Hessenligist blickt auf neue Spielzeit

Fußball: KSV Baunatal wartet auf den Saisonabbruch

In Warteposition: Auch wenn es noch nicht beschlossen ist, wird wohl für Manuel Pforr und den KSV Baunatal die Saison bald beendet sein.
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In Warteposition: Auch wenn es noch nicht beschlossen ist, wird wohl für Manuel Pforr und den KSV Baunatal die Saison bald beendet sein.

Die Saison in den hessischen Fußball-Ligen wird abgebrochen und annulliert – das steht seit dem Wochenende fest. Eine Ausnahme bilden die Hessenligen der Männer, Frauen und Jugendlichen.

Allerdings wird hier ebenfalls der Ball nicht mehr rollen. Davon geht auch German Jaeschke, Abteilungsleiter des KSV Baunatal, aus. Er sagt: „Die Saison ist für uns beendet.“ Vielmehr geht es für den Hessischen Fußball-Verband (HFV) darum, zu regeln, ob es Aufsteiger aus seinen höchsten Ligen in die verbandsübergreifenden Spielklassen geben wird.

Für die Baunataler Männer ist dies kein Thema. Sie absolvierten in dieser Spielzeit elf Partien, holten 13 Punkte und stehen damit auf dem 13. Rang, einem Nichtabstiegsplatz. Dagegen pocht Spitzenreiter SG Barockstadt Fulda-Lehnerz auf den Aufstieg in die Regionalliga Südwest. Ein Argument dafür ist, dass beispielsweise im Südwestdeutschen Verband mit einer Aufstiegsmöglichkeit durch die Quotienten-Regelung gearbeitet wird. Die SGB hatte zuletzt angekündigt, falls sie nicht aufsteigen darf, alle rechtlichen Mittel ausschöpfen zu wollen.

Unabhängig von der Platzierung stimmt der KSV dem vorzeitigen Ende zu: „Alles andere, als die Saison abzubrechen, wäre Wahnsinn“, sagt Jaeschke. Er verweist auf die angespannte Pandemie-Lage. Außerdem seien vier Wochen zur Vorbereitung auf eine Fortsetzung der Serie für die Spieler viel zu kurz, und die Verletzungsgefahr wäre so zu hoch gewesen. Das sieht auch Kapitän Daniel Borgardt so: „Wir sind alle ein halbes Jahr raus. Mit einer so kurzen Vorbereitung wäre es für uns alle gefährlich geworden, unsere acht Spiele zu absolvieren.“ Diese acht Partien hätten die Baunataler noch spielen müssen, um die Hinrunde abzuschließen. Nur dann hätte die Saison normal gewertet werden dürfen. Daher befürworten der 28-Jährige und seine Teamkollegen den Abbruch. Dennoch werden sie sich weiterhin einmal die Woche zum digitalen Athletiktraining in einer Videokonferenz treffen. Und zwei Läufe pro Woche absolvieren, von denen die Leistungsdaten an Trainer Tobias Nebe geschickt werden. „Auch wenn die Saison jetzt abgebrochen wird, ist es wichtig, dass wir fit bleiben“, sagt Borgardt.

Der KSV blickt bereits auf die kommende Serie. „Wir sind gespannt, ob in einer großen oder in einer zweigeteilten Liga gespielt wird“, sagt Jaeschke und fügt hinzu: „Wir stehen einer Teilung grundsätzlich positiv gegenüber.“ Es wäre denkbar, dass eine Nord- und eine Südgruppe ihre Partien ausspielen und im Anschluss Playoffs und -downs stattfinden, in denen Meister, Auf- und Absteiger ermittelt werden. „So wäre man flexibler“, sagt Jaeschke. Im Gegensatz zu einer großen Liga gebe es weniger Spieltage und dadurch sei der Termindruck geringer. Zudem wären weniger Englische Wochen nötig. Und der Verband könnte besser auf Auswirkungen der Pandemie – wie einem weiteren Lockdown – reagieren.

In der kommenden Saison droht die schon jetzt mit 20 Teams aufgeblähte Hessenliga noch größer zu werden. Da die Regionalliga Südwest spielt, wird es Absteiger geben. Derzeit stehen mit Alzenau und Stadtallendorf zwei Teams am Tabellenende, die bei einem Abstieg in die höchste hessische Spielklasse runter kommen würden. Mit dem KSV Hessen Kassel und dem FC Gießen könnte es zwei weitere hessische Teams erwischen. Wenn Fulda nicht aufsteigt, ist also im negativsten Fall eine Hessenliga mit 24 Teams möglich.

Bereits vor einiger Zeit haben die KSV-Verantwortlichen mit den Personalplanungen für die neue Saison begonnen. Daher seien diese schon weit vorangeschritten – genauere Angaben will der Klub aber erst in Kürze machen. „Wir haben die Zeit gut genutzt und sind daher ganz entspannt“, sagt Jaeschke. (Manuel Kopp)

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