Basketballerin Janina Wellers-Wodny trumpft bei Kasseler Oberligist auf

Eine deutsche Meisterin bei der ACT

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Basketballerin Janina Wellers Wodny punket für die ACT Kassel.

In zwei Spielen erzielte sie 78 Punkte. Von 173 ihrer Mannschaft. Scheint so, als sei Neuzugang Janina Wellers-Wodny für die Oberliga-Basketballerinnen der ACT Kassel die erhoffte Verstärkung. Was sie auch am Samstag im Heimspiel gegen den TSV Krofdorf/Gleiberg (19 Uhr, Berufsschulzentrum Schillerstraße) beweisen möchte. Wir stellen sie vor.

Janina Wellers-Wodny wurde im niedersächsischen Quakenbrück geboren und spielte beim Osnabrücker SC. 2008 wechselte sie zum TV Saarlouis in die Bundesliga. 2008 und 2009 gewann sie mit den Saarländerinnen das Double. Später kehrte sie in die Heimat zurück und zog sich 2017 vom Basketball zurück. „Ich habe geheiratet und 2018 meine Tätigkeit beim Deutschen Schwimmverband aufgenommen. Da blieb für den Sport wenig Zeit, und niederklassig spielen wollte ich nicht“, sagt die 33-Jährige.

Beim in Kassel ansässigen DSV arbeitet sie als Leistungssportreferentin Wasserball, ist Teammanagerin bei der Nationalmannschaft und auch bei den Synchronschwimmerinnen. „Ich bin hierdurch viel unterwegs, aber nachdem Olympia, WM und EM durch sind, bleibt etwas mehr Zeit für anderes“, betont sie. Anderes meint nicht zuletzt Basketball. Ehemann Thomas Wodny kam schon früher nach Kassel, trainierte die Damen des CVJM und spielt bei den Herren der ACT. „Geh’ da doch mal hin, das könnte dir guttun, hat er zu mir gesagt, und ich bin gegangen“, berichtet Wellers-Wodny. So trainierte sie bereits im letzten Jahr gelegentlich mit. „Ein Kaltstart war das jetzt also nicht. Und es tut wirklich gut. Der Wiedereinstieg war meine beste Entscheidung seit Langem. Das Mannschaftsspiel hat mir doch sehr gefehlt“, sagt sie.

Zudem stimmt auch die sportliche Perspektive. Die ACT hatte das Oberliga-Startrecht des TSV Vellmar übernommen, einige Spielerinnen der Moskitos kamen nach Kassel. Nach zwei Siegen steht die Mannschaft von Trainer Cedric Toth an der Spitze. Geht es so weiter, könnte der Regionalliga-Aufstieg ein Thema werden.

Aber ist Wellers-Wodny in der Oberliga nicht unterfordert? „Nein, es macht viel Spaß und ich bin jetzt als Führungsspielerin in einer anderen Rolle als früher. Ich trage mehr Verantwortung und erhalte mehr Spielanteile“, sagt sie. Und noch etwas ist neu: „Ich stehe auch in einer engen Schlussphase wie zuletzt in Wiesbaden auf dem Feld. Und nicht die ausländischen Spielerinnen.“

Trotz ihrer Klasse läuft sie nicht Gefahr, alles selbst machen zu wollen. „Meine Teamkolleginnen können ja auch Basketball spielen. Und ich habe die meisten Aktionen nach Rebounds. Im Feldspiel ist das dann ausgeglichen“, erklärt sie. In den Begegnungen funktioniere jedenfalls alles prima. „Das hat sich gut gefügt. Zumal viele der Jungen mich gar nicht kannten. Sie lernen eine Menge, schauen sich einiges ab und trauen sich jetzt selbst schon viel mehr zu“, sagt Wellers-Wodny.

Auch im Zusammenwirken mit Toth gibt Wellers-Wodny nicht den Ex-Bundesliga-Star. „Von außen sieht man die Dinge anders. Gerade in Wiesbaden, als es knapp war und ich ein wenig müde wurde, hatte der Trainer einiges zu sagen.“ An den Regionalliga-Aufstieg verschwendet sie keinen Gedanken. „Wenn es reicht, ist es okay, wenn nicht, auch. Reizen und freuen würde mich das aber schon.“ Zumal es ihr und Ehemann Thomas in Kassel gefällt und sie planen, hierzubleiben. „Und das Karriereende ist schon gar kein Thema mehr.“ (Von Wolfgang Bauscher)

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