Vor Ort beim Jugendhandball

Dittershausen/Waldau/Wollrode nervenstark zum Derbysieg

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Willensstark: Sedef Besir (Mitte) von den JSG Dittershausen/Waldau/Wollrode setzt sich gegen die Baunatalerinnen Rika Simon (links) und Selina Schmidt durch.

Derbyzeit in der Handball-Landesliga der weiblichen B-Jugend. Die JSG Dittershausen/Waldau/Wollrode empfängt Eintracht Baunatal. Oder anders gesagt: Der Tabellendritte den Zweiten. Am Ende setzen sich die Gastgeberinnen 27:25 (13:10) durch. Wir waren vor Ort.

VON CARINA WAGENER

Kassel– Derbyzeit in der Handball-Landesliga der weiblichen B-Jugend. Die JSG Dittershausen/Waldau/Wollrode empfängt Eintracht Baunatal. Oder anders gesagt: Der Tabellendritte den Zweiten. Oder zwei Teams, die sich gut kennen und beide den Sieg unbedingt wollen. Am Ende setzt sich Dittershausen/Waldau/Wollrode 27:25 (13:10) durch. Wir waren vor Ort.

Die Aufregung

Die Nervosität in der Waldauer Sporthalle ist zu spüren: Die Aufregung ist auf beiden Seiten groß. Auf die Frage, wie sie geschlafen habe, zuckt JSG-Torhüterin Lina Wimmer nur mit den Schultern. „Geschlafen?“, fragt sie zurück. Das Derby habe sie und ihre Mannschaftskameradinnen schon den ganzen Vormittag beschäftigt. Und weiter – passend zum 1. Dezember: Es sei ein bisschen wie als Kind gewesen, als man es kaum abwarten konnte, das erste Türchen des Adventskalenders zu öffnen.

Der Start

Um 11.45 Uhr ist es soweit: Die Gäste erwischen den besseren Start. In der achten Minute trifft Johanna Icke zum zweiten Mal vom Sieben-Meter-Punkt zum 5:3 für Baunatal. Mit neun Toren wird sie später erfolgreichste Werferin ihres Teams sein. In der 22. Minute erzielt sie den 10:10-Ausgleich. Plötzlich sind die Gastgeberinnen voll da, werfen bis zur Pause noch einen Drei-Tore-Vorsprung heraus. „Wir haben gerade in der ersten Halbzeit zu leichte Bälle hergeschenkt“, ärgert sich GSV-Trainer Harald Birk hinterher über die selbstverschuldeten Fehler.

Die Helfer

In der Pause haben Susan Wambach und ihre Tochter Katrin Damm alle Hände voll zu tun: Die gut 200 Zuschauer wollen sich für die zweite Halbzeit stärken und kaufen Kuchen, Bretzeln, Brötchen und Getränke. Den Verkauf organisieren immer die Eltern der Spielerinnen. Eine Stunde vor Anpfiff haben sie sich getroffen, um alles anzurichten. Als die zweite Halbzeit läuft, schielen Wambach und Damm von der großen Tür aus aufs Spielfeld.

Die Spannung

Auf den Rängen ist die Stimmung aufgeheizt. Das Derby hält, was es versprochen hat. Es ist spannend. Die Gastgeberinnen können sich nie mit mehr als vier Toren absetzen, immer wieder kommt Baunatal heran. „Ein Spiel auf Augenhöhe“, sagt Birk später. Als Melina Hahn vom GSV in der 42. Minute zum 21:23-Anschluss trifft, nimmt JSG-Coach Andreas Paul eine Auszeit. Ein bisschen Ruhe reinbringen ist das Ziel. „Aber die Emotionen zu zügeln ist in solchen Derbys natürlich schwierig“, gibt er zu. Auch er ist mit vollem Einsatz dabei: Gestik und Mimik verraten die enorme Anspannung.

Die Zuschauer

Das Publikum geht ganz unterschiedlich mit der Anspannung um: Die einen feuern an, auch mit Trommeln. Die anderen schauen zwischendurch aufs Handy oder stricken. Die jüngste Zuschauerin ist Charlotte. Sie ist sechs Monate alt und zum zweiten Mal beim Handball. Um zu schauen, wie sich ihre Nichte Laura Paul schlägt. Bei Papa Ralf Kraft – Schwiegervater von Andreas Paul – auf dem Arm macht ihr der Lärm nichts aus.

Die Schlussphase

Am Ende wird es noch mal hektisch. Emily Blum und Sedef Besir sehen nach unnötigen Fouls die Rote Karte. „Eigentlich wissen die Mädchen, dass solche Fouls nicht gehen, aber insgesamt war das Derby fair und auf starkem Niveau für eine B-Jugend“, sagt Paul. Mit erfolgreichen Tempogegenstößen macht es die Eintracht noch mal spannend, aber am Ende bewahren die Dittershäuserinnen die Nerven und gewinnen.

Die Sieger

„Wir hatten uns den Sieg erhofft“, sagt Hacer Cakir von der JSG. „Dafür haben wir hart trainiert.“ Dennoch sei es ein bisschen wie Weihnachten und Geburtstag zusammen, freut sich Lina Wimmer, die mit einigen starken Paraden viel zum Sieg beigetragen hat.

JSG Dittershausen/Waldau/Wollrode:Wimmer, Weber; Kreile, Habenicht 5, Besir 5, Tasch 5, Paschenko 4, Weymann 6/1, Blum 2, Wambach, Mogge, Cakir, Paul

Eintracht Baunatal: Koch; Schmidt 1, Hofmann 2, Icke 9/4, Bonnes 2, Strube, Simon 4, Zinn 1, Hahn 6, Clobes

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