Skaterhockey-Team der Kassel Wizards steigt nach 7:5-Krimi in die Bundesliga auf

Feier nach furiosem Finale

Grenzenloser Jubel: Daniel Preuß und Sven Mecke bejubeln den Bundesliga-Aufstieg. Foto:  Schachtschneider

Baunatal. Als nach einem fast zweistündigen Krimi im Baunataler Sportkomplex die Schlusssirene ertönte, kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Die Skaterhockey-Spieler der Kassel Wizards lagen sich in den Armen, auf der übervollen Tribüne wurden die Humba sowie „Nie mehr zweite Liga“-Gesänge angestimmt und das Freibier, das die Sponsoren im Falle eines Aufstiegs in Aussicht gestellt hatten, floss in Mengen. Mit dem 7:5 (2:2, 0:2, 5:1)-Erfolg im letzten Playoff-Spiel gegen die Sauerland Steelbulls machten die Wizards den Aufstieg in die 1. Bundesliga perfekt – als einziger hessischer Vertreter und erst drei Jahre nach ihrer Gründung.

„Wir haben Werbung für unseren Sport betrieben. Wer heute zum ersten Mal da war, wird mit Sicherheit wiederkommen“, schwärmte Trainer Christoph Bierschenk. Ihm war es gelungen, seine Mannschaft vor dem entscheidenden Drittel und nach einem 2:4-Rückstand aufzubauen und neues Selbstvertrauen zu geben.

Die zweimalige Wizards-Führung im ersten Drittel durch Timo Heinrich (4.) und Sven Mecke (15.) konnten Sauerlands Jakub Bernad (13.) und Sascha Jacobs (15.) jeweils ausgleichen. Im zweiten Drittel ließen sich die Wizards den Schneid abkaufen. Trotz Unterzahl gelang Jakub Bernad das 3:2 für die Steelbulls (21.) und Mirko Reinke erhöhte auf 4:2 (31.). In der Pause fand Bierschenk die richtigen Worte: „Solche Spiele werden im Kopf und im Herzen entschieden. Das habe ich der Mannschaft klar gemacht.“

Von Beginn an spielte Kassel Powerplay, Sauerland hatte zunächst Glück und mit Torwart Jonas Mohr einen überragenden Rückhalt. Sein Gegenüber Dominique Morton war dagegen nahezu beschäftigungslos. „Es ist brutal, in dem Moment so machtlos zu sein und mitanzusehen, wie das Ding vorn nicht ins Tor will“, meinte Morton später. Doch nach 48:22 Minuten war es endlich so weit: Andre Haaf erzielte den Anschlusstreffer.

Die 370 Zuschauer sorgten für Stimmung und peitschten die Wizards nach vorn. Diese machten ihrem Namen alle Ehre und begannen zu zaubern. Matthias Möller traf zum 4:4 (53.), ehe Sven Mecke einen tollen Pass auf Daniel Preuß spielte, der zur 5:4-Führung verwandelte (55.). Doch nur eine Minuten später war Bernad zur Stelle und traf mit seinem dritten Tor zum Ausgleich. Fast hätte Mike Grünschläger sogar die erneute Gästeführung erzielt, scheiterte aber am Pfosten. Den direkten Konter verwandelte Sven Mecke zum 6:5 (58.). In der Schlussminute ging Sauerland Risiko und setzte den fünften Feldspieler ein. Daniel Preuß eroberte sich den Ball und traf 24 Sekunden vor dem Ende ins leere Tor zur Entscheidung. Der Rest war rot-weißer Jubel.

Von Tobias Kisling

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