KSV-Legende war erst Leichtathlet

Keiner war beim KSV schneller: Otto Kastl wird 70 Jahre alt

Artistisch: Otto Kastl (vorn) klärt vor dem KSV-Tor. Hinter ihm Libero Friedel Mensink. Die Szene entstand im 17. März 1974, beim 1:3 des KSV Hessen in Heilbronn. Archivfoto: Baumann

Kassel. Es gab beim Fußball-Regionalligisten KSV Hessen wohl keinen Stürmer, der in punkto Schnelligkeit mit Otto Kastl Schritt halten konnte.

Der wieselflinke Rechtsaußen machte als jugendlicher Leichtathlet vor allem auf der 100-m-Strecke von sich reden. Zusammen mit Klaus Ehlert, Rainer Gau und Bernd Jacob gewann er – noch als B-Jugendlicher - bei der deutschen A-Jugendmeisterschaft 1965 den Titel in der 4x100-m-Staffel. Auf der Aschenbahn in Bremerhaven benötigte das Quartett des KSV Hessen nur 42,5 Sekunden.

Doch schon bald wechselte Leichtathlet Kastl, der heute 70 Jahre alt wird, ins Fußballlager. Für die Löwen bestritt er von 1967 bis 1975 insgesamt 262 Punkte-Partien. Seine Sternstunde erlebte er beim 3:0-Heimsieg gegen Fürth, als ihm alle drei Treffer gelangen. „Trotz Löwers Glanzparaden drei Kastl-Tore“ titelte tags darauf der Kicker. Als Heinz Baas 1973 das Traineramt von Toni Hellwig übernahm, rückte Kastl vom Angriff in die Abwehr. Viele gegnerische Stürmer bissen sich fortan am schnellen Otto die Zähne aus.

1975 schloss sich Kastl dem KSV Baunatal an, mit dem er ein Jahr später den Aufstieg in die 2. Bundesliga schaffte. „Wegen einer Achillessehnen-Entzündung musste ich in Baunatal oft mit dem Reservistendasein vorlieb nehmen“, bedauert er noch heute.

Hin und wieder trifft der Jubilar auf ehemalige Kollegen der Löwen, „wenn ich eine Einladung zu den Heimspielen erhalte und wir dann im VIP-Bereich des Auestadions schnuddeln können.“

Gespannt blickt Kastl auf die Saison im Jugendfußball: „Dann schaue ich mir die Spiele meiner beiden Enkel an, die in der A- und D-Jugend des FC Homberg auf Punktejagd gehen.“ Sportlich fit hält sich Hobbygärtner Kastl nicht nur auf seinem 2500 Quadratmeter großen Gudensberger Grundstück, sondern auch im Fitnessstudio, das er dreimal in der Woche besucht. Darüber hinaus legt er jedes Jahr das Sportabzeichen ab, „nun schon zum 28. Mal“, wie er stolz erklärt. Als 70-Jähriger nimmt er künftig die 50 m, den Weitsprung, das Kugelstoßen und das 7,5-km-Walken in Angriff.

Die Geburtstagsfete steigt nicht heute, sondern erst Anfang September. Dann trifft sich die Kastl-Familie mit einer befreundeten Familie in deren Baunataler Schrebergarten.

Von Günter Grabs

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