Aufstieg zum Abschluss

Handballtrainer Hans Schneider hört mit dem 14. Titel auf

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Kraftvoll: Hans Schneider (Mitte) spielte von 1975 bis 1978 in der Oberliga für den KSV Baunatal, hier im Derby gegen die SVH Kassel.

Es ist eigentlich nicht zu glauben, dass Hans Schneider künftig nur noch auf der Seite der Zuschauer beim Handball zu sehen sein wird. 

Doch der 66-Jährige meint es ernst.  „Mit dem aktiven Handball bin ich fertig.“ Als C-Jugendlicher habe er angefangen zu spielen, als 33-Jähriger erst als Spielertrainer, dann als Coach weitergemacht – wieder