Dietmar und Jeanine Brandt dominieren Rennserie

Familienduell um die Deutsche Meisterschaft im Rallycross 

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Deutscher Meister und Vizemeister aus einer Familie: Jeanine (links) und ihr Vater Dietmar Brandt haben beim Rallycross eine erfolgreiche Saison hinter sich. 

Kassel – Vater und Tochter, ein naturgemäß spezielles Verhältnis. Bei Dietmar und Jeanine Brandt aus Kassel ist das nicht anders. Dabei verbindet das gemeinsame Hobby Rallycross die beiden in einem besonderen Maß. Bitte anschnallen: Wir stellen sie vor.

Würde es einen Titel im Pendeln geben, wäre Jeanine Brandt sicher Deutsche Meisterin. Sie ist ständig auf Achse zwischen Kassel, Stuttgart, Düsseldorf und Bayreuth. Aber bis dafür Pokale vergeben werden, muss sich die 24 Jahre alte Studentin wohl erst mal mit der Deutschen Vizemeisterschaft im Rallycross zufrieden geben. Längst ist sie eine feste Größe in der Szene. Was bei ihr als angedachtes „Fahrsicherheitstraining“ begann, entwickelte sich zu einer bis heute andauernden Erfolgsgeschichte.

Aber was ist Rallycross eigentlich? „Motorsport in seiner sichersten Form“, meint Papa Dietmar. Auf kurzen Rundkursen geht es darum, mit seinem Fahrzeug als Erster ins Ziel zu kommen. Dabei messen sich die Fahrer anders als bei der klassischen Rallye in Kleingruppen im direkten Vergleich. „Das macht diesen Sport so spektakulär“, sind sich Dietmar und Jeanine einig. Der Straßenbelag wechselt dabei zwischen Asphalt und Schotter. Es geht also ein wenig dreckig zu. Was den Brandts aber nichts ausmacht. Eigentlich mehr Leidenschaft als Hobby – das ist für die beiden Rallycross.

Die diesjährige Saison ist bereits beendet. „Um Depressionen vorzubeugen, ist ein Winterfahrtraining eingeplant“, sagt Jeanine schmunzelnd. Sie ist nun zum zweiten Mal in Folge Deutsche Vizemeisterin geworden. Ob der Meistertitel in der kommenden Saison folgen soll? „Ich bin da nicht verbissen. Trotzdem würde ich mich natürlich freuen“, gesteht sie ein.

Dass Dietmar und Jeanine gemeinsam die europaweiten Rennstrecken unsicher machen, hatte sich lange nicht angedeutet. So hatte Jeanine bis zu ihrem 18. Lebensjahr nichts mit Motorsport am Hut. Bis der Führerschein kam. Und bis ein Anruf eines Kumpels den Motor gewissermaßen wieder zum Laufen brachte. „Ich bin früher schon gefahren, war dann aber knapp 20 Jahre raus. Und eines Tages rief mich ein Freund an, der mir erzählte, dass es in Schlüchtern eine Rennstrecke gibt, die man am Wochenende nutzen kann“, erinnert sich Dietmar Brandt, der aktuell amtierender nationaler und internationaler Deutscher Meister ist. Und so kam eben eins zum anderen. Der Reiz war wieder da.

Und der Funke sollte schon bald auf seine Tochter überspringen, die eigentlich zunächst nur ihre eigenen Grenzen austesten wollte. Dass sie ihn erst im September bei einem Rennen in Belgien zum ersten Mal im direkten Vergleich abschüttelte, macht den Papa freilich stolz. Und der Haussegen hänge deshalb nicht schief.

Auf die kommende Saison freuen sich beide schon. Dann geht es wieder zusammen auf die Rennstrecken - egal ob in Deutschland, Österreich, Ungarn, Belgien oder den Niederlanden. Und dann heißt es: „Auf Biegen und Brechen versuchen, als Erster in die Kurve zu kommen“, wie Dietmar Brandt sagt.

Von Raphael Wieloch

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