Die Schau in Zahlen

Sportschau in Rundsporthalle: Eine wunderbare Mischung

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Fetzig, fröhlich, Stimmungsmacher: Mehr als 40 junge Damen der Großenritter Carnevals-Gemeinschaft zeigten hohe Garde-Tanzkunst. Alle

Baunatal. Es ist die Sportschau der Gefühle. Und tatsächlich: Auch mit der 36. Ausgabe von Adrenalin präsentierte der KSV Baunatal wieder heimische Amateure und internationale Profis in einer ganz wunderbar vielfältigen Mischung aus Sport und Schau, Akrobatik, Artistik und Anmut. Ein guter Grund für Zahlenspiele:

1 Ex-Hessenmeister bekam Unterstützung von einem anderen: Mittelstreckler Uwe Becker moderierte charmant gemeinsam mit Stabhochspringer Christoph Klein (36), Sportwissenschaftler, Trainer und Studioleiter des KSV. Gutes Debüt, ein Duo mit Perspektive.

2 lange Tücher sind das Gerät von Andrea Engler, die virtuos an und mit den Stoffen bis unters Hallendach turnte. Anmutig und atemberaubend. An zwei senkrechten Stangen wirbelten Jeannine Wilkerling und Natalie Schönberger mit blonder und dunkler Mähne. Grazil, spektakulär, schwindelfrei – und auf den Rängen die Frage: Wo nehmen sie nur die Kraft her? Zwei Stelzen nur brauchen die Korbacher High-walkers, um auch in Baunatal Höhenluft zu schnuppern.

3 Zentimeter, maximal 4,  ist das mächtig schwankende Schlappseil (weil nicht gespannt) nur breit, auf dem Annette Will balanciert und turnt, als wäre es mindestens so breit wie, sagen wir, ein Schwebebalken. Unglaublich, ihr Gefühl fürs Gleichgewicht, ihre Körperbeherrschung.

4 Muskelmänner aus der Ukraine ließen den Besuchern den Atem stocken. Drei der Sportakrobaten in Weiß sorgten für die Kraftteile, der vierte, schmächtigste, wurde geschubst, geworfen und getreten, schien aber seine gewagte, tolle Flugschau zu genießen.

5 wilde Kerle auf zwei Rädern: Mit ihren Dirt Bikes genannten Spezialfahrrädern preschte und sprang ein Quintett von der Bergstraße über hohe Rampen durch die Halle – und in die Herzen vor allem der jungen Zuschauer. Rasant.

Jahre alt erst sind die  jüngsten Sportakrobaten des KSV Baunatal. Diesmal durften sie gaaaanz lang aufbleiben – und verzückten mit ihrer Gruppe mit Eleganz, Kraft, Beweglichkeit und Anmut. Ein Augenschmaus.

7 sind eins zu wenig: Mit sieben statt acht Paaren präsentierte die Standard-Tanzformation der Kasseler Rot-Weißen ihren Tanguera. Eine Woche vor der Deutschen Meisterschaft in Bremen eine Generalprobe auf stumpfem Boden, ohne Trainer Eugen Khod und doch ein Hingucker.

8 Meter weit wollte Oliver Amanns Partner fliegen, um den Ball im Basketball-Korb zu versenken. Er scheiterte. Spektakulär, und somit schade, dass er keinen zweiten Versuch wagte. Aber die Trampolin-Flugschau von Weltcup-Gewinner Amann mit atemberaubenden Schrauben und Salti, Charme und Humor stellte den Weltrekordversuch ohnehin in den Schatten.

10 fliegende Großväter, ein Hauptmann und Batman: artistisch, clownesk und auf den Punkt geturnt, wandelten Hamburger Polizisten am Trampolin auf Turnvater Jahns Spuren. Ein Knüller und seit Jahrzehnten zeitlos.

13 Programmpunkte gab’s, es ging Schlag auf Schlag. Auch weil die Berliner Elefanten (benannt nach ihrer ersten Nummer vor 25 Jahren) die Besucher mitnahmen auf eine akrobatische Turnreise in die Hemisphäre. Weil Europameister  Eric  Seeger  mit  den Ropeskippern der MT Melsungen die Aktualität von fetzigem Springseilspringen zeigte. Weil die Stadtgarde der Großenritter GCG mit Tempo, Glamour, tollen Kostümen und ganz viel Spaß bewies, dass ihr Tanz große Kunst ist. Und natürlich auch, weil die Flying Superkids aus Dänemark mit einer ganz jungen Truppe von 7 bis 19 Jahren die Herzen der Fans einmal mehr im Sturm eroberten. Allen voran Akrobat Lukas, dessen Eltern in den 1980er-Jahren schon in Baunatal dabei waren.

2800 Zuschauer insgesamt sorgten zweimal für volle Ränge, bestanden voller Begeisterung den jeweils dreistündigen Sitzfleisch-Härtetest und können sich schon jetzt freuen: auf die nächste, 37. Schau. 2017 dann.

Sportschau in Rundsporthalle in Baunatal

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