Dieses Spiel bereitete Kopfschmerzen

Zusammenstoß in Offenbach: Tobi Damm wie Christoph Kramer ohne Erinnerung

Das sieht dramatisch aus: Tobias Damm liegt nach einem Zusammenprall bewusstlos auf dem Boden, Verteidiger Nico Perrey winkt energisch die Betreuer heran. Foto: Hübner

Offenbach. Für Tobias Damm lagen Glück und Pech sehr nah zusammen an diesem Abend in Offenbach. Der Stürmer des KSV Hessen Kassel stand damit beispielhaft für seine Mannschaft.

Die 1:2-Niederlage auf dem Bieberer Berg war verdient, und doch ärgerlich zugleich. Es war ein Spiel, das den Gästen Kopfschmerzen bereitete.

Für Damm galt das im wahrsten Sinne des Wortes. Bis zur 87. Minute war es für den 32-Jährigen ein normales Spiel als Stürmer. Dann aber kassierte Torhüter Kevin Rauhut für eine Notbremse die Rote Karte. „Unnötig, da muss er nicht so hingehen“, wie Trainer Matthias Mink später befand. Der KSV hatte dreimal gewechselt. Also streifte Damm sich das Torhüter-Trikot über – und durfte sich kurz darauf freuen, dass Benjamin Pintol den fälligen Elfmeter über das Tor schoss.

Bei der nächsten Chance der Gastgeber klärte Damm in bester Torhüter-Manier, bekam aber das Knie von Robin Scheu an den Kopf. Mit schweren Folgen. Damm blieb kurzzeitig bewusstlos liegen. Nach einer Behandlung spielte er bis zum Ende weiter. Doch es erging ihm wie Christoph Kramer im WM-Finale. Löwen-Pressesprecher Torsten Pfennig berichtete am Tag danach: „Tobi hat keine Erinnerungen an die letzten Minuten der Partie.“ Damm kam sofort nach Abpfiff ins Krankenhaus, konnte nachts aber mit Pfennig nach Hause fahren. „Er hat Kopfschmerzen. Es ist nichts Ernstes, aber am Wochenende wird er nicht spielen können“, erklärt Pfennig.

Die Partie gegen Freiburg II wird Trainer Mink zumindest Kopfzerbrechen bereiten. Neben Rauhut und Damm droht auch der verletzt ausgewechselte Frederic Brill auszufallen. Verteidiger Steffen Friedrich hatte zudem während der Partie wieder Kreislaufprobleme. So kam viel zusammen in einem Spiel, das eigentlich sehr gut begonnen hatte. Nach dem Führungstreffer durch Mike Feigenspan war es einmal mehr die mangelhafte Chancenverwertung, die die Löwen ärgern musste. „Es war wie so oft seit der Sperre für Shqipon Bektashi: Uns fehlt einfach der unbedingte Wille, die Kugel über die Linie zu bringen“, ärgerte sich Mink.

KSV gegen Offenbach: Die Schreckminuten von Tobi Damm in Bildern

Die Chancen zum 2:0 waren ja da. Klarste sogar. Und ob die verunsicherten Offenbacher sich dann noch so berappelt hätten, wie sie es taten, scheint sehr fraglich. So aber ermöglichte erst das zögerliche Eingreifen von Nicolai Lorenzoni den Ausgleich durch Martin Röser. Und so ließ sich der KSV in der zweiten Halbzeit von Offenbach den Schneid abkaufen. „Wir haben uns von der Aggressivität der Gastgeber den Schneid abkaufen lassen“, monierte Mink.

Es wird, das ist das einzig Positive an diesem Abend, für die Löwen die Chance auf Revanche geben. Im Vorfeld der Partie wurde das Halbfinale im Hessenpokal terminiert. Es findet am Mittwoch, den 9. März, statt. Tobias Damm möchte dann nicht wieder im Tor stehen.

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