Als Flottweg zwei Titel gewann

Historische Sportfotos: Kasseler Radsportler vom RSV 1924 blicken auf zahlreiche Erfolge zurück

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Hermann Werhahn im Jahr 1921.

Kassel. Die Fotos sind fast 100 Jahre alt, das sieht man ihnen an. Trotzdem sind sie nicht vergilbt, denn bis vor Kurzem waren sie noch in einem Album. Hartmut Kamphausen, bis zum Januar 2010 Vorsitzender des Radsport-Bezirks, hat sie von der Familie Hermann Werhahns bekommen. Und der Ehrenvorsitzende des RSV Flottweg stellte sie nun dem HNA-Regiowiki zur Verfügung.

Hermann Werhahn gehörte sicher zu den erfolgreichsten Radsportlern der Region. Der Rothenditmolder, am 19. Mai 1901 geboren, verstorben 1995 kurz vor seinem 94. Geburtstag, startete erst für den RV 99, später für den RSV 1924 Flottweg.

Beim RV 99 war Werhahn als Radballer und Kunstradfahrer erfolgreich, nach der Gründung von Flottweg in gleicher Weise für die Rothenditmolder.

Flottweg wurde 1924 gegründet, da sich die Saalradsportler beim damaligen RSC 1899 Rothenditmold als Stiefkinder fühlten. So kamen die sieben Gründer des Vereins, Schneider, Völker, Henkel, Lein, Werhahn, Nuhn und Rohpeter außer Hermann Lein alle vom Saalradsport. Bald stellten sich nach der Gründung dann die ersten Erfolge für den RSV ein.

Erfolgreich: Der meisterliche Flottweg-Reigen auf dem Hauptbahnhof in Halle im August 1930 bei den Deutschen Meisterschaften mit (von links) Otto Schneider, Hermann Werhahn, Albert Müller, Georg Nuhn, Reinhold Usinger, Willy Momberg, Willy Sauer, Martin Henkel und Hermann ?, im Zugfenster rechts sind Frau Mohr vom Dürkopp-Händler und Wilhelm Rudolph (RSC 99).

Bei den Deutschen Meisterschaften 1926 in Stettin wurden Friedel Völker und Georg Nuhn im 2er-Kunstradfahren auf Anhieb Vizemeister.

Im gleichen Jahr war in Gießen die hessische Verbands-Meisterschaft im 6er-Kunstreigen, und der RSV Flottweg siegte mit Völker, Schneider, Henkel, Werhahn, Nuhn und Usinger. Vom Jahr 1926 ab wurden alle Meisterschaften im damaligen Gau 17a des Bundes Deutscher Radfahrer im Einer-, Zweier- und Sechser-Kunstradfahren sowie Zweier-Radball vom RSV 1924 Flottweg in den Kasseler Stadtteil Rothenditmold geholt.

Den größten Erfolg gab es aber im August 1930 in Halle an der Saale, da wurden Nuhn-Usinger Deutscher Meister im Zweier-Kunstradfahren und der Sechser mit Werhahn, Nuhn, Usinger, Momberg, Müller und Sauer holte ebenfalls den Titel.

Hessenmeister Flottweg 1924 im Sechser-Kunstradfahren mit (von links) Hermann Werhahn, Friedel Völker, Martin Henkel, Reinhold Usinger, Otto Schneider und Georg Nuhn.

Mit dabei waren auch die RSVer Martin Henkel und Hermann ?. Der Nachname des neunten Mannes, der auf dem Foto oben ganz rechts steht und der mit in Halle war, ist nicht zu entziffern.

Nicht immer leicht zu entziffern sind die Notizen Hermann Werhahns auf der Rückeite der Fotos. Wie heißt der letzte Teilnehmer mit Nachnamen? Hermann ....

Hermann Werhahn bildete dazu mit seinem Partner Friedel Völker und anschließend mit Willy Momberg ein starkes Radball-Duo. Von 1926 bis 1936 holte man sämtliche Gau- und Bezirkstitel nach Kassel.

Lange Jahre war Werhahn auch Vorsitzender des RSV Flottweg und leistete nach dem Krieg wertvolle Aufbauarbeit.

Elegant: Die Reigenmannschaft der Flottweg-Damen im Jahr 1928 vor der Kasseler Stadthalle.

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