Vier Beispiele, wie heimische Mannschaften mit den aktuellen Krankenständen umgehen

Grippe hat den Sport im Griff

Wenn die Temperatur steigt: Derzeit ist das Fieberthermometer ein häufig gebrauchter Gegenstand. Foto: dpa

Kassel. Die Grippewelle hat längst Kassel erreicht. Die Krankenstände sind enorm hoch. Davon bleibt der Sport natürlich nicht unberührt. Wir greifen vier Beispiele auf und fragen, wie die Mannschaften mit der Situation umgehen.

Eintracht Baunatal (Tischtennis): Norbert Buntenbruch ist derzeit nicht zu beneiden. Der Abteilungsleiter von Eintracht Baunatal meldet: „Bei uns ist es katastrophal, 30 Prozent der Sportler im Verein sind krank.“ Die Oberliga-Damenmannschaft musste gar ihr Auswärtsspiel in Darmstadt absagen, bekam die Partie mit 0:8 gewertet. „Da wären wir vier Stunden unterwegs gewesen und hätten keine Chance gehabt“, erklärt Buntenbruch.

Denn neben Sarah-Carina Grede, die sich mit Grippe abmeldete, fehlte auch noch Julia Moor – und damit fielen die beiden Spitzenspielerinnen aus. „Wir hätten dann unsere Nummer drei und vier, Julia Ruhnau und Gabriele Neumann, nach vorn ziehen müssen, aber das wäre gegen das Topteam aus Darmstadt sicher aussichtslos gewesen“, sagt der GSV-Abteilungsleiter. Und weiter: „Da wir keine Mannschaftssportart betreiben, können wir immerhin den Trainingsbetrieb ganz gut aufrechterhalten.“

Rot-Weiss-Klub Kassel (Tanzen): „Wenn einer erkältet ist, dann kann man die Uhr danach stellen, wann es die Runde macht. Aber wir desinfizieren jetzt nicht deswegen unseren Tanzpartner.“ Sagt Anna Angelescu von der Kasseler Zweitliga-Standardformation. Drei bis vier Mal pro Woche wird trainiert, Körperkontakt ist unerlässlich. Auch momentan seien einige angeschlagen, „aber man muss sich dann eben im Turnier durchbeißen. Auf diesem Niveau gibt es kaum personelle Alternativen“, erklärt Angelescu.

Auch das B-Team musste am vergangenen Wochenende mit fünf angeschlagenen Tänzern auskommen. „Unsere Choreografie dauert sechs Minuten, und in der zweiten Hälfte hat man schon gemerkt, dass die erkälteten Partner nur noch durchhalten wollten“, sagt Trainer Timo Ziepprecht. Zudem müsse man in einer solchen Situation das Training anders steuern: „Der Fokus liegt dann mal eher auf Details als auf Intensität – auch wenn das mitten in der Turniersaison nicht optimal ist.“

TSV Heiligenrode (Frauen-Handball): Co-Trainerin Tanja Sterzing hat schon öfter erlebt, dass ein paar Spielerinnen gleichzeitig ausgefallen sind. Allerdings hat sie festgestellt: „Diesmal sind die Spielerinnen länger krank, es hat sie heftiger erwischt.“ Von wegen: nur ein kleiner Schnupfen. Neben den Verletzten hat der TSV derzeit vier kranke Spielerinnen zu beklagen. Das hat natürlich Auswirkungen auf das Training: „Ein Sechs gegen Sechs ist schon lange nicht mehr möglich“, sagt Sterzing.

Immerhin nimmt sie die aktuelle Situation gelassen. Denn: Am Wochenende ist Heiligenrode spielfrei. Und: Sterzing selbst hat das Gröbste überstanden: Vor zwei Wochen lag sie mit einem Magen-Darm-Infekt um.

ACT Kassel (Basketball): Als nicht so dramatisch stellt sich die Situation bei den Basketballern der ACT Kassel dar. Allerdings: Ein Spiel der U 14 musste krankheitsbedingt abgesagt werden. „Die Kinder hat es schlimmer erwischt als die Erwachsenen“, sagt ACT-Abteilungsleiterin Ilse Kühn. Die Landesliga-Damen trafen jüngst auf Gegner Wieseck, der mit nur fünf Spielerinnen angereist war. Alle anderen: krank.

Von Torsten Kohlhaase und Florian Hagemann

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