Als Grün seine Lieblingsfarbe wurde

Felsberger Handball-Legende Franz Wagner wird 70: Würdigung von A bis Z

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Es geht zur Sache: Franz Wagner wird im Regionalligaspiel zwischen Gensungen und Griesheim, das die Jahner am 23. Januar 1982 mit 16:14 für sich entschieden, hart bedrängt. 

Felsberg. In den Siebziger- und Achtzigerjahren war er der beste Handballer dieser Region. Franz Wagner, der im Stadtteil Altenbrunslar lebt, wird 70. Wir würdigen ihn von A bis Z.

A wie Arm

„Ich werde nie für Jahn Gensungen spielen. Bevor es so weit käme, würde ich mir lieber meinen rechten Arm abhacken.“ Das sagte Franz Wagner Ende der Sechzigerjahre zu seinen Mitspielern von Eintracht Felsberg. Zehn Jahre später erzielte er mit dem besagten Körperteil 90 Tore in der Handball-Bundesliga. Im Trikot von Jahn Gensungen.

B wie Baunatal

Der KSV Baunatal war eine von den vier Stationen in Wagners Karriere. Ende der Sechzigerjahre spielte er dort in der Regionalliga.

C wie Charlottenburg

Nach dem 20:13-Heimsieg gastierte Jahn Gensungen am 7. Mai 1978 zum entscheidenden Spiel um den Aufstieg in die Bundesliga im Berliner Stadtteil Charlottenburg bei den Reinickendorfer Füchsen. Wagners Gensunger unterlagen zwar 11:17, aber das reichte knapp, um den Triumph perfekt zu machen.

Zeitungsausschnitt aus der HNA vom 2. Mai 1978

D wie Dekaris

Vinco Dekaris war Spielertrainer des KSV während Wagners Baunataler Zeit. Franz Wagner sagt: „Es war mein erstes gezieltes Hallenhandball-Training.

E wie ESG

Die ESG Gensungen/Felsberg ist für Wagner die ideale Spielgemeinschaft. Sie vereint seinen Heimatverein Eintracht Felsberg mit dem TSV Jahn Gensungen, mit dem er in der Saison 1978/1979 sogar erstklassig war.

F wie Freiwurf

Was beim Hallenhandball nur selten passiert, hat Wagner in der Bundesligasaison 1978/1979 zweimal geschafft. Er hat einen Freiwurf direkt verwandelt.

G wie Grün

Zu einer Gartenparty erschien Wagner einst in einer grünen Sporthose, aber nach mehreren Kaltgetränken wurde das Beinkleid dem Lagerfeuer übergeben. Grün war die für Felsberger verbotene Gensunger Farbe.

H wie Heimatverein

Wurde groß geschrieben im Edertal. So blieben eingefleischte Gensunger Fans den Spielen ihres TSV Jahn zunächst fern, weil dieser den Felsberger Franz Wagner verpflichtet hatte.

I wie Ilka

So heißt Wagners Tochter. Zum engeren Familienkreis zählen noch Ehefrau Brigitte und Sohn Andreas.

J wie Jahn

Für Jahn Gensungen war Wagner mit einer Unterbrechung von 1977 bis 1996 aktiv. Grün war jetzt seine Lieblingsfarbe.

K wie Kurhessenhalle

In Zwehren bestritt Wagner seine ersten Hallenhandballspiele. Unter der Woche wurden Schweine ihren potenziellen Schlachtern präsentiert. Der Gestank hatte sich an den Wochenenden noch nicht verzogen.

L wie Landwirtschaft

Die Nebenerwerbs-Landwirtschaft seiner Eltern war für Franz Wagner ein rotes Tuch, denn öfter als ihm lieb war, musste er im Schüleralter Nachmittage auf dem Acker statt auf dem Handballplatz verbringen.

M wie Maschinenschlosser

Wagners erlernter Beruf, den er fast 50 Jahre im Ausbesserungswerk der Bundesbahn in Kassel ausübte.

Der Anekdotenerzähler: Ex-Handballer Franz Wagner erinnert sich.

N wie Nettelstedt

Der Tus Nettelstedt zählte zu den Gensunger Gegnern in der Bundesligasaison 1978/1979. Die führenden deutschen Handball-Mannschaften hießen damals TV Großwallstadt, VfL Gummersbach, Grün-Weiß Dankersen und TV Hofweier.

O wie Ost-/Mosheim

Die Mannschaft aus den Malsfelder Ortsteilen Ostheim und Mosheim profitierte in der Saison 1987/1988 von ihrem Spielertrainer Franz Wagner.

P wie Pavlovic

Auf den Jugoslawen Dragoslav Pavlovic hatten die Gensunger große Hoffnungen gesetzt. Aber der Aufstieg in die Bundesliga gelang erst, als Pavlovic von Wagner abgelöst wurde.

R wie Radfahren

Betreibt Wagner heute so leidenschaftlich wie früher das Handballspielen. Pro Jahr sitzt der 70-Jährige 4000 Kilometer im Sattel.

