Traditionsveranstaltung: Bis 1991 gab es den Staffellauf Wilhelmshöhe - Kassel

Erkannt am blauen Punkt

Die Teilnehmer der TG Wehlheiden beim Staffellauf Wilhelmshöhe - Kassel im Jahr 1952 im Hof der Gaststätte Strack in der Ziegelstraße mit (ganz hinten von links) Pfeiffer, Kirstein, Emmy Schulz, (hinten) Ursel Matthäus, N.N., Friedel Matthäus, Albert Klein, Knut Schnitzerling, Herbert Deisenroth, Manfred Sauerbrei, Manfred Mauermann, Dieter Reitze, Peter Fischer, N.N., Manfred Tauber, N.N., Linkenbach, Bernd, Kurt Kaiser (dazwischen) Heinz Mell, Rudi Heer, Peter Schnitzer, Werner John, (Mitte) Karl Denn, Bernd Brosche, Frank Brosche, Sieglinde John (heute Mand), Helga Herzog, Christa Werner, N.N., Hiltrud Sinning, N.N., Christa Lecke, Katzi Stübecke, N.N., Pfeiffer, Eduard John, (vorn) N.N., N.N., N.N., Pfeiffer, N.N., Karin Stranz und Ingrid Schönhard. Foto: Regiowiki

KASSEL. Er war eine der Traditionsveranstaltungen in der Stadt, der Staffellauf Wilhelmshöhe – Kassel. 106 Jahre hätte er in diesem Frühjahr auf dem Buckel, wenn es ihn denn noch gäbe. Doch am 28. Mai 1991 fiel mit der 73. Auflage zum letzten Mal der Startschuss für den Wettbewerb, der die Läuferinnen und Läufer in seinen Glanzzeiten auf der Wilhelmshöher Allee vom Straßenbahndepot bis zur alten Torwache am Eingang zur Innenstadt führte. Irgendwann hatte einfach das Interesse der Vereine nachgelassen.

Am 27. August 1911 erlebten Kasseler Bürger etwas Aufsehen erregendes, so beschrieb der Kasseler Journalist Horst Biese einmal den ersten Staffellauf von Wilhelmshöhe nach Kassel.

Der legendäre Hugo Brinkmann, damals Betreuer der Kasseler Sportjugend, hatte die Idee. Und der Fußballer Hans Tölke sowie Ernst-August Kampmann von den Schwerathleten wurden seine Mitstreiter. Diese drei machten sich Anfang des Jahres 1911, „angetan mit Frack und Zylinder“ auf den Weg zum Herrn Oberpräsidenten, um ihn zu bitten, das Protektorat für den Staffellauf zu übernehmen. Dieser sagte zu und stiftete sogar einen Wander-Ehrenpreis.

Der Staffellauf Wilhelmshöhe – Kassel sollte für alle Zeiten nicht von einem Verein, sondern von einem Ausschuss aller Kasseler Turn- und Sportvereine ausgerichtet werden.

Und so nahmen am ersten Staffellauf am 27. August 1911 vier Mannschaften teil: Die Turner mit deren zwei, die Schwerathleten und Fußballer mit je einer. Die Fußballer gewannen vor den Turnern und Schwerathleten. Frauen waren noch keine dabei.

In den Jahren danach wurde der Staffellauf Wilhelmshöhe - Kassel zu einem Morgen füllenden Programm, unterbrochen nur durch den Zweiten Weltkrieg. Am 23. Mai 1948 fand der erste Staffellauf nach dem Krieg dann wieder statt, bis 1991 Schluss war.

Sieglinde Mand (geborene John) und Frank Brosche, die sich kürzlich anlässlich ihrer Goldenen Konfirmation trafen, waren in den ersten Jahren beim Staffellauf für die TG Wehlheiden dabei. Brosche (Jahrgang 1941) stammt aus der früheren Metzgerei in Wehlheiden, Mand (Jahrgang 1940) aus der sportbegeisterten Sippe der Johns.

Und beim letzten Treffen kam auch die Sprache auf den Staffellauf und Sieglinde Mand kramte danach alte Fotos aus, die sich im Besitz ihres 1982 verstorbenen Vaters Eduard befanden. Die damals üblichen Miniaturfotos wurden vergrößert und dann setzten sich Mand und Brosche zusammen und identifizierten den Großteil der Teilnehmer der TGW auf den zwei Bildern, die aus den Jahren 1950 und 1951 stammen müssen.

Auf einem der Fotos haben die Wehlheider einen blauen Punkt auf dem Trikot. „Die Vereinsabzeichen waren nicht rechtzeitig fertig geworden“, sagt Brosche. „Und da hat man einfach einen blauen Punkt drauf gemacht, damit wir uns bei der Staffel erkannten.“

Foto: Fritschler

Vo Peter Fritschler

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