Vor Ort beim Tischtennis-Neujahrsturnier des TTC Elgershausen in der Schauenburghalle

Erst um 5.13 Uhr ist Schluss

Zum Haare raufen: Dominique Lux von der FT Niederzwehren.

Schauenburg. Was haben Eulen und die Teilnehmer des HUK-Cups in Hoof gemeinsam? Richtig, sie sind nachtaktiv. Für ein Wochenende drehte sich bei der 56. Auflage des Tischtennis-Neujahrsturniers alles um den kleinen Ball. Und wie es die Tradition vorsieht, blieben die Lichter in der Schauenburghalle lange an. Am frühen Samstagmorgen um 5.13 Uhr war der erste Turniertag beendet. Nur wenige Stunden später fand der Tischtennis-Marathon seine Fortsetzung. Der Tag nach einer langen Nacht:

Fliegende Tischtennisbälle soweit das Auge reicht – das ist der erste Eindruck beim Betreten der Halle. Erstmal durchzählen. 19 Platten stehen auf dem Parkett. Kaum eine bleibt unbesetzt. Halbgeöffnete Sporttaschen zieren die Tribüne. Ihre Besitzer sind auf einen langen Tag augenscheinlich gut vorbereitet: Brot, Wasser, Obst, Müsliriegel – die Taschen prall gefüllt mit Proviant. Bananen sind der absolute Renner.

Der zweite Turniertag ist bereits in vollem Gang. Tolle Ballwechsel soweit das Auge reicht. Es fällt schwer, sich auf eine Platte zu konzentrieren. Den Überblick behält Turnierleiter Marcus Peter. Zugegeben: leichte Augenringe hat er schon. Kein Wunder, eine lange Nacht steckt ihm in den Knochen.

„Man gewöhnt sich schnell daran“, sind seine Worte. Seit knapp 20 Jahren kümmert sich Peter um die organisatorischen Dinge rund um das vom TTC Elgershausen ausgerichtete Turnier. Übrigens: diesmal gab es keinen Rekord zu vermelden. Die 5.51 Uhr-Marke aus dem Vorjahr bleibt also die längste Nacht in der Geschichte des Tischtennis-Klassikers. Peter ist nicht ganz unglücklich darüber. „Diesmal war ich ein wenig früher im Bett“, sagt er.

Vielleicht nicht früh im Bett, aber früh ausgeschieden ist am Vortag ein alter Bekannter: Michael König, ehemaliger Spieler des TTC. Für ihn und seinen Partner vom TuS Rosenberg scheint kein Weg zu weit zu sein. Sie reisten aus der Nähe von Nürnberg an – etwa 350 Kilometer Anfahrt. Für beide war bereits im Viertelfinale Schluss.

Apropos Viertelfinale: Auch Harald Menges ist soeben mit seiner Mannschaft in das Viertelfinale der D2-Klasse eingezogen. Er spielt für den Gastgeber Elgershausen. Und nun heißt es: warten. „Die Warterei zwischen den Spielen ist das Schlimmste. Man muss versuchen, die Spannung zu halten. Das ist nicht immer ganz einfach“, sagt der 56-Jährige. Ihn hat die Faszination Tischtennis vor fünf Jahren gepackt. Wie der Vater, so der Sohn – heißt es ja so schön. Bei Menges ist es genau anders herum. „Meine Söhne haben mich für Tischtennis begeistert. Es hat von Anfang an Spaß gemacht, und seither stehe ich an der Platte“, erinnert er sich. Seinem Team bleibt später der Sprung ins Halbfinale verwehrt. Gegen den TSV Naumburg III verliert seine Mannschaft 0:3.

Für die einen ging es um ein sportlich gutes Abschneiden. Für andere um den Spaß. Festzuhalten bleibt, dass es regen Zuspruch gab. Die Neuerungen wie beispielsweise gemischte Vereine in einer Mannschaft oder eine neue Einteilung bei Schülern und Jugendlichen nach QTTR-Werten trugen sicher ihren Teil dazu bei. Es ist und bleibt ein Turnier der ganz besonderen Art. Kein Weg zu weit, keine Uhrzeit zu spät. Foto: Hedler/nh

Von Raphael Wieloch

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