Unser Spiel: Inlinehockey-Team der SG Baunatal/Kaufungen gewinnt die Hessenmeisterschaft

Inlinehockey mit Erfahrung und Klebeband

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Auf Angriffskurs: Max Pohl (links) vom Team Baunatal/Kaufungen versucht in dieser Szene, sich gegen die Hanauer Defensive durchzusetzen.

Baunatal. „Die SG Baunatal/Kaufungen ist haushoher Favorit“, sagt Frankfurts Trainer Rainer Schloss. Es ist kurz vor elf, gleich beginnt das U16-Finalturnier um die Inlinehockey-Hessenmeisterschaft im Sportkomplex Baunatal.

Die Gastgeber haben die Vorrunde mit 23 Siegen und nur einer Niederlage klar für sich entschieden. In der Serie „Unser Spiel“ haben wir die Mannschaft von Herbert Heinrich und Carsten Bauer begleitet. Ob sie ihrer Favoritenrolle auch dieses Mal gerecht werden kann?

Passt, wackelt und hat Luft: Simon Käse (links) und Trainer Herbert Heinrich.

Um 9.45 Uhr trifft sich das Team zur gemeinsamen Vorbereitung. Das Trainerduo geht die Aufstellung durch: Zehn Spieler sind dabei, Heinrich schreibt ihre Namen mit blauem Edding in zwei Blöcken sortiert auf ein Klemmbrett. „Im vermeintlich leichten Spiel gegen Hanau werden wir testen, wie es läuft und schauen, ob wir noch mal umstellen müssen“, sagt die Eishockey-Legende. „Alles wie immer, nix Besonderes, das bringt nur Unruhe.“ Kapitän Linus Bruchhäuser kommt um 10.30 Uhr an den Trainertisch, fragt, wann Heinrich und Bauer in die Kabine kommen. „In zehn Minuten. Komplett fertig machen, auch das Klebeband um die Füße, damit Ruhe ist.“ Heinrichs Anweisungen sind klar. Man spürt seine ganze Erfahrung. Er vermittelt seinem Team, um was es geht, erklärt noch ein paar taktische Dinge. „Ich hab immer ein positives Gefühl“, sagt er. 

Während sich die Mannschaft in der Kabine vorbereitet, organisieren die Mütter den Verkaufsstand. Alina Kopschek, Bruchhäusers Freundin, hängt Wimpelketten und Luftballons auf. Auf Flyern und bei Facebook haben die Gastgeber Werbung für das Turnier gemacht. Es soll schön aussehen, wenn die Zuschauer kommen. Betreuerin Christa Meyer-Quast und ihre Tochter Lisanne organisieren die Zeitnahme, die Musik und stimmen sich mit den Schiedsrichtern ab. Inlinehockey ist in Baunatal ein echter Familienbetrieb: Viele Eltern und Geschwister sind zum Anfeuern gekommen. Auch Linus’ Mutter Karin Bruchhäuser. Dreimal in der Woche fährt die Familie den Sohn von Söhrewald nach Baunatal zum Training - einfache Strecke 25 Kilometer. „Ohne die Eltern geht nichts“, weiß Heinrich.

Um 11 Uhr geht’s los: 20 Spieler klopfen mit ihren Schlägern zur Begrüßung auf den Hallenboden. Nach 84 Sekunden führt die SG Baunatal/Kaufungen mit 1:0. Zweimal fünfzehn Minuten später steht es 9:1, Hanau war der erwartet schwache Gegner. Heinrich ist zufrieden. Umgestellt wird nicht. Vier Stunden später im Finale sichert sich der Favorit mit einem 9:4-Erfolg gegen Langen die Hessenmeisterschaft.

Mit LaOla, Humba und einer Bierdusche für Co-Trainer Bauer feiern die Jungs ihren Erfolg. Heinrich ist da längst beim Huskies-Spiel in der Eissporthalle. „Glück gehabt“, sagt Fynn Werner. Der 15-Jährige ist nicht nur Top-Scorer der Liga geworden, sondern darf auch den Pokal für den besten Spieler der Saison entgegennehmen.

Den Hessenpokal hat Kapitän Bruchhäuser mit nach Hause genommen. „Da wechseln wir jetzt durch“, erklärt Werner. Sportlich sind derweil noch nicht alle Ziele erreicht: Am 22. Oktober spielt die SG Baunatal/Kaufungen in Mannheim um die Deutsche U16-Meisterschaft. Einen Favoriten gibt es diesmal nicht.

Von Carina Wagener

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