Vor Ort: Beim prominent besetzten Fußballturnier für Freizeitmannschaften

Fast alles genau wie früher

Genossen das Wiedersehen: (hinten von links) Derek Arndt, Andreas Steinhaus, Marco Mason, Mario Bierschenk, Achim Herwig, Holger Brück sowie (vorn von links) Moamer Kosovac, Hubert Schramowski, Michael Mason, Frank Höhle und Dragan Grbavac. Foto: Koch

kassel. „Genau wie früher!“ – ständig war dieser Kommentar der Zuschauer zum sportlichen Geschehen zu vernehmen. Kein Wunder, denn „früher“ erstreckte sich bei den meisten Fußballern des Turniers für Freizeitmannschaften in der Kasseler Heisebachhalle über einen beträchtlichen Zeitraum. Die meisten von ihnen haben die aktive Laufbahn längst beendet. Aber egal – man kannte sich bestens, und so geriet das Turnier zu einer Art Klassentreffen der nordhessischen Fußballszene.

Erstaunlich, dass die Spieler bei allem Halli und Hallo Zeit zum Kicken fanden. Nicht immer wurde klar, was wichtiger war: das Wiedersehen und die Unterhaltungen oder das Spielen selbst. Doch keine Bange: Wenn der Ball erst einmal rollte, stellte sich auch der Ehrgeiz ein. Höheres Alter hin oder her. Wie früher eben.

Nach dem Abpfiff der Gruppenspiele allerdings verschwanden die Spieler schnell wieder auf der voll besetzten Tribüne oder im gut gefüllten Foyer, um die Gespräche fortzusetzen. Man sieht sich schließlich nicht alle Tage, und daher fragt sich, warum ein solches Turnier erst jetzt veranstaltet wurde.

„Für ein anderes Turnier hätte ich das nicht getan.“

Sven Seifert

„Das haben wir uns auch gefragt. Wir kennen uns doch alle untereinander und so lag es nahe, die älteren Herrschaften von früher zu versammeln“, sagt Mario Bierschenk. Andreas Steinhaus, Achim Herwig und er, allesamt dem Fußball in Zwehren lange verbunden, entwickelten die Idee und veranstalteten das Turnier für den TSV Oberzwehren. Der Erfolg gab ihnen recht, und so verwundert es nicht, dass viele eine Wiederholung im nächsten Jahr anregten. Auch wenn dann wieder Opfer gebracht werden müssen wie von Sven Seifert. Der Olympianer ließ sein Ticket für den BVB-Fanbus zum Spiel in Leverkusen sausen. „Für ein anderes Turnier hätte ich das nicht getan. Hierfür schon“, sagte er. Zumal er im Foyer das verpasste Spiel immerhin zusammen mit vielen anderen im Fernsehen verfolgen konnte.

Besonders guter Dinge war nach ihrem 3:2-Finalerfolg über Guxhagen die Mannschaft aus Schauenburg, für die Schlussmann Lars Kosicke den Tombrink-Cup in die Höhe stemmte. Gern gekommen waren jedoch alle, auch Thomas Kneuer und Horst Knauf. Oder KSV-Legende Holger Brück. Den Libero gab der 67-Jährige freilich nicht mehr. „Man muss sich einschätzen können. Wenn einer von den Jüngeren vorbeizieht, wird es schwierig“, wusste er und spielte eher offensiv.

Wobei das Tempo beachtlich war, obwohl die Routiniers längst nicht mehr ihr optimales Gewicht bringen. Außer Moamer Kosovac. Während die meisten zulegten, nahm „Mucky“, in seiner aktiven Zeit eher füllig, ab. „Ich habe ja früher nur vorn rumgestanden. Da kann ich jetzt doch richtig laufen“, betonte der Ex-Torjäger. 20 Kilo leichter ist er nun und läuft Marathon. Was seine Qualität als Knipser nicht mindert, auch wenn ein Treffer kurios wirkte. Weshalb ein Zuschauer ironisch anmerkte: „Der trifft den Ball nicht richtig und trotzdem geht er rein. Genau wie früher.“ Fotos: Koch/nh; privat/nh

Von Wolfgang Bauscher

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