Sprinter Elias Steiner - Dieser Junge ist richtig schnell

In seinem Element: Elias Steiner läuft nach 100 Metern ins Ziel. Foto:  zct

Kassel. Der 14-jährige Sprinter Elias Steiner vom TSV Jahn Gensungen führt die süddeutsche Bestenliste über 100 Meter an. Usain Bolt findet er cool.

Oberschenkel fast wie Gerd Müller und flott unterwegs - im süddeutschen Raum gibt es keinen Schnelleren. Mit 11,35 Sekunden führt Elias Steiner die Bestenliste über 100 Meter in seiner Altersklasse an. Seit Anfang des Jahres hat der 14-jährige Leichtathlet vier hessische Meistertitel eingeheimst. Einen in der Halle, drei im Freien. „Sprint ist mein Ding, vor allem die 100“, sagt Elias fast beiläufig. Dabei ist dieser Junge vom TSV Jahn Gensungen richtig schnell.

Bestätigung gibt’s von seiner Trainerin. In unserer Region sei es lang her, dass ein 14-Jähriger solche Zeiten gelaufen ist, sagt Daniela Augustin, selbst eine ehemalige Sprinterin: „Elias hat Potenzial, das ist mal klar.“ Vor gut einer Woche bei der Süddeutschen Meisterschaft im Kasseler Auestadion brachte der junge Läufer dieses Potenzial allerdings nicht auf die Tartanbahn. Nach 12,23 Sekunden im Vorlauf war Feierabend. Elias sagt: „Das ist ziemlich doof gelaufen.“ Zumal er nicht mal Bestzeit hätte sprinten müssen, um im Finale ganz vorn zu sein.

Blöd nur, dass es zwischen seinem Rennen über 300 Meter und diesem Vorlauf nicht viel Zeit zum Erholen gab. „Nach den 300 hatte ich Kopfschmerzen und musste mich übergeben. Für die 100 fehlte dann die Spritzigkeit“, fasst Elias zusammen. Aber er nimmt’s gelassen und legt diese Erfahrung unter dem Kapitel Lehrgeld ab. Nun will der Leichtathlet bei der Deutschen Meisterschaft im August in Köln angreifen. Für diesen Termin sind die 300 Meter bereits gestrichen.

Mit seiner Mutter lebt Elias in Giflitz im Edertal. Für seine 14 Jahre tritt er zielgerichtet auf und wirkt zugleich entspannt, als könne ihn so schnell nichts aus der Bahn werfen. Usain Bolt fände er cool, aber ein Vorbild sei der Topstar aus Jamaika keineswegs. Überhaupt gäbe es keinen Sportler, dem Elias nacheifert. Auf die Frage, was ihn am 100-Meter-Sprint besonders reize, kommt nicht etwa die Antwort, dass es sich um einen Klassiker handelt oder dass der Kampf Mann gegen Mann etwas Außergewöhnliches ist. Nein. Eilas sagt nüchtern: „Ich bin gut darin. Deswegen macht’s mir Spaß.“ Punkt.

Seit seinem sechsten Lebensjahr flitzt Elias über die Tartanbahn. Sein Herz gehörte immer der Leichtathletik. Gegen eine Profikarriere hätte er nichts einzuwenden. Aber alles schön sachte. Einen wichtigen Schritt macht er diesen Sommer. Dann wechselt er von der König-Heinrich-Schule in Fritzlar an ein Sportinternat in Dormagen am Niederrhein. „Eine tolle Chance“, sagt die Trainerin. „Es wird ungewohnt sein. Aber das Konzept der Schule ist super. Elias war schon immer sehr selbstständig“, sagt die Mutter, Yvonne Steiner.

Und wie beurteilt der 14-Jährige die Aussicht, bald nicht mehr zu Hause zu sein? „Wenn ich nach einem Jahr keine Lust mehr habe, kann ich ja wieder gehen“, sagt Elias. In seinem Fall müsste es besser heißen: richtig schnell wieder gehen.

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