HNA-Serie: Fechter Lukas Dahlhaus startet bei Deutscher Junioren-Meisterschaft

Gelassen – nie verbissen!

Startklar für die Deutsche Meisterschaft: Lukas Dahlhaus trainiert regelmäßig im Fechtclub Kassel. Im Hintergrund duellieren sich Schwester Jule (14) und Bruder Niklas (17). Foto:  Hein

Kassel. Am Fechten begeistern ihn die Fairness und das Reglement, die diesem Sport Noblesse verleihen. Auch Menschen ganz unterschiedlicher körperlicher Voraussetzungen und verschiedenen Alters haben die gleichen Chancen, sagt Lukas Dahlhaus (19). Und dennoch weiß er seine Trümpfe auszuspielen: Mit seinen 1,95 Metern Körpergröße ficht er auf Distanz und mit Schnelligkeit kommt er zum Treffer, verrät er seine Taktik. Seit sechs Jahren ist der Degen sein sportlicher Begleiter.

Jetzt hat er sich neben sechs weiteren hessischen Sportlern für die Deutsche Herrendegen-Junioren-Meisterschaft am letzten Aprilwochenende in Leverkusen qualifiziert. Durch einen Schulkameraden war Lukas Dahlhaus aus Neugier zum Fechtclub Kassel gekommen. Dem Verein blieb er treu. Vorher machte er Karate. Inzwischen fechten auch seine drei jüngeren Geschwister. Bruder Niklas (17) war auch schon auf Turnieren sein Gegner. Lukas, der stellvertretende Jugendwart im Fechtclub Kassel, trainiert selber den Nachwuchs.

„Ich möchte meine Begeisterung für den Sport weitergeben.“ Nach der Uni geht’s für den Wirtschaftsingenieur-Studenten, der bei B.Braun in Melsungen eine duale Ausbildung zum Industriemechaniker macht, drei Mal die Woche selbst ins Gefecht. Hier kann er den Kopf frei bekommen, sagt er.

Seine Ausdauer verbessert er mit Joggen. In der Vereinshalle am Königstor trainiert er neben seiner Beinarbeit, sich blitzschnell auf den Gegner einzustellen und diesem möglichst mindestens einen Schritt voraus zu sein. „Fechten ist wie Schach auf zwei Beinen“, sagt Lukas. Taktik spielt eine große Rolle. „Man versucht, den Gegner dazu zu bringen, dass er macht, was man will.“ Von den drei Wettkampfwaffen der Fechter – Florett, Säbel und Degen – hat er sich für Letzteren entschieden. „Der Degen ist die dominante Waffe bei uns im Verein.“

Eine hervorstechende Eigenschaft von Lukas Dahlhaus ist seine Gelassenheit. Er gibt immer 100 Prozent, aber ist niemals verbissen. Der Doppelstress, dass er an den beiden folgenden Tagen nach seinem letzten Qualifizierungsturnier wichtige Klausuren in VWL und Statistik schreiben musste, hat seine sportliche Leistung nicht gemindert.

Auch der Deutschen Meisterschaft sieht er entspannt entgegen. Dorthin begleitet wird er von seinem Vater und Fechtmeister Daniel von der Ahé. „Ich freue mich auf die Atmosphäre und möchte einfach genießen, bei einem Bundesturnier dabei zu sein.“ In der nächsten Saison wechselt er die Klasse und startet bei den Aktiven.

Von Joséphine Hein

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