Gruppenligisten Vellmar und Türkgücü verschiedener Meinung – Sportgericht entscheidet

Diskussion nach Abbruch

Ein Blick von oben: Der Vellmarer Sportplatz liegt direkt neben dem Schwimmbad, in dem der vermeintliche Chlorgas-Austritt passierte. Schließlich handelte es sich aber um einen Fehlalarm. Archivfoto: Brosche

Vellmar. Spielabbrüche gab es bereits aus unterschiedlichsten Gründen. Ein vermeintlicher Chlorgas-Austritt im Schwimmbad zählt sicherlich zu den kuriosesten. Am Sonntag in Vellmar beim Gruppenliga-Fußballspiel zwischen der OSC-Reserve und dem SV Türkgücü wurde die Partie beim Stand von 2:3 in der 78. Minute aber genau aus diesem Grund abgebrochen (wir berichteten). Polizei und Feuerwehr gaben das Spielfeld des benachbarten Stadions nicht mehr frei, hegten gegen die Fortsetzung auf dem nahen Kunstrasen aber keine Einwände. Bedenken hatten aber die Vellmarer und lehnten ein Weiterspielen ab. Erst lange nach Abbruch stand fest, dass es sich nur um einen technischen Fehlalarm gehandelt hatte. Die Stimmen.

Schiedsrichter

Leon Kanwischer hätte diePartie auf dem Kunstrasen wieder angepfiffen. „Die Sicherheit musste gewährleistet sein, und die Polizei hatte ja Grünes Licht gegeben“, sagt der Zierenberger Unparteiische. Die Fortsetzung sei schließlich am Veto des OSC gescheitert. Die Vorkommnisse habe er in einem Bericht an den Klassenleiter geschildert.

OSC Vellmar

„Die Idee, auf den Kunstrasen auszuweichen, kam von Türkgücü. Dass die Feuerwehr keine Bedenken dagegen hatte, war mir nicht bekannt. Als Abteilungsleiter habe ich die Fortsetzung aus gesundheitlichen Bedenken abgelehnt“, erklärt Rainer Rethemeier. Der Kunstrasen sei nicht weit entfernt, „und die Tunnel auf dem Weg dorthin wirken wie ein Kamin“. Der Abteilungsleiter kann verstehen, „dass Türkgücü weitermachen wollte, nachdem sie das Spiel gedreht hatten“. Aber: „Ich würde die Entscheidung immer wieder so treffen, weil die Sicherheit vorgeht. Wenn das Sportgericht gegen uns entscheidet, ist mir das egal.“

SV Türkgücü

Enttäuschung herrschte bei Türkgücü nach dem Abbruch. „Feuerwehr und Polizei hatten keine Einwände, die Partie auf Kunstrasen fortzusetzen. Wenn sie es nicht wissen, wer dann?“, fragt Hüseyin Üstün. Zudem bestätigt der Trainer, dass der Umzug auf den Kunstrasen die Idee von Türkgücü war. Diese habe er telefonisch mit Klassenleiter Horst Riemenschneider und vor Ort mit dem Schiedsrichter erörtert.

Klassenleiter

Wie es jetzt weiter geht, entscheidet nicht Klassenleiter Riemenschneider, sondern das Regionalsportgericht. Drei Optionen sind denkbar. Erstens, das Spiel wird neu angesetzt. Zweitens, die Partie wird mit 3:2 für Türkgücü gewertet. Drittens, die Partie wird mit 3:0 für den SVT gewertet. Ist es auch möglich, dass nur die restlichen zwölf Minuten gespielt werden? „Nein, das sieht unsere Satzung nicht vor“, sagt Riemenschneider.

Das Sportgericht werde jetzt alle Fakten zusammentragen, neben den Vereinen auch mit Feuerwehr und Polizei sprechen – schließlich sei die Gesundheit der Spieler das Wichtigste – und schließlich eine Entscheidung treffen.

Von Manuel Kopp und Wolfgang Bauscher

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