„Hohe Hürden“

DFB stellt Hygienekonzept für Spielbetrieb der Amateurfußballer vor

Da ist der Ball: Die Fußballer sehnen sich danach, auf das Spielfeld zurückzukommen. So wie hier bei der Verbandsliga-Partie zwischen dem CSC 03 Kassel und der TSG Sandershausen in der vergangenen Saison.
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Da ist der Ball: Die Fußballer sehnen sich danach, auf das Spielfeld zurückzukommen. So wie hier bei der Verbandsliga-Partie zwischen dem CSC 03 Kassel und der TSG Sandershausen in der vergangenen Saison. (Archivbild)

Für die Amateurfußballer kommt die Rückkehr auf das Spielfeld immer näher. Es fehlt zwar noch das Grüne Licht der Politik, aber der Hessische Fußball-Verband (HFV) plant für das Wochenende 5./6. September den Saisonstart. Ab 17. August sollen, wenn erlaubt, Test- und Pokalspiele stattfinden.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat nun eine Broschüre unter dem Motto „Zurück ins Spiel“ herausgegeben. Dieser Leitfaden soll Vereinen helfen, die Hygienekonzepte, denen die Kommunen zustimmen müssen, für Training und Spielbetrieb zu erarbeiten. Wir stellen Punkte des Muster-Konzepts vor, konzentrieren uns dabei auf die Vorgaben rund um die Spiele.

Die Hygieneregeln

Grundsätzlich sollen die aus dem Alltag bekannten Hygieneregeln eingehalten werden: Ein Mindestabstand von 1,5 Meter außerhalb des Feldes – in Spielpausen sogar auch auf dem Platz. Keine Umarmung und kein Händedruck zur Begrüßung. Die Hust- und Nies-Etikette beachten. Auf dem Spielfeld soll nicht gespuckt und sich nicht die Nase geputzt werden. Und natürlich: Waschen und Desinfizieren der Hände. Die Vereine müssen genügend Möglichkeiten dafür anbieten. Hilfe gibt es hier vom HFV: Der Verband schenkt allen Klubs ein „Es-geht-wieder-los-Paket“ mit Handdesinfektionsspender inklusive 500 ml Desinfektionsmittel sowie Plakaten mit Hygieneempfehlungen.

Außerdem dürfen nur Spieler an Training oder Partien teilnehmen, die in einem „symptomfreien Gesundheitszustand“ sind. Personen mit Symptomen dürfen die Anlage nicht betreten.

Die Zonen

Der DFB empfiehlt den Klubs, den Sportplatz in drei Zonen einzuteilen. Die erste Zone ist das Spielfeld und die Umrandung. Hier dürfen sich nur Spieler, Trainer, Funktionsteams, Schiedsrichter, Sanitäts- und Ordnungsdienst, Hygienebeauftragte und Medienvertreter aufhalten.

Die zweite Zone ist der Umkleidebereich. Diese dürfen betreten: Spieler, Trainer, Funktionsteams, Schiedsrichter und Hygienebeauftragte. Hier gilt die Abstandsregel oder das Tragen von Mund- und Nasenschutz. Die Aufenthaltsdauer soll auf ein „notwendiges Minimum“ beschränkt werden.

Die dritte Zone ist der Publikumsbereich. Das ist der freizugängliche Bereich der Sportstätte. Dieser darf nur über einen oder mehrere offizielle Eingänge betreten werden. Die Besucher müssen namentlich erfasst werden, die Gesamtpersonenzahl stets bekannt sein. Weitere Vorgaben sind: Trennung von Ein- und Ausgängen. Markierte Spuren der Wege. Abstandsmarkierungen auf den Rängen und in der Gastronomie.

Individuelle Lösungen

Der DFB stellt aber auch klar, dass die Vereine aufgrund der unterschiedlichen Sportstätten in manchen Punkten in Abstimmung mit den lokalen Behörden individuelle Lösungen finden müssen. Dazu gehören: die Organisation des Ein- und Ausgangsbereichs, der Wegeführung und Zuschauerplatzierung, der Gastronomie, der Reinigungsvorgänge, der Teambesprechung vor dem Spiel und von den Umkleide- und Dusch-Abläufen.

Die Reaktionen

Aber wie bewerten die Vereine den Leitfaden? „Prinzipiell ist ein einheitliches Konzept hilfreich“, sagt Bernd Sturm, Sportlicher Leiter des Gruppenligisten FSK Vollmarshausen. Wenn die Klubs das DFB-Konzept aber zu 100 Prozent umsetzen wollen, käme ein „wahnsinniger Aufwand“ auf sie zu. „Es gibt hohe Hürden. Mir fehlt die Vorstellungskraft, wie das kleine Vereine schaffen wollen. In den Klubs müssen Gremien gebildet werden, die sich damit beschäftigen. Allein kann man das nicht stemmen“, sagt er.

„Es ist eine gute Zusammenfassung und es ist schön, eine Übersicht zu haben, aber es hilft nicht wirklich weiter“, sagt Matthias Schmelz, Abteilungsleiter des TSV Heiligenrode. „In der Praxis muss jeder Verein ein Konzept erstellen, das seine eigenen Gegebenheiten und die Vorgaben der Kommune berücksichtigt.“

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