Tim Metzner (24) und Karim Kouay (23) kommen beide vom BC Sport. Alle drei sind im besten Fußballeralter.

Wann kommt die nächste Bierdusche? 

Alexi: Sie wird kommen, aber es muss nicht unbedingt im kommenden Jahr sein. Unser Ziel ist es, in der Gruppenliga unter die ersten fünf zu kommen.

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