Fuldabrücker Fußballer Liebich spielte 1963 bei der Olympia-Generalprobe in Tokio

Blick in die Vergangenheit: Walter Liebich (links) hat von seiner Japan-Reise vor 54 Jahren einen Kimono als Erinnerungsstück. Auf dem Bild in der Mitte ist Liebich mit Trainerlegende Sepp Herberger (links) zu sehen. Auf dem rechten Foto steht Liebich 1963 im Stadion von Tokio vor einer Partie der Vorolympischen Spiele. Fotos: Kopp/privat (2)

Kassel. Beim Confed Cup – Generalprobe für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland – haben die deutschen Fußballer begeistert. Für einige Spieler aus der zweiten Reihe ist es ein Höhepunkt der Karriere.

Als Walter Liebich die Spiele des Confed Cups sah, weckte das Erinnerungen an das Highlight seiner Laufbahn. Er nahm als junger Fußballer ebenfalls an der Generalprobe ein Jahr vor einem Großereignis teil. 1963 gewann er Gold bei den Vorolympischen Spielen in Tokio.

Noch heute weist in Liebichs Wohnung in Fuldabrück einiges auf die besondere Reise vor 54 Jahren hin. Über einem Stuhl hängt ein Kimono – ein traditionelles japanisches Kleidungsstück. Auf einem Tisch steht eine japanische Spieluhr. „Es ist ein unvergessliches Erlebnis – das größte in meiner Fußball-Karriere“, sagt Liebich. Gern erinnert sich der frühere Verteidiger des KSV Hessen und KSV Baunatal zurück.

Und zwar an das Jahr 1963. Liebich ist Amateur-Nationalspieler und reist mit der deutschen Delegation zum Vorolympischen Wettbewerb nach Tokio. Trainer von Liebich ist ein gewisser Helmut Schön. Der Mann mit der Mütze, der später – 1974 – mit Deutschland Weltmeister wird. Mit dabei ist auch Sepp Herberger – Weltmeister-Trainer 1954. „Ich war Herbergers Ziehsohn, er mochte mich gerne“, erinnert sich Liebich an den Trainer, der ihn zusammen mit Schön beim Lüner SV entdeckte und zum Amateurnationalspieler machte.

Neben den Fußballern sind auch weitere Sportler wie die Leichtathleten mit dabei. Schon die Anreise ist ein Abenteuer. „Wir sind über den Nordpol geflogen und haben dafür sogar eine Urkunde bekommen“, erinnert sich der frühere Abwehrspieler, der nächste Woche 78 Jahre alt wird.

Der Test für Olympia

Der Wettkampf soll für die Japaner ein Testlauf für Olympia ein Jahr später sein – und ist damit das, was jetzt der Confed Cup für die WM ist. Wie bei den Olympischen Spielen beginnt der Wettkampf mit einer Eröffnungsfeier und dem Einzug der Nationen in die Arena in Tokio, die 1964 zum Olympiastadion wird. Für die Fußballer folgen Spiele in Tokio und Kyoto. Bei dem Turnier sichern sich Liebich und seine Teamkollegen die Goldmedaille.

An den Olympischen Spielen 1964 nimmt er mit der deutschen Amateur-Nationalelf aber nicht teil. In den Qualifikations-Spielen gegen die DDR scheidet die BRD nach einem 0:3 im Hinspiel und einem 2:1 im Rückspiel aus.

Insgesamt kommt Liebich auf 13 Länderspiele. Die Karriere in dieser Auswahl endet, als er 1964 zum KSV Hessen Kassel wechselt. Fortan ist er Vertragsspieler und darf nicht mehr in der Amateur-Nationalelf auflaufen. Das ist aber verschmerzbar. Seinen Höhepunkt im Nationaltrikot hatte er mit der Japan-Reise schließlich schon erlebt.

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