Kreisliga: Somalische Fußballer sorgen in Nieste und Wellerode für Gesprächsstoff

Da – und gleich wieder weg

Abdulaziz

Nieste/Söhrewald. Es war ein Spiel wie jedes andere, betonen die Verantwortlichen der TSG Wellerode und des Tuspo Nieste.

Eine Partie unter besonderen Vorzeichen war es schon, als sich beide Mannschaften in der Fußball-Kreisliga A, Gruppe 1, am Sonntag beim 1:1 gegenüberstanden.

Nicht die Tabellenkonstellation sorgte dafür, dass die Auseinandersetzung Interesse weckte. Schließlich ist Nieste Fünfter, die Gäste sind Elfter. Eine Personalie war es vielmehr, die, womöglich zu Unrecht, für Irritationen sorgte.

Im vergangenen Sommer kamen zwei Somalier als Asylbewerber nach Nieste. Ihre Asylverfahren laufen noch, die Entscheidung steht aus. Abdulaziz „Aziz“ Mahomood und Hassan Jama Ige wohnten zunächst in der Gemeinschaftsunterkunft Rotte Breite auf dem Sensenstein und zogen dann in ein Haus in Nieste. Weil sie Fußballer sind, meldeten sie sich beim dortigen Tuspo an und trugen nach Eintreffen ihrer Spielerpässe dessen Trikot. Mit Erfolg. Aziz, der angeblich bereits in Holland in der 3. Liga aktiv war und im Nachbarland schon einen Asylantrag gestellt hatte, tat sich mit 15 Toren hervor. Auch Hassan zählte zu den Leistungsträgern.

Zur Winterpause jedoch wechselte Aziz nach Wellerode, Gerüchte sprachen von Abwerbung. Davon könne keine Rede sein, bestätigten nun die Abteilungsleiter beider Klubs.

„Aziz ist wegen Freunden und Bekannten zu uns gewechselt und plant auch einen Umzug hierher. Er hat sich selbst angeboten“, erklärt TSG-Abteilungsleiter Georg Thiel und führt weiter aus: „Die Klubs sind zwar sportliche Konkurrenten. Den Wechsel von Aziz haben wir aber freundschaftlich unter sozialen Aspekten und Berücksichtigung seiner dramatischen Vergangenheit besprochen.“

Natürlich ist man auf Niester Seite wenig begeistert über den Wechsel, fügt sich aber ins Unabänderliche. „Er hat sich unser vorletztes Spiel angeschaut und ist uns weiter sehr verbunden und auch willkommen“, sagt Abteilungsleiter Lars Gunkel.

Große Verbundenheit

Groß ist die Verbundenheit des Angreifers zu seinem alten Klub wohl tatsächlich noch, denn, so Gunkel, „er wollte gegen uns nicht spielen“. Anscheinend arrangierte man sich, denn Mahomood kam erst in der 56. Minute. Ein Tor glückte ihm nicht, dafür aber seinem Landsmann. Ige traf zum 1:0 für Nieste. Fotos: privat/nh

Von Wolfgang Bauscher

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