Triathlet Patrick Lange blickt auf die WM auf Hawaii

Unterwegs in Frankfurt: der Bad Wildunger Patrick Lange. Foto: dpa

Kassel. Am Tag danach steht erst einmal Erholung auf dem Programm. Regeneration beim Physiotherapeuten gehört dazu.

„Eigentlich geht es mir ganz gut, aber klar, ich habe Schmerzen in den Beinen. Ich bin froh, dass es geschafft ist und wir jetzt für Hawaii planen können.“ Die erste Enttäuschung vom Sonntag hat sich bei Nordhessens Sportler des Jahres, Patrick Lange, nach seinem sechsten Platz bei der Ironman-EM in Frankfurt gelegt. Für 3,8 Kilometer Schwimmen, 177 Kilometer Radfahren (wegen einer Baustelle um drei Kilometer verkürzt) und den abschließenden Marathon benötigte der Bad Wildunger Triathlon-Profi 7:52:06 Stunden.

„Ich habe mehrere Minimalziele erreicht“, sagt er. „Ich wollte unter acht Stunden bleiben, und das hat wunderbar geklappt. Ich bin mit meiner Leistung und dem, was ich aus mir rausgeholt habe, zufrieden. Unzufrieden aber bin ich mit meiner Platzierung.“ Am Ende reichte es im dritten Langstreckenrennen seiner Karriere immerhin für Rang sechs, aber eben nicht für das anvisierte Podium.

Zum Problem wurde ausgerechnet seine Paradedisziplin, das Laufen. Zum einen, weil er mit einer einminütigen Zeitstrafe belegt wurde, weil sein Trainer Faris Al-Sultan ihn verbotenerweise kurz begleitet hatte. „Eigentlich wussten wir beide, dass es nicht erlaubt ist. Aber wir haben nicht dran gedacht. Trotzdem ist es ärgerlich, wenn du als Athlet nichts falsch machst und dann bestraft wirst.“ Zum anderen aber auch, weil er beim Radfahren zu schnell unterwegs gewesen war. „Eigentlich wollte ich mich zurückhalten und fürs Laufen schonen. Aber dann hat mich der Ehrgeiz gepackt, einfach zu fahren und ich bin über meinem Niveau gewesen. Außerdem habe ich Hunger bekommen, das hatte ich nicht erwartet. Ich habe auf jeden Fall Lehrgeld gezahlt.“

Außerdem machten sich fehlende Trainingskilometer in der Vorbereitung für Frankfurt bemerkbar. Ein Knochenmarködem im Fuß, die Vorstufe zum Ermüdungsbruch, hatte ihn zu einer dreimonatigen Pause gezwungen. Die Folge: Statt 800 Kilometern konnte er zuletzt nur 200 laufen. „Das sind substanziell wichtige Kilometer. Das musste ich brutal merken. Immerhin: Dem Fuß geht es wieder gut. Ich hatte keinerlei Schmerzen.“ Mit Blick auf Hawaii, wo im Oktober die Ironman-Welmeisterschaft stattfindet, bei dem er sich als Dritter im vergangenen Jahr in die Weltspitze katapultierte, sollen diese Erfahrungen nun also hilfreich sein. „Einfach krass war die Unterstützung der Fans an der Strecke. Ich habe so viele Nordhessen wahrgenommen. Sie haben mich durch diesen Wettkampf getragen und dazu beigetragen, dass ich überhaupt ins Ziel gekommen bin. Ich habe das total genossen. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken.“

Eine Woche steht nun Pause auf dem Plan, danach ein paar Tage Urlaub in der Schweiz. „Und dann geht es wieder bei Null los“, sagt Lange und hat Hawaii fest im Blick.

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