Umfrage zum Auftakt

Handballer haben zum Saisonstart unterschiedliche Meinungen

Voller Einsatz: Wann der TSV Vellmar und Vladimir Djuric (rechts, hier in der letzten Saison gegen Melsungens Christian Damm) in die Saison starten, ist offen.
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Voller Einsatz: Wann der TSV Vellmar und Vladimir Djuric (rechts, hier in der letzten Saison gegen Melsungens Christian Damm) in die Saison starten, ist offen.

Wann starten die hessischen Handballer in die Saison? Seit dem Wochenende herrscht darüber Verwirrung. Ein Staffelleiter hatte in einer Mail die Vereine zunächst darüber informiert, dass der Auftakt vom 12. September auf den 17. Oktober verschoben wird. Später ruderte der Hessische Handball-Verband (HHV) zurück, das sei noch nicht endgültig entschieden worden.

Kassel - Am Montag kam die Mitteilung: Am Dienstagabend tagt das Präsidium des Verbandes und entscheidet, wann die Spielzeit beginnt – am Mittwoch soll darüber informiert werden. Wir haben uns vorab bei einigen Trainern und Spielern umgehört, zu welchem Termin sie in die Saison starten wollen.

Die Trainer

Sead Kurtagic (Männer-Landesligist TSG Dittershausen): „Ich persönlich würde gern rechtzeitig mit der Saison beginnen. Wir sind in der Liga eine Mannschaft mehr, das bedeutet, wir haben 28 Spieltage. Da wird die Spielzeit so schon lang und schwer auf diesem Niveau. Die unterschiedlichen Nachrichten zeigen, dass auch die Leute in den verschiedenen Verbänden verunsichert sind. Das Thema ist einfach zu komplex, zu schwierig. Ich finde, wir sollten zum geplanten Zeitpunkt in die Spielzeit starten und dann schauen, wie weit wir kommen. Wir nehmen es aber, wie es kommt, und müssen dann auf Veränderungen reagieren. Aber das geht allen anderen Vereinen ja auch so.“

Irina Penner (Frauen-Landesligist Eintracht Baunatal): „Es wäre die richtige Entscheidung, den Saisonstart zu verschieben. Ein weiterer Monat Pause wäre schon besser. Was das Virus betrifft, habe ich auch persönliche Gründe, weshalb ich eine Verschiebung gut finde. Außerdem gibt es bei unserem Sport sehr viel Köperkontakt. Manchmal sind zwischen den Sportlern von Nase zu Nase nur zehn Zentimeter Abstand. Auch sind die Regelungen in jeder Halle anders. Einerseits dürfen wir nur in manchen Hallen duschen, andererseits wollen sie uns schon spielen lassen. Meine Spielerinnen wollen zwar gerne spielen, aber die Gesundheit geht vor.“

Chris Ludwig (Frauen-Oberligist HSG Hoof/Sand/Wolfhagen): „Für mich ist das keine große Überraschung. Wir sind für jede Variante einsatzbereit. Wir sind seit Wochen im Trainingsbetrieb und könnten wie geplant starten. Anders als wir haben aber viele Vereine einen Trainingsrückstand, weil sie einfach nicht in die Hallen konnten. Und ein ausgefeiltes Hygienekonzept zu erstellen, benötigt eben auch seine Zeit. Daher ist es sicher auch etwas gerechter, die Serie später beginnen zu lassen.“

Mike Fuhrig (Männer-Landesligist HSG Baunatal): „Ich finde es besser, wenn die Saison in Hessen und auf DHB-Ebene zur selben Zeit anfängt – also im Oktober. Ich weiß sowieso nicht, warum der HHV mit dem frühen Saisonbeginn so vorgeprescht ist. Wir haben doch hintenraus Zeit, können auch bis in den Mai spielen. Die Situation ist halt so, das ist höhere Gewalt. Unsere Vorbereitung läuft gut. Wenn der Saisonstart endgültig nach hinten verlegt wird, dann werde ich auch die Testspiele verschieben.“

Die Spieler

Daniel Brückmann (Oberligist TSV Vellmar): „Wenn die Neuinfektionszahlen in den kommenden Wochen nicht sinken, dann wäre ich dafür, dass man nicht Mitte Oktober, sondern noch später startet. Da unsere Halle saniert wird, haben wir unser erstes Heimspiel sowieso erst nach den Herbstferien. Es ist eine schwierige Situation: Wenn ohne Zuschauer gespielt wird, kann das für manche Vereine zu finanziellen Problemen führen. Und auch uns Spielern fehlt ohne die Fans im Rücken etwas.“

Lisa Werner (Bezirksoberligist TSV Heiligenrode): „Weil wir erst relativ spät in das Hallentraining eingestiegen sind, würde uns ein verschobener Saisonstart ganz gut passen. Unter Betrachtung der Lage, die sich aktuell wieder verschlechtert, wäre das auch vernünftig. Bock wieder richtig loszulegen, haben wir alle. Aber wir haben auch über zwei Monate draußen ohne Ball trainiert. Wenn wir noch ein bisschen mehr Zeit hätten, wäre das auch in Ordnung. Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen. Wir müssen alle ein bisschen flexibel sein. Es ist auch Vorsicht geboten: Wenn während der Saison nur einer positiv getestet wird, dürfen wahrscheinlich die ganze Mannschaft und die vorherigen Gegner nicht mehr spielen. Das zieht dann einen Rattenschwanz nach sich.“ (Jessica Sippel, Manuel Kopp und Michael Wepler)

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