S wie Skifahren

Eine Woche Skiurlaub pro Jahr gehört zu Wagner wie sein Fahrrad. Ein bevorzugtes Ziel: Südtirol.

T wie Tore

Mit 90 Treffern landete Wagner in der Bundesligasaison 1978/1979 auf dem elften Platz der Torjägerliste. An der Spitze rangierten die Weltmeister Arno Ehret und Joachim Deckarm.

U wie Uwe

Im entscheidenden Spiel bei den Füchsen tauchte im Gensunger Team auf Linksaußen ein 18-Jähriger Jugendspieler auf, den die Berliner nicht auf der Rechnung hatten. Uwe Waldschmidt wurde später Wagners sportlicher Ziehsohn und sagt: „Ich bin bei Franz durch eine harte Schule gegangen und habe dabei viel gelernt.“ Weitere Akteure der Aufstiegsmannschaft waren die Torhüter Jürgen Busse und Manfred Umbach, die Rechtsaußen Uli Kranz und Kalli Barthelmey, Boban Selec im rechten Rückraum, die Spielmacher Uli Faber und Peter Barthelmey als Spielertrainer, Kreisläufer Jochen Boland, Jürgen Steinbach im linken Rückraum und Linksaußen Jörg Anacker.

V wie Verkehrsübungsplatz

In der Nähe des Baunataler Stadtteils Hertingshausen setzen sich viele Autofahrer in spe dieser Region erstmals hinter das Steuer. Eine Woche pro Monat hat dort Rentner Wagner die Aufsicht.

W wie Wikipedia

Brandneu ist der Eintrag im digitalen Nachschlagewerk. Der Felsberger Peter Pfaff hat Wagner den Beitrag praktisch zum Geburtstag geschenkt.

Z wie Zusammenkünfte

Vier Treffen pro Jahr mit früheren Mitspielern sind gern wahrgenommene Pflichttermine. Dem Vernehmen nach geht es meistens lustig zu.

Felsberger Handball-Legende Franz Wagner wird 70

Eintracht Felsberg, Schülermannschaft von 1960: Hinten von links: Harald Bernhardt, Dieter Clobes, Volker Bernhardt. Vorn Richard Hepp, Norbert Bernhardt, Franz Wagner. © Peter Pfaff
1964: Eintracht Felsberg, A-Jugend, Vize-Nordhessenmeister. Hinten von links: Gerhard Fenge, Franz Wagner, Werner Freudenstein, Richard Hepp, Walter Werner, Willi Priester, Karl Vollenbruch. Mitte von links. Norbert Bernhardt, Herbert Kinnback, Helmut Nerling, Dieter Clobes, Peter Fülling. Vorn von links: Reinhard Siehl, Werner Emmeluth, Karl-Heinz Heise, Volker Bernhardt © Peter Pfaff
Eintracht Felsberg, 1. Mannschaft 1967: hinten von links : Gerhard Mainz, Helmut Servos, Adolf Kraft, Gerhard Schmidt, Werner Freudenstein, Hans Rößler, Karl Imming; Mitte von links : Herbert Heller, Herbert Kinnback, Franz Wagner, Heinz Imming; vorne : Dieter Clobes, Helmut Nerling, Hartmut Nass. © Peter Pfaff
Melsunger Kreisauswahl 1969: Hinten von links: Kreislehrwart Ernst Blumenstein (Körle), Kurt Wenderoth (Felsberg), Hans-Friedrich Koch (Gensungen), Burkhart Prinz (Gensungen), Klaus Müller (Gensungen), Franz Wagner (Felsberg), Mitte von links: Rudi Horstmann (Deute), Jochen Boland (Gensungen), Fritz Zapke (Deute), Günter Horstmann (Deute). Vorn von links: Karl Ludwig (Melsungen), Helmut Nerling (Felsberg), Manfred Schlegel (Deute), Peter Schröder (Körle). © Peter Pfaff
1971: Der KSV Baunatal in der Regionalliga. hinten von links: Heinrich Siebert, Karl-Otto Barthelmey, Franz Wagner, Manfred Schlegel, Vinco Dekaris, Vlado Pezic. Vorn von links: Wilfried Berninger, Horst Käse, Hans Hartung, Norbert Götz, Werner Wicke, Gerhard Krug. © Peter Pfaff
1973: Eintracht Felsberg ist Meister der Verbandsliga Nord. Hinten von links: Adolf Kraft, Peter Pfaff, Peter Heinrich, Franz Wagner, Helmut Servos, Werner Freudenstein, Kurt Wenderoth, Spartenleiter Erich Belz. Vorn von links: Rainer Alter, Herbert Kinnback, Dieter Clobes, Georg Salzmann, Konrad Wagner, Karl-Heinz Pekrul. © Peter Pfaff
2013: Felsberger Handball-Legenden treffen sich zum 150. Bestehen. Von links: Franz Wagner, Karl-Heinz Pekrul, Werner Freudenstein, Peter Pfaff, Friedel Kleinmann, Karl Imming, Helmut Lange, Herbert Heller, Dieter Clobes, Helmut Servos, Kurt Wenderoth. Vorn: Stefan Schmidt. © Peter Pfaff

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