Bosporus empfängt Anadoluspor

Duell der türkischen Klubs in der Kasseler Fußball-Kreisoberliga

Blumen vor dem Spiel: Im Juni 2017 trafen Türkgücü mit Yunus Ulas (links) und Bosporus mit Usman Mobarak zum Derby aufeinander. Samstag werden beide Spieler wieder am Ball sein, Ulas diesmal aber für Anadoluspor.
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Blumen vor dem Spiel: Im Juni 2017 trafen Türkgücü mit Yunus Ulas (links) und Bosporus mit Usman Mobarak zum Derby aufeinander. Samstag werden beide Spieler wieder am Ball sein, Ulas diesmal aber für Anadoluspor.

Kassel – In der Fußball-Kreisoberliga wird es in dieser Saison häufiger zu Duellen von türkischen Klubs kommen. Mit der Reserve des SV Türkgücü Kassel, dem FC Bosporus und Anadoluspor Baunatal spielen jetzt drei türkische Teams in dieser Liga. Am Samstag kommt es zum ersten Derby, wenn im Nordstadtstadion der ambitionierte FC Bosporus um 16 Uhr Neuling Anadoluspur empfängt.

Eines ist klar: Hier geht es auch darum, wer hinter dem Verbandsligisten SV Türkgücü die Nummer zwei unter den türkischen Vereinen ist. Wir blicken auf die Geschichte der Klubs.

SV Türkgücü

1972 gründeten türkische Gastarbeiter zum Zwecke der Freizeitgestaltung und der Abwechslung gemeinsam mit ihren Familien den SV Türkgücü Kassel. Sportliche Heimat waren zunächst die Waldauer Wiesen. Der Verein ist auch Ausgangspunkt von vielen guten Fußballern türkischer Abstammung. So ist Ömer Erdogan inzwischen sogar Trainer in der ersten türkischen Liga. 2006 erfolgte der Umzug ins umgestaltete Nordstadtstadion. Am 27. Oktober fand das erste Punktspiel gegen den Nachbarn FC Bosporus in der Gruppenliga statt. Die Partie endete 2:2. Zum Rückspiel wurde dem Verein der Integrationspreis des DFB in Form eines Neun-Sitzer-Kleinbus für die Jugendabteilung übergeben.

FC Bosporus

Jugendliche und Studenten gründeten 1980 zunächst einen Verein mit dem Namen Genclerbirligi (Jugendverein), der sich aber schnell in FC Bosporus umbenannte. Die Heimstätte wurde wie beim Nachbarn zunächst die Waldauer Wiesen. Als die Mannschaft 2013 auf Türkgücü traf, hatte sie gerade die Meisterschaft der Kreisoberliga gewonnen und war aufgestiegen in die Gruppenliga. 2016 gelang in einem legendären Spiel, als der FC Bronnzell mit 5:0 besiegt wurde, der Aufstieg in die Verbandsliga.

Nun war der Multi-Kulti-Klub die Nummer eins unter den türkischen Klubs der Region. Ein Jahr später ging es aber wieder runter in die Gruppenliga und am Ende der Spielzeit 18/19 stand dann sogar der Abstieg in die Kreisoberliga. Tatenlos musste der Klub zudem zusehen, wie in derselben Spielzeit der Nachbar Türkgücü in die Verbandsliga aufstieg.

Anadoluspor

Wer denkt, die Baunataler seien ein Ableger von Türkgücü oder Bosporus, sieht sich getäuscht. Der Klub wurde 1992 als Abzweigung des Moschee-Vereins gegründet, um den Jugendlichen die Möglichkeit zum Sport, insbesondere des Fußballs, zu bieten. Heimat des Klubs war von Beginn an der Sportplatz in Kirchbauna. Die Geschäftsstelle befindet sich nach wie vor in den Räumlichkeiten der Baunataler Moschee.

2015 erlebte der Klub den Tiefpunkt, als das Team aus der Kreisoberliga in die A-Liga abstieg. Nun ist der Verein zurück in der Kreisoberliga, und schickt sich mit den Trainern Demet Seker und Sead Hadzic an, die Nummer zwei unter den türkischen Klubs zu werden. Mit einem Sieg gegen Bosporus am Samstag soll dafür der Grundstein gelegt werden. (Horst Schmidt)

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