HNA-Serie: Die Stockwiesen werden von der Stadt an die TSG Wilhelmshöhe und den VfL Kassel übergeben

Glücksgefühle im September 1975

Der Meister und Bezirksliga-Aufsteiger: Die TSG von 1985 mit (stehend von links) K. Knauf mit Nils Kloppmann, Trainer Volker Hanemann, Betreuer Rolf Schreiber, Michael Neurath, Michael Cherk, Markus Jensen, Thomas Wenzel, Claus Feldner, Andreas Schminke, Thomas Fischer, Uli Steinmetz, Nedjelko Cervek, Fritz Reiter, Jörg Kloppmann, Christian Hottenroth, Werner Göbel, Holger Schulz (Maifahrt), Abteilungsleiter Ralf Giebing, Betreuer Gerd Riede sowie (vorn von links) Torsten Schminke, Thomas Vogel, Manfred Bodden, Ulrich Lauterbach, Jochen Harberg, Peter Frerking und Reinhard–Jockel Tremel. Foto:  nh

Kassel. Ja, bei der TSG Wilhelmshöhe wurde auch vor September 1975 schon Fußball gespielt. Doch in jenem Monat bekam der Verein endlich das Schmuckstück, auf das er so lange warten musste. Und auf dem er dann auch die größten Erfolge seiner Geschichte feierte.

• Das macht den Platz aus: „Er ist mehr eine Sportanlage, mehr als nur ein Fußballplatz“, sagt Vorstandsmitglied Klaus Grosch. Beim Betreten des Geländes schaut man von Tribüne und Klubhaus herab und erkennt einen gepflegten Rasenplatz mit einer 400 -Meter-Aschenbahn und im Hintergrund ein Asphalt-Kleinspielfeld mit Flutlicht. Dazu drei Sprunggruben und eine Wurf- und Stoßanlage. „Richtig Stimmung kommt hier allerdings erst dann auf, wenn die Anlage gut besucht ist“, ergänzt Grosch. Genutzt wird der Platz vorwiegend zu Spielen, trainiert wird eher an der Schulstraße. • Das bleibt in Erinnerung: Die Übergabe der Anlage durch die Stadt Kassel am 20. September 1975 an die TSG und den VfL Kassel. Tatsächlich steht die Anlage beiden Nachbarn zur Verfügung. „Der VfL macht davon in der Regel aber keinen Gebrauch“, erläutert Ralf Giebing. Am Eröffnungstag spielte eine Kombination der TSG und des VfL gegen die Stavo-Kicker.

Emotional in den Köpfen der älteren TSGer haften blieb das Freundschaftsspiel 1982 gegen Makkabi Tel Aviv. 1983 folgte das Aufstiegsspiel zur Kreisliga A gegen den VfL, das vor 1200 Zuschauern 1:4 verloren ging. Im gleichen Jahr spielte hier auf den Stockwiesen die A-Jugend-Hessenauswahl gegen eine amerikanische Soccer-Auswahl. 1984 glückte der zuvor verpasste Aufstieg in die Kreisliga A und ein Jahr später sogar der in die Bezirksliga. Die A-Junioren spielten 1985 in der Vorrunde zur Hessenmeisterschaft. Nach langem sportlichem Durchhänger folgte 2010 unter Trainer Manfred Finke der Aufstieg in die Kreisoberliga. Auch die 1983 gegründete Damenabteilung hat große Erfolge vorzuweisen: einen Aufstieg in die Hessenliga mit Trainerin Doreen Meier und der Aufstieg im vergangenen Jahr in die Verbandsliga mit Trainer Fabian Eisenträger.

• Sie hinterließen Spuren: Unvergesslich bleiben zunächst die Älteren um Ralf Giebing oder aus der jüngeren Generation Christian Schäfer, der beim KSV Hessen landete. Vordergründig natürlich die Spieler der Aufstiegsmannschaften in den 80er Jahren. Auch bekannte heimische Trainer waren bei der TSG erfolgreich tätig, wie Volker Hanemann, der das Team in die Bezirksliga führte, sowie Adolf Klug, Horst Pfalzgraf, Knut Schroeder und Jörg Kloppmann. Wichtig für den Klub war der Einsatz von Horst Kraft, der von 2006 bis 2017 die Fußball-Abteilung führte und sie nach unruhigen Jahren wieder in ruhigeres Fahrwasser führte. Nicht vergessen werden sollte Trainerin Doreen Meier, ehemalige DDR-Nationalspielerin und Bundesliga-Trainerin, mit der die Damen der TSG den größten Erfolg feiern durften.

• Diese Vereine waren hier zu Hause: Nur die heimische TSG Wilhelmshöhe.

• Das gibt es für die Besucher am Spieltag: Das am 16. September 1978 eingeweihte Klubhaus ist an Spieltagen geöffnet und wird in Eigeninitiative betrieben.

Von Horst Schmidt

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