Spende für Kinderkrebsstiftung

Er hat ein Stück Löw im Wohnzimmer: Wuppertaler ersteigert Plakat für 170 Euro

Winfried Scheideler (rechts) hält einen Frankfurt-Schal in der Hand, Armin Niemeier zeigt das Plakat mit zahlreichen Unterschriften der Eintracht-Spieler von 1981.
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Übergabe: Winfried Scheideler (rechts) hat das Plakat von Armin Niemeier mit zahlreichen Unterschriften für 170 Euro ersteigert. Darunter befindet sich auch ein Autogramm von Nationaltrainer Joachim Löw. Das Geld wurde komplett an die Kinderkrebsstiftung gespendet. Niemeier überreichte zudem einen Frankfurt-Schal.

Ein Wuppertaler hat am meisten geboten: Winfried Scheideler freut sich über ein fast 40 Jahre altes Plakat mit Unterschriften der Eintracht-Stars Charly Körbel, Bum Kun Cha, Jogi Löw.

Kassel - Ja, das mag zunächst komisch klingen“, lacht Winfried Scheideler. Er – ein Mann aus Wuppertal – hat das Plakat ersteigert, das Armin Niemeier in der HNA angeboten hatte. Scheideler ist in Kassel aufgewachsen und hat im E-Paper der HNA, das er jeden Tag am Computer liest, von der Verlosung mitbekommen. „Ich bin Frankfurt-Fan und zugleich bestand die Chance, mit dieser Ersteigerung etwas Gutes zu tun. Deshalb habe ich mitgemacht“, erklärt er, dessen Frau vor einigen Jahren wegen einer Krebserkrankung gestorben ist.

Niemeier wurde vom Torwart zum Autogrammjäger

Armin Niemeier stand (wie berichtet) im August 1981 eine Halbzeit lang im Tor, als Eintracht Frankfurt zu einem Jubiläumsspiel bei der TSG Hofgeismar zu Gast war. Nach dem Spiel nutzte Niemeier die Chance, griff sich ein Plakat und ließ es von den Stars der Bundesliga-Mannschaft unterschreiben. Darunter Namen wie Charly Körbel, Bum Kun Cha und auch Nationaltrainer Joachim Löw. Niemeiers Frau identifizierte später jede Unterschrift und vermerkte die Namen unter den Autogrammen.

Weil kein Familienmitglied das Plakat haben wollte, versteigerte Niemeier es nun mit der Bedingung, das Geld an die Kinderkrebsstiftung spenden zu wollen. Und Winfried Scheideler griff zu. „Ich wollte eigentlich erst 150 Euro bieten, dachte dann aber, dass wohl viele diesen Betrag setzen würden. Weil mein Geburtstag auf einen 17. fällt, habe ich 170 Euro geboten und gewonnen“, so Scheideler. Das Plakat bekommt nun einen Ehrenplatz im Wohnzimmer in Wuppertal.

Scheideler konnte damals nicht zum Spiel nach Hofgeismar

Scheideler ist in Kassel aufgewachsen, konnte 1981 aber nicht zum Spiel nach Hofgeismar: „Ich ging damals zur Julius-von-Reuter-Schule in Kassel und steckte tief in den Abitur-Vorbereitungen.“ Dass er Frankfurt-Fan gewesen sei, habe ihm in Nordhessen auch Anfeindungen eingebracht. „Ich bin seit der WM 1974 Fan, da waren zwei Frankfurter dabei. Außerdem wurde die Eintracht in dem Jahr Pokalsieger“, erinnert sich Scheideler. Umso mehr freute er sich, als ihm Niemeier neben dem Plakat auch noch einen Schal und eine Pokalsieger-Dose Apfelwein überreichte. „Als ich gehört habe, dass der Meistbietende Eintracht-Fan ist, habe ich das noch dazugelegt“, so Niemeier.

Die 170 Euro hat Scheideler direkt an die Kinderkrebsstiftung überwiesen. Niemeier hat zudem mit fünf seiner Freunde, mit denen er normalerweise die Spiele des KSV Hessen Kassel besucht, noch 150 Euro obendrauf gelegt. „Das ist eine schöne, aber auch wichtige Sache“, sind sich die Fußball-Fans Niemeier und Scheideler einig.

Scheideler, für den es Ende der 80er Jahre beruflich nach Wuppertal ging, ist auch jetzt noch regelmäßig in seiner Heimat zu Besuch. Das Plakat holte er vor wenigen Tagen in Kassel ab, als er für eine Familienfeier in der Stadt war.

Von Björn Friedrichs

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