Frauen-Bolz-WM: Ein Fußballfest, das verbindet

Zusammen im Kreis: Die Mannschaft Herzdamen aus Kassel im gemeinsamen Kreis. Das Team gewann nicht das Turnier, aber die Sonderwertung für den besten Torjubel. Fotos:  Schachtschneider

Kassel. Siegerehrung bei der Frauen-Bolz-WM auf den Waldauer Wiesen: Alle Mannschaften sind im Turnierzelt, klatschen und singen zur Melodie von Pippi Langstrumpf gemeinsam ein eigens für das Turnier komponiertes Lied mit den Textzeilen „Real grassroots football bei der Frauen-Bolz-WM“.

Wer das Turnier gewonnen hat? Nicht so wichtig. Zumindest in diesem Moment. „Es geht hier nicht um das Gewinnen“, sagt die Schirmherrin der von Dynamo Windrad ausgerichteten Frauen-Bolz-WM, Doreen Nabwire, die vor fünf Jahren noch die Fußballschuhe für die Frauen-Mannschaft von Werder Bremen schnürte. „Spaß, die Atmosphäre und der interkulturelle Austausch sind das Wichtigste hier.“

DAS FINALE 

Nabwire selbst setzte den sportlichen Schlusspunkt des Turniers. Mit dem Abpfiff erzielte die Kenianerin für das Team Norddeich das 3:0 im hochklassigen Finale gegen die Kasseler Mannschaft mit dem humorvollen Namen „Nixkönner“. Vorher hatte die Nigerianerin Musa Tayin Adekemi einen Doppelpack geschnürt. Carina Gottwald im Tor der „Nixkönner“ rettete das eine oder andere Mal bravourös.

Latzhose statt Trikot: Janine Volkshausen zeigt das Outfit der Roten Rüben.

Die Zuschauer waren voll dabei, die Laola schwappte die Seitenlinien des Kleinfelds entlang, und eine Flitzereinlage sorgte in der ersten Halbzeit für viele Schmunzler: Ein Spaß mit Folgen für Jesper Hohagen, den Mann mit dem freien Oberkörper. Doch anstatt eines roten Briefs vom Richter gab es auf der Siegerehrung spontan drei Flaschen Sekt für den Flitzer. Generös teilte er diese mit Ordner Christopher Vogel, der ihn nach einem 50-Meter-Sprint quer über den Platz erwischte.

FANFREUNDSCHAFTEN

Wer unterstützt wen? Schnell ist dem neutralen Betrachter klar: Wer am Vorabend im Partyzelt ordentlich Gas gegeben hat, hat am Sonntagnachmittag die Unterstützer auf seiner Seite. Da zählt auch der vermeintliche Heimvorteil der „Nixkönner“ nicht mehr viel: Sie hatten am Vorabend die Feier geschwänzt. Ganz im Gegensatz zu ihrem Halbfinalgegner Bambule Frankfurt, der am Vorabend durch geschlossene Partypräsenz geglänzt hat. Besonders das Patchwork-Team Norddeich schreit die Frankfurter lautstark nach vorn: „Auf geht’s Bambule“, hallt es aus den kenianisch-nigerianisch-deutschen Mündern.

FEIER IM TURNIERZELT 

Acht Spiele trug jede Mannschaft am Samstag aus. Da sollte es schwer sein, die müden Knochen zum Tanzen zu bringen. Weit gefehlt. Laute Musik im Partyzelt und Fußballerinnen in Feierlaune. Bis elf Uhr wurde getanzt. Dann musste die Musik abgeschaltet werden. „Das war sehr schade. Eine Auflage des Ordnungsamtes“, sagte Mitorganisatorin Randi Kischkat, die ebenso wie viele Mannschaften danach auf dem Gelände zeltete. „Wir haben trotzdem gut gefeiert. Wir sind alle noch ganz heiser vom Singen“, sagte Melanie Gemsar vom Hamburger SV. „Wenn wir schon nicht das Turnier gewinnen, dann doch hoffentlich den Sonderpreis als feierwütigstes Team.“

Diese Auszeichnung geht am Ende jedoch an die Frankfurter Teams und an "Käthes Tanten"

KURIOSITÄTEN AM RANDE 

Von wegen Trikots und kurze Hose: Die Mannschaft der „Roten Rübe“ trat in Latzhosen an – trotz der warmen Junisonne, die vom Himmel brannte. Torhüterin Tanja Bornemann von B12 Kassel löste dieses Problem auf ihre Weise: Ein auf der Torlatte abgelegter Sonnenschirm spendete ihr während des Spiels kühlenden Schatten.

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