Wie geht es mit der Spielzeit weiter?

Fußball-Saison in Hessen: Zumindest die Hinrunde abschließen

So leer wie hier auf der Kasseler Jahnkampfbahn wird es auf den Sportplätzen wohl noch länger aussehen.
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So leer wie hier auf der Kasseler Jahnkampfbahn wird es auf den Sportplätzen wohl noch länger aussehen.

Wie geht es weiter im hessischen Fußball? Diese Frage treibt nicht nur Sportler, sondern auch Funktionäre um. Eine Bestandsaufnahme.

Kassel – Der Vorstand des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV) tagte am vergangenen Wochenende – wie in Corona-Zeiten üblich in einer Videokonferenz. Im Mittelpunkt der Tagung stand der weitere Saisonverlauf.

Laut einer Pressemitteilung des HFV bedauerte es Präsident Stefan Reuß, dass der Verband für seine Fußballer aufgrund des Lockdowns noch keine Perspektive bieten kann und bat weiterhin um Geduld. Eins sei allen Teilnehmern der Sitzung klar gewesen: Auch nach Lockerungen der Politik wird es noch dauern, bis der Spielbetrieb fortgesetzt wird. Den Vereinen sagte der HFV drei Wochen Mannschaftsvorbereitung zu, damit nach der langen Zwangspause die Verletzungsgefahr nicht zu hoch ist. Bis die Spielzeit fortgesetzt wird, wird es also noch dauern.

Daher sagte Reuß: „Eine ordnungsgemäße Saisonbeendigung in der ursprünglich vorgesehenen Form ist in dem überwiegenden Teil der Spielklassen höchst unwahrscheinlich.“ Einen Systemwechsel – beispielsweise hin zu Playoffs – schloss der HFV-Präsident erneut aus. Vielmehr will der Verband nun mit den Kreisen und Vereinen die Alternativen diskutieren. Laut HFV-Mitteilung seien sich die Teilnehmer der Konferenz einig gewesen, „dass es erklärtes Ziel sein soll, die Vorrunde unter Maßgabe der behördlichen Genehmigungen zu Ende zu bringen“.

Das bestätigt der nordhessische Regionalbeauftragte Matthias Schmelz: „Ganz klar, das ist Priorität eins.“ Zur Erinnerung: Nur wenn mindestens die Hinrunde absolviert wird, darf die Saison gewertet werden. Im Fußball-Kreis Kassel hatte Schmelz, der dort zudem Kreisfußballwart ist, die HFV-Szenarien für eine Saisonfortsetzung von der Verbandsliga abwärts bereits Anfang Januar vorgestellt (wir berichteten). Mittlerweile ist das erste Szenario durch die Lockdown-Verlängerung bis zum 14. Februar schon überholt – beziehungsweise es musste angepasst werden. Dieses ging davon aus, dass es bei einem Trainingsstart am 1. Februar möglich sei, die Saison komplett zu Ende zu spielen.

„Das erste Szenario musste aufgrund der Lockdown-Verlängerung auf den Trainingsbeginn am 15. Februar angepasst werden. Allerdings ist auch das sehr unrealistisch“, sagt Schmelz. Das zweite Szenario besagt: Wenn das Training am 1. März wieder aufgenommen wird, dann ist es möglich, die Hinrunde plus acht Spieltage der Rückrunde zu spielen. Und das dritte Szenario besagt: Bei Trainingsstart am 1. April ist es möglich, die Hinrunde plus zwei Spieltage der Rückrunde zu spielen. Allerdings würde beim dritten Szenario laut Schmelz wohl nach der Hinrunde die Saison beendet, weil die Wertung in diesem Fall fairer wäre.

Eine Sonderrolle nimmt die Hessenliga ein. Hier gibt es in der gesamten Saison vier Spieltage mehr als in den Verbands- und Gruppenligen. Außerdem muss hier wegen den Aufstiegsspielen zur Regionalliga die Saison bis zum 13. Juni beendet sein. Für die Ligen darunter gibt es danach noch einen zeitlichen Puffer. Für Hessenliga-Klassenleiter Matthias Bausch ist eine Saisonfortsetzung über die Hinrunde hinaus kaum denkbar. Auch die Hoffnung, dass überhaupt noch gespielt werden kann, schwindet.

Bausch glaubt nicht, dass Fußball gespielt wird, solange es noch kalt ist. Das liegt aber nicht wie sonst an der Witterung, sondern in diesem Jahr eben an der Pandemie: „Wir können uns darauf einstellen, dass wir wenn überhaupt erst im April weiterspielen. Wenn wir Glück haben, können wir die Vorrunde zu Ende spielen. Mehr wird wahrscheinlich nicht drin sein“, meint der Klassenleiter. Das würde für die Hessenliga-Teams noch sieben beziehungsweise acht Partien bis Sommer bedeuten. „Aber mit jedem Tag steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass gar nicht mehr gespielt wird.“

Dieser schlimmste Fall soll aber erst einmal kein Thema sein. Das Ziel sollte lauten, die Hinrunde fertig zu bekommen: „Wenn es eine Möglichkeit gibt, sollten wir schon spielen. Ab April hätten wir noch zwei Monate“, sagt Bausch. Aber: „Wenn sich der Trainingsstart immer weiter nach hinten verschiebt, kommen wir irgendwann an einen Punkt, an dem man über die Annullierung der Saison sprechen muss. Aber das soll nur das allerletzte Mittel sein“, sagt Schmelz. (Manuel Kopp und Ralph Görlich)

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