Verlängerung ist nun vorbei

Abschied nach 20 Jahren: Fußball-Funktionäre Schneider und Riemenschneider im Ruhestand

Der Fußball bestimmte ihr Leben und spielt weiterhin eine Rolle: Kreisfußballwart Günther Schneider (links) und sein Stellvertreter Horst Riemenschneider schieden aus dem Ehrenamt aus.
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Der Fußball bestimmte ihr Leben und spielt weiterhin eine Rolle: Kreisfußballwart Günther Schneider (links) und sein Stellvertreter Horst Riemenschneider schieden aus dem Ehrenamt aus.

Nun ist auch die Verlängerung vorbei. Schon im März wollten sie sich in den wohlverdienten Funktionärs-Ruhestand verabschieden. Aber die Pandemie verhinderte den geplanten Kreisfußballtag, und Günther Schneider und Horst Riemenschneider mussten als Kreisfußballwart und dessen Stellvertreter weiter amtieren. Jetzt endlich sind ihre Nachfolger gewählt und beide aus der Verantwortung entlassen, die sie 20 Jahre lang trugen.

Kassel – Nun ist auch die Verlängerung vorbei. Schon im März wollten sie sich in den wohlverdienten Funktionärs-Ruhestand verabschieden. Aber die Pandemie verhinderte den geplanten Kreisfußballtag, und Günther Schneider und Horst Riemenschneider mussten als Kreisfußballwart und dessen Stellvertreter weiter amtieren. Jetzt endlich sind ihre Nachfolger gewählt und beide aus der Verantwortung entlassen, die sie 20 Jahre lang trugen.

Während Riemenschneider noch bis zum 24. Oktober als Regionalbeauftragter tätig ist, schied Schneider bereits komplett aus. Dass  sie ein halbes Jahr länger bleiben mussten als angedacht, stört sie kaum. „Es war ja wegen Corona auch weniger zu tun. Es gab keine Spiele und keinen Stress“, sagt Schneider, und Riemenschneider ergänzt: „Ein bisschen schwierig war es schon. Aber egal. Auf die Zeit kam es auch nicht mehr an. Ich gehe gern, aber mit Wehmut. Jetzt soll da mal frischer Wind reinkommen. Und ich hatte ja auch noch acht schöne Jahre im Verbandsspielausschuss.“

Die schwerste Phase in 20 Jahren war die halbjährige Verlängerung ohnehin nicht: „Da war die Arbeit bei den sehr vielen Spielausfällen in der Saison 17/18 schlimmer. Auch vor sieben Jahren war es heftig. Da war ich im Urlaub in Malaysia und habe die Spiele von einem Chalet im Urwald über mein Tablet neu angesetzt. Beine hoch, und die Affen turnten daneben auf den Bäumen rum“, so Riemenschneider.

Nie waren beide Funktionäre in Versuchung, hinzuschmeißen. Was war dennoch ärgerlich? „Im Großen und Ganzen verlief alles harmonisch. Unangenehm war, dass wir früher pro Woche rund 150 Karten mit den Ansetzungen für die Schiedsrichter per Hand schreiben und verschicken mussten. Da war noch nicht alles so mit Computern vernetzt wie heute“, sagt Schneider.

Die erfreulichen Aspekte überwogen freilich bei Weitem. „Man hat viele tolle Leute kennengelernt, gerade wenn wir mit dem Verband unterwegs waren. Wie Günter Netzer oder Sepp Maier. Das war eine schöne Zeit“, blickt Riemenschneider zurück. Für Schneider steht anderes im Mittelpunkt: „Die Arbeit hat Spaß gemacht. Zum Beispiel, wenn wir 66 Vereine, darunter vier aus Niedersachsen, mal wieder unter einen Hut bekommen hatten.“ Und noch wichtiger: „Die Ernennung zum Ehren-Kreisfußballwart jetzt gerade auf dem Kreistag. Ich glaube, ich bin überhaupt der Erste hier, der sie erhalten hat“, sagt er nicht ohne Stolz.

Den Hauptunterschied ihrer Tätigkeit im Vergleich zum Start im Jahr 2000 sieht Schneider in den Neuerungen digitaler Art. „Alles ist jetzt viel moderner. Wir haben uns am PC weitergebildet und angepasst“, sagt er. Riemenschneider hingegen vermisst die „damals größere Kameradschaft. Die dritte Halbzeit und die dazu gehörende Kiste Bier gibt es kaum noch“. Und wie sieht ihrer Ansicht nach der Fußball in weiteren 20 Jahren aus? „Es wird alles noch professioneller sein, aber weniger Mannschaften und mehr Spielgemeinschaften geben“, vermutet Riemenschneider.

Als Zuschauer wird man beide weiterhin regelmäßig auf dem Platz treffen. Und zwar nicht nur beim jeweiligen Stammverein – bei Schneider die FSK Vollmarshausen, bei Riemenschneider der BC Sport. „Ich gehe auch gern mal nach Söhrewald oder zum OSC Vellmar. Da muss ich mich nicht so aufregen wie beim eigenen Klub“, sagt Schneider. (Wolfgang Bauscher)

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