Test heute in Köln 

Deutsche Handballer: Zurück an den Ort des Triumphs

+
Das war 2007 in Köln: Trainer Heiner Brand (links) feiert mit (von links) Michael Kraus, Torwart Henning Fritz und Kapitän Markus Baur den WM-Titel.

Köln/Gummersbach. Wer an Handball-Spektakel in der 19 000 Zuschauer fassenden Köln Arena denkt, der hat sofort ein Datum im Kopf: 4. Februar 2007.

An jenem Tag wurde die deutsche Nationalmannschaft zum zweiten Mal nach 1978 Weltmeister, und die Spieler klebten sich nach dem Sieg über Polen im Siegestaumel Schnurrbärte auf - aus Respekt vor der Leistung des damaligen Coachs Heiner Brand. Der Mann mit dem markanten Schnauzer hatte es geschafft, sich als Spieler und Trainer die WM-Krone aufzusetzen. 

Bernd Kaiser

An den Ort des Triumphs kehrt die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) an diesem Wochenende zurück. Heute ab 15.45 Uhr (live bei Sport 1) findet in der Arena das Kräftemessen mit Dänemark statt. Eigentlich sollte das Duell schon am gestrigen Freitag über die Bühne gehen, musste wegen der Doppelbelegung der Halle aber kurzfristig verlegt werden. Kölns Eishockey-Haie bekamen Vorrang, der frischgebackene Europameister hatte das Nachsehen. Einem weiteren Test unterziehen sich die Deutschen am Sonntag ab 15.30 Uhr (ZDF) in Gummersbach. Dann wartet die Mannschaft Österreichs.

Dem Auftritt in Köln fiebern auch zwei Vertreter der MT Melsungen entgegen. Michael Müller mischt als erfahrene Rückraumkraft im Team von Bundestrainer Dagur Sigurdsson auf dem Parkett mit, MT-Presseschef Bernd Kaiser wird als Hallensprecher das Geschehen von seinem Platz hinter den Spielerbänken begleiten.

Müller ersetzt die verletzungsbedingt fehlenden EM-Teilnehmer Steffen Weinhold und Kai Häfner. „Wir haben sehr gute Gegner. Ich will in dieser Woche einfach Spaß haben“, sagt der 31-Jährige. Zur Partie im März gegen Katar war er nachnominiert worden und wusste durchaus zu überzeugen. „Die Leistung will ich bestätigen. Alles Weitere lasse ich auf mich zukommen“, ergänzt Müller. Sigurdsson wird allerdings schon hinschauen, wer für eine Olympia-Teilnahme im Sommer infrage kommt.

Michael Müller

Noch emotionaler wird der Einsatz am Rhein für Kaiser, der 2007 beim Finale am Mikrofon tätig war. „Da werden natürlich schöne Erinnerungen wach, das wird schon bei der Einfahrt in die Tiefgarage der Arena anfangen“, sagt der 56-Jährige. Es ist allerdings nicht die erstmalige Rückkehr des Lohfeldeners in das Prunkstück in Köln-Deutz. Schon 2008 während der Olympia-Vorbereitung sagte Kaiser die Tore bei der Partie gegen Russland durch. Für ihn wird es das 202. Länderspiel sein, bei dem er moderiert.

Während sich viele Fans ärgern dürften, weil der Termin für die Partie so spät korrigiert wurde, kommt Kaiser die Verlegung durchaus entgegen: „Ich kann jetzt viel entspannter nach Köln hin oder wieder zurück reisen.“ Bei einer Austragung am Freitag hätte er die Nacht auf der Autobahn verbracht.

Mit Fäth, Pekeler und Kohlbacher

Im Gegensatz zu Rückraumspieler Christian Dissinger, der sich in dieser Woche schwer am Knie verletzte und auf sein Comeback nach der EM verzichten muss, kehren drei andere Europameister zurück. Nach überstandenen Erkrankungen und Blessuren sollen Steffen Fäth, Jannik Kohlbacher (beide HSG Wetzlar) und Hendrik Pekeler von den Rhein-Neckar Löwen nach Zwangspausen gegen Dänemark und Österreich zum Einsatz kommen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.