Nach neun Jahren Pause kehrt Kasseler Achter in die Bundesliga zurück

„Die Formel 1 des Rudersports“

Zwei aus dem Kasseler Ruder-Achter: Kapitän Max Lichtschlag (links) und Leo Meldau fiebern genau wie ihre Teamkollegen der Saison in der Bundesliga entgegen.
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Zwei aus dem Kasseler Ruder-Achter: Kapitän Max Lichtschlag (links) und Leo Meldau fiebern genau wie ihre Teamkollegen der Saison in der Bundesliga entgegen.

Eigentlich sollte es schon vor einem Jahr das Comeback des Kassel-Achters in der Ruder-Bundesliga geben. Nach 2012 war erstmals wieder ein Team dafür gemeldet worden, aber Corona stoppte die Saison und alle Hoffnungen der Nordhessen. Nun gibt es einen neuen Anlauf. Das Team Creditreform Kassel-Achter vom RVC/Hochschulsport Uni Kassel fiebert dem Saisonstart am 12. Juni in Werder (Havel) entgegen.

Die Vorbereitung auf die Saison läuft für das Team, das aus Sportlern des Rudervereins Cassel und dem Hochschulsport der Universität Kassel besteht, nicht optimal. Das liegt natürlich an der Pandemie. So ist Training mit dem gesamten Team, das aus 18 Ruderern und drei Steuerfrauen besteht, derzeit nicht möglich. Erlaubt sind aktuell nur Übungseinheiten zu zweit – sowohl in Booten auf dem Wasser als auch auf den Ergometern im Bootshaus am Auedamm.

Zum Kader gehören auch Max Lichtschlag und Leo Meldau, die beide für den RVC rudern. Sie weisen daraufhin, wie wichtig auch das Training im Achter ist. „Die Harmonie ist sehr wichtig. Wenn es sie in einem Boot nicht gibt, bringt einem auch die ganze Kraft nichts“, sagt Kapitän Lichtschlag. „Im Achter kommt es auf die Leistung jedes Einzelnen an“, sagt Meldau. Gerade einmal fünf Trainingseinheiten hatte die Mannschaft zusammen, dann kam der Lockdown im November.

In dieser Saison sind fünf Renntage geplant. An jedem gibt es fünf Rennen – immer im K.o-System, es treten jeweils zwei Boote gegeneinander an. So werden die Platzierungen ausgefahren und nach diesen Punkte vergeben, die in die Gesamtwertung eingehen. Besonders ist in der Bundesliga vor allem die Distanz. Alle Rennen werden über 350 Meter ausgetragen. „Achter-Sprint ist das Spannendste, was es gibt“, sagt Lichtschlag. Und Meldau ergänzt: „Da geht es richtig zur Sache. Es ist die Formel 1 des Rudersports.“ Allerdings ist auch das Drumherum spannend: Bei der Veranstaltung gibt es laute Musik. Und weitere Höhepunkte wie das Nachtrennen in Leipzig. Daher sagt der Kapitän: „Die Bundesliga ist ein Highlight.“

Bisher haben 18 Mannschaften für das Ruder-Oberhaus gemeldet. Und das ist nicht gerade billig. Das Saisonbudget der Kasseler liegt bei 10 000 Euro. Die Finanzierung gelang dank des neuen Boot- und Namenssponsors Creditreform sowie durch Unterstützung des Sportamts und des Vereins.

Die Kasseler gehen mit dem fast identischen Kader des vergangenen Jahres in die Saison – und zählen damit zu den jüngsten Teams. Die meisten Sportler bei den Nordhessen sind zwischen 19 und 27 Jahre alt. „Wir sind eine bunt gemischte Truppe“, sagt Lichtschlag. Damit meint er, dass sowohl Ruderer wie er und Meldau dabei sind, die während ihrer Schulzeit Leistungssportler waren. Es gibt aber auch Quereinsteiger, die erst seit drei Jahren rudern.

Und mit welchem Ziel geht das Team in die Saison? „Wir wollen uns gut verkaufen“, sagt der RVC-Vorsitzende und Pressesprecher Jens Gerlach. Zunächst hofft das Team aber, dass die Saison überhaupt stattfinden kann. Und bald Training mit mehr als zwei Ruderern in einem Boot erlaubt ist. „Schon der Vierer wäre schön“, sagt Meldau. Am liebsten würden sie aber so schnell wie möglich im Kassel-Achter trainieren. (Von Manuel Kopp)

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