Elfmal im Nationaltrikot

Der frühere Hammerwerfer Hans Wulff starb in Kassel im Alter von 82 Jahren

Elite in Kassel: 1957 kam der Hammerwurf-Olympiasieger von 1956, Harold Connolly, zum Training nach Kassel, zu sehen sind (von links) die KSVer Hans Wulff und Helmut Freier, dann Connolly und Karl Storch, der 1952 in Helsinki Silber geholte hatte. Fotos:  Regiowiki

Kassel. Elfmal trug Hans Wulff das Nationaltrikot der deutschen Leichtathleten und gehörte als junger Mann zu den besten Hammerwerfern Deutschlands.

Am Donnerstag ist er nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 82 Jahren in Kassel verstorben.

Hans Wulff war Sportler mit Leib und Seele. Wenn er von Früher erzählte, dann hörte sich das manchmal so an, als wäre es erst gestern gewesen. Und wenn er erzählte, dann ging es nicht um seine sportlichen Meriten, dazu war der sympathische „Hanne“ viel zu bescheiden. Es ging um die Geschichte oder Anekdote selbst, nicht um ihn.

1948 kam Wulff von seinem Geburtsort Güstrow in Mecklenburg über Berlin und Lübeck nach Kassel. Sein Vater arbeitete bei Borsig, später bei der AEG. Dort war dann auch Hans Wulff beschäftigt.

Wulff begeisterte sich schon früh für Sport und spielte Fußball beim VfB Lübeck. Kein minderer wie Emil Junghenn entdeckte am Kasseler Goethegymnasium das leichtathletische Talent des hochgewachsenen Blondschopfs. Und so fing Wulff damals beim KSV Hessen mit Speer, Kugel, Diskus und Hammer an. Später war Wulff auch als Gewichtheber aktiv und unter anderem Bundestrainer der Rasenkraftsportler.

Hans Wulff dreht den Hammer im Auestadion.

1960 absolvierte Wulff beim Länderkampf im polnischen Warschau einen seiner ersten Einsätze im Nationaltrikot. „Da waren wohl an die 60 000 Zuschauer im Stadion, eine unbeschreibliche Atmosphäre“, erzählte er einmal. Oder von seinem Erfolg 1962 beim Länderkampfsieg gegen die USA in Stuttgart, als er seinen ewigen Widersacher Hans Fahsl schlug. An den Sektorengrenzen des Wurffeldes waren als Sicht-Markierungen für die Zuschauer für runde Weiten „so Kisten aufgestellt. Und bei einem 60-Meter-Wurf, habe ich den Hammer direkt in so einer Kiste versenkt“.

Hans

Die Bestleistung von Hans Wulff, 62,61 Meter, am 21. Mai 1966 im Kasseler Auestadion erzielt, steht heute noch unter den ersten 30 in der ewigen hessischen Bestenliste. Bis 2003 war Hans Wulff noch aktiv, dann erkrankte seine Frau Trudi, mit der er seit 1963 verheiratet war, und er musste kürzer treten. Trudi Wulff, schon unter ihrem Mädchennamen Dilcher eine erfolgreiche Mehrkämpferin, verstarb im November 2009. Die Trauerfeier für Hans Wulff findet am kommenden Mittwoch um 14 Uhr in der Friedhofskapelle in Vollmarshausen statt. Foto: Fritschler

Alte Fotos von Trudi und Hans Wulff gibt es unter http://regiowiki.hna.de/Historische_Sportfotos#Fotos_aus_dem_Album_von_Hans_Wulff

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