So fällt die Zwischenbilanz in den Top-Ligen aus

Jugendfußball: KSV Hessen und KSV Baunatal grüßen von der Spitze

Zwei Fußballer des KSV Hessen und KSV Baunatal, Mate Mustapic und Leon-Maurice Ständer, kämpfen auf dem Sportplatz um den Ball
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Szene aus dem A-Jugendderby: Der Kasseler Mate Mustapic (links) kommt vor dem Baunataler Leon-Maurice Ständer an den Ball.

Auch der Jugendfußball muss coronabedingt pausieren. Wir ziehen eine Zwischenbilanz und blicken neben den Hessenligisten auch auf die Lage in der Verbandsliga.

Kassel/Baunatal – Ist es ein (Zwischen-)Fazit nach sechs beziehungsweise sieben Spieltagen? Eines nach dem vorzeitigen Ende der Hauptrunde? Oder gar schon am Ende eine Bilanz für eine Saison, die abgebrochen wird? Nichts Genaues weiß man nicht angesichts der Corona-Zwangspause in den Jugendfußball-Hessenligen. Dabei verlief die Runde für zwei der acht nordhessischen Teams bisher nahezu perfekt.

So führen die A-Junioren des KSV Hessen Kassel ungeschlagen die Tabelle an. Die Junglöwen gewannen nach einem 3:3 zum Auftakt fünfmal in Folge. Zuletzt siegten sie nach 0:1- und 1:2-Rückstand 4:3 im Derby gegen den KSV Baunatal. „Dass die Ergebnisse so gut sein würden, war nicht zu erwarten“, sagt Trainer Christian Andrecht, der seine vierte Saison mit der U19 spielt.

Von einem 4-3-3 sind die Kasseler ab Partie zwei zum bewährten 3-5-2-Erfolgssystem der vergangenen Runde zurückgekehrt. Der Grund: Im 4-3-3 können die Spieler vielleicht theoretisch ihr größtes Potenzial abrufen, im 3-5-2 sind die Abläufe aber mehr verinnerlicht – die Spieler um die Routiniers Romeo Asare, Alen Bas und Mate Mustapic fühlen sich sicherer.

Nach den Plätzen sechs, vier und drei zum Abschluss der vergangenen Serien ist der KSV Hessen nun aktuell Erster. „Wir haben keine Zielvorgabe. Damit habe ich schlechte Erfahrungen gemacht“, sagt Andrecht. „Natürlich wollen wir aber – wenn wir Erster sind – auch Erster bleiben.“ Im Fall der Fälle werde der Verein die U19 auch für die Bundesliga melden. „Das ist aber noch ganz weit weg.“

Wir haben keine Zielvorgabe. Damit habe ich schlechte Erfahrungen gemacht.

Christian Andrecht

Spitzenreiter und ungeschlagen sind auch die C-Junioren des KSV Baunatal. Das Team von Robin Schüßler gewann alle sechs Partien (29:5 Tore). Auch dank des „besten Sturmduos der Hessenliga“, wie der Trainer der U15 seine Angreifer bezeichnet. Emir Eryörük traf schon achtmal, Jack Towsend gar bereits elfmal – der Toptorjäger erzielte bisher durchschnittlich alle 36 Minuten eine Bude.

Angesichts von erst sechs gespielten Partien relativiert Schüßler den Spitzenplatz, stellt aber nichtsdestotrotz fest, dass sein Team, das erst drei gelbe Karten gesehen hat, wohl schon zu den „besten Mannschaften der Liga“ gehört. Seine Jungs zeichne aus, dass jeder dem anderen den Erfolg gönne und jeder Einzelne auch in jedem Training Bock habe.

Selbst im Abschlussspiel im Training werden Punkte vergeben, in einer Tabelle wird so der erfolgreichste Spieler gesucht. Wie auch die A-Jugend des KSV Hessen schließt auch die Baunataler U15 im Falle des Gewinns der Meisterschaft enen Aufstieg nicht aus. „Das wäre eine coole Sache“, meint dann auch Robin Schüßler.

Junioren U 19

KSV Baunatal: 13. Platz, zwei Siege, vier Niederlagen, drei Punkte Rückstand auf Playoff-Platz acht – Trainer Yusuf Barak sagt, dass sein Team bislang „eine gute Rolle“ spielt. Er ist überzeugt, dass es die VW-Städter in die Playoffs schaffen werden. Zwei Niederlagen gab es schließlich in Spielen gegen den Ersten KSV Hessen und den Zweiten Wieseck. Beim 3:4 zuletzt im Derby in Kassel schnupperten die Baunataler lange Zeit an einem Punktgewinn.

VfL Kassel: Die Bilanz des noch sieglosen Aufsteigers lässt sich am Torverhältnis ablesen – 2:12. „Wir sind in keiner Partie abgeschossen worden und haben uns von Spiel zu Spiel in Sachen Tempo und Zweikampfführung gesteigert“, geht Trainer Mario Schneider auf die positiven Aspekte ein. Andererseits sind zwei Treffer natürlich viel zu wenig. Schneider: „Da fehlt uns die Gelassenheit vor dem Kasten.“

Junioren U 17

KSV Hessen Kassel: Mit Niklas Heiderich, Selcuk Yigitoglu und Finn Mayer erlitten allein drei Spieler jeweils einen Knochenbruch. Angesichts der Verletzungsmisere stehen die Junglöwen als aktuell Siebter nach ihren beiden jüngsten Siegen mit zehn Punkten noch ganz gut da. „Kämpferisch haben wir uns zuletzt gesteigert. Wir müssen aber noch an der Chancenverwertung arbeiten“, erklärt Trainer Marc Segner.

KSV Baunatal: Dreimal spielte der Aufsteiger, der als Zwölfter mit sechs Punkten drei Zähler Rückstand auf Platz acht hat, bereits remis. „Beim 2:2 gegen Rosenhöhe und dem 3:3 gegen Wieseck haben wir vier Punkte verschenkt“, findet Trainer Mikaeil Shini. Positiv neben der sehr guten Trainingsbeteiligung ist die Treffsicherheit von Souhail Sabban. Mit sieben Buden ist er der Toptorjäger der Liga.

Junioren U15

KSV Hessen Kassel: 13 Punkte aus sieben Spielen, Niederlagen gegen den Zweiten und Vierten, ein Sieg gegen den Dritten – Platz fünf mit Abstand nach ganz oben aber auch zum unteren Mittelfeld spiegelt das Auftreten der kleinen Löwen wider. „Sechs unserer bisherigen Gegner stehen unter den ersten Acht. Wir sind absolut im Soll“, sagt Trainer Christian Keppel. „Die Entwicklung der Mannschaft ist großartig.“

OSC Vellmar: Mit zwei Zu-Null-Siegen zum Start verschaffte sich der Aufsteiger, der mit sieben Punkten aktuell Zehnter ist, ein Polster. Zuletzt gab es ein herbes 2:5 daheim gegen Darmstadt. „Die Jungs waren in der Vorsaison das Siegen gewohnt und müssen deshalb erst einmal lernen, mit Niederlagen umzugehen“, sagt Trainer Udo Gerdesmeier. Und er ist nach wie vor optimistisch, es mit dem OSC unter die Top acht zu schaffen. (Sebastian Reichert)

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