Löwen Frankfurt können heute ungeschlagen zum DEL2-Titel stürmen

Mit einer Hand am Pokal

Brett Breitkreuz

Kassel. Den EHC Freiburg – in vier Spielen deklassiert. Die Kassel Huskies – ebenfalls ohne Niederlage weggehauen. Und Hauptrunden-Primus Bietigheim Steelers? Auch den fegen die Löwen Frankfurt jetzt förmlich vom Eis. 7:5 und 4:2 auswärts sowie 4:0 auf eigenem Eis gewannen die Südhessen die ersten drei Playoff-Finalspiele unerwartet souverän – und gehen heute um 19.30 Uhr am Ratsweg mit einer Hand am Meisterpokal der zweiten Eishockey-Liga ins vielleicht schon finale vierte Duell.

Keine Frage, wenn Anna Maria Kaufmann vor dem ersten Bully die Nationalhymne singen wird, soll das das Signal sein zum letzten Schritt auf dem Weg zum Titel für den deutschen Meister von 2004. Gründe für Selbstvertrauen gibt es genug. Hier zwei: Seit 18 Spielen nun sind die Löwen ungeschlagen, haben 54 Tore erzielt.

Stürmer C. J. Stretch, der das erste Finale seiner Karriere bestreitet, fasst die Zuversicht in Worte: „Wir denken von Spiel zu Spiel. Aber ich bin da total optimistisch, denn uns würde auch eine Niederlage nicht aus der Bahn werfen. Unser Konzept steht. Am Ende kommt der Sieger aus Frankfurt!“

Und ja, sie haben am Main diesmal auch ein Playoff-Monster: Brett Breitkreuz, der Mann fürs Grobe, kann’s auch filigran. 12 Tore plus 8 Vorlagen hat der 28-Jährige schon gebucht, nur Bietigheims überragender Matt McKnight (9+12) steht noch besser da. Aber: Mit Nils Liesegang (3+16) und Matt Pistilli (5+12) sowie Torwart Brett Jaeger haben die Löwen weitere Sieggaranten.

Trümpfe, von denen Bietigheims Trainer Kevin Gaudet nur träumen kann. Denn einmal mehr fehlen den Steelers mit ihrem traditionell kleinen Kader in der entscheidenden Saisonphase einige ihrer Besten wegen Verletzungen: Frederic Cabana (Kreuzband-riss), David Wrigley (Muskelfaserriss) und Justin Kelly, der in der Hauptrunde nur zehn Spiele bestreiten konnte und nun erneut angeschlagen ist.

„Diese Löwen kann man nur in Bestbesetzung schlagen“, hatte Steelers-Trainer Kevin Gaudet schon nach der wegweisenden 5:7-Heimpleite nach 0:3-Rückstand (19.) „und vielen dummen Strafen“ im ersten Spiel eingeräumt. Und dann alles getan, die Favoritenrolle loszuwerden: „Wir spielen gegen die beste, teuerste Mannschaft der Liga. Mit zwölf neuen Spielern, jeder besser als sein Vorgänger. Mit einem Torwart, der so viel verdient wie unsere vier Ausländer zusammen. Die Löwen sind die München Red Bulls der DEL2“, sagte Gaudet. Damals wohl schon ahnend, dass auch seine Steelers vom Eis gefegt werden könnten.

Von Gerald Schaumburg

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