3. Handball-Liga: Ein Spiel der ganz besonderen Art

Derby: Spitzenreiter Kirchhof trifft auf Zweiten aus Fritzlar

Fruchtbare Aufbauarbeit: SG-Trainer Markus Berchten. Fotos: Kasi/Hahn

Kirchhof/Fritzlar. Brisant, brisanter - Derby. Und am brisantesten: ein Nachbarduell, das zum Gipfel mutiert. Wie das Spitzenspiel in der 3. Handball-Liga Ost, in dem Tabellenführer SG 09 Kirchhof den Tabellenzweiten SVG Fritzlar zu Gast hat (So. 17 Uhr Stadtsporthalle Melsungen).

„Eine besondere Konstellation“, wie die Beteiligten unisono bestätigen, wobei die Voraussetzungen nicht nur durch den Tabellenstand und die Rivalität zwischen beiden Clubs bestimmt werden. Hinzu kommen eigene Turbulenzen, die sich mehr (SG) oder weniger (Fritzlar) beruhigt haben.

SG stetig verbessert

Die SG 09 scheint aus dem Gröbsten raus, den höchst unnötigen Abstieg aus der 2. Liga verdaut zu haben. Symbolisiert durch die Übernahme der Tabellenführung von der Germania nach dem neunten Spieltag. „Wir haben uns stetig gesteigert“, stellte Rica Wäscher nach dem achten Sieg in Folge (34:19 gegen Blomberg-Lippe II) fest.

Eine von acht (jungen) neuen Spielerinnen, mit denen die SG-Führung den personellen Schnitt vollzog. Inklusive des neuen Trainers Markus Berchten, dessen Aufbauarbeit schneller als erwartet fruchtete. Zunächst in der Abwehr, die in ihrer 6:0-Formation mit dem Mittelblock Priolli/Blase sowie den offensiven Halben (Mai, Kühlborn) für jeden Gegner ein unangenehmes Bollwerk bildet. So wenig Gegentore wie die SG (234) hat nach zehn Spieltagen keiner kassiert. Fast 30 Treffer pro Spiel produziert mittlerweile der Angriff. Dabei wurde Partie für Partie die Hauptlast vom überragenden Rückraum-Duo Mihai/Blase auf fast alle Positionen verlagert. Also kommt das Team mittlerweile auch problemlos damit zurecht, wenn der Gegner gleich zwei seiner Angriffsspielerinnen herausnimmt. Womit Trainer Berchten gegen den Lokalrivalen indes nicht rechnet.

Gegen Ex-Club auf der SVG-Bank: Viktoria Marquardt.

Denn der baut auf eine bärenstarke 6:0-Deckung. Die Basis des Fritzlarer Siegeszuges bis zum sechsten Spieltag (12:0-Punkte), der umso überraschender war, als Trainer Kleinmann fast ständig - verletzungsbedingt - auf wichtige Leistungsträgerinnen verzichten musste. Was sein Team jedoch durch einige taktische Kniffe und enormen Kampfgeist wettmachte.

Noch überraschender war daher die hausgemachte Trainerkrise. Dem achten Sieg im neunten Spiel zum Trotz übten einige Spielerinnen Kritik an der Mannschaftsführung von Detlef Kleinmann verbunden mit der Befürchtung, dass der 59-Jährige die Mannschaft nicht weiterentwickeln könne. Der trat prompt zurück: „Ich kann mich nicht verbiegen.“

Prompt folgte die zweite Saisonniederlage in Halle, aber auch eine Rückkehr in die Erfolgsspur gegen Bayreuth (31:24). Sehr zur Freude der Interimstrainerin Viktoria Marquardt: „Nun sind die Köpfe etwas freier.“ Für ein Derby der ganz besonderen Art. Speziell für die bisherige Co-Trainerin, denn die hat zuvor fünf Jahre in Kirchhof gespielt.

Von Ralf Ohm

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