Die 22-jährige Kasselerin startet zum ersten Mal bei der DM

Amelie Fuchs ist Deutsche Meisterin im Wakeskaten

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So schnell kann es gehen: Amelie Fuchs gewann bei ihrer ersten Teilnahme gleich den Deutschen Meistertitel im Wakeskaten. 

Kassel. Eigentlich wollte Amelie Fuchs aus Kassel nur bei den Deutschen Meisterschaften im Wakeskaten starten, um das gesamte Wochenende auf der Anlage zu fahren. Doch die 22-Jährige wurde Deutsche Meisterin. 

Doch da es sich bei dem Rennen um die Deutsche Meisterschaft handelte und Fuchs es gewann, ist sie nun Deutsche Meisterin im Wake-skaten. Die DM war ihr erster Wettkampf überhaupt.

So schnell kann es gehen in der Randsportart Wakeskaten, nicht zu verwechseln mit dem bekannteren Wakeboarden. Der Unterschied: Beim Wakeboarden steht man, wie auf einem Snowboard, mit speziellen Schuhen in einer Bindung auf dem Brett. Beim Wakeskaten hingegen steht der Sportler einfach mit den Straßenschuhen auf dem Brett – wie beim Skateboarden.

Beim Fahren zieht ein Lift den Skater über das Wasser durch einen Parcours, den Funpark. Dort übt der Skater verschiedene Tricks auf dem flachen Wasser (Flat Tricks) oder an den Hindernissen, die Features, Kicker und Boxes heißen, aus. Das Wakeskate ist gut einen Meter lang, wiegt fünf Kilogramm und kostet zwischen 200 und 400 Euro.

Fuchs ging bei der Deutschen Meisterschaft in der Klasse Open Ladies (18 bis 30 Jahre) gegen fünf weitere Skaterinnern an den Start. Sechs Teilnehmerinnen klingt nicht viel, aber: „Dass es überhaupt zwei Startkategorien gab, war schon besonders“, sagt die Hobby-Fußballerin, die schon für den KSV Hessen spielte. In der zweiten Klasse ab 30 Jahren, den Master Ladies, traten vier weitere Frauen an. Bei den Männern gab es 14 Starter.

In Aktion: Amelie Fuchs bei der Meisterschaft. 

Zudem wurde der Wettkampf erst zwei Wochen im Vorfeld terminiert. Lange fand sich kein Veranstalter, erst kurzfristig übernahm die Familie, die die Anlage in Rossau betreibt, die Ausrichtung. 2016 fiel die Deutsche Meisterschaft gar aus, weil niemand sie ausrichten wollte.

Im Wettkampf zog der Lift der Anlage Fuchs dann mit 30 km/h über die rund 900 Meter lange Anlage. Im Finale gibt es zwei Läufe, einer dauert zwei bis drei Minuten. Fuchs war die einzige Skaterin, die den Trick Shove-It stand. Dabei dreht sich das Brett um 180 Grad. Drei Wertungsrichter bewerteten die Läufe. Für den Shove-It-Trick gab es viele Punkte, weil keine andere Skaterin ihn stand.

Die Kasselerin trainiert drei bis vier Mal im Monat, meist mit ihrem Freund Lucas Stachon. Er ist Hessischer Meister im Wakeskaten, durch ihn kam Fuchs im vergangenen Jahr zu der Sportart. Ihr Verein ist der WSC Twistesee. An der Anlage können die beiden momentan aber nicht fahren – es ist zu wenig Wasser im Twistesee.

Bei einer Weltmeisterschaft rechnet sich die 22-Jährige gegen internationale Konkurrenz keine Chancen aus. Weltweit gibt es 12 580 Skater, die für Wettbewerbe gemeldet waren. Fuchs müsste sich über weitere Wettkämpfe qualifizieren. „Aber das habe ich momentan nicht geplant.“ Ziel ist die Titelverteidigung 2018.

In der Woche nach der Meisterschaft hatte Amelie Fuchs übrigens noch einen ziemlichen Muskelkater. Der kam aber nicht vom Wettkampf, sondern von den vielen Fahrten danach. Dazu hatte sie schließlich die Startgebühr bezahlt.

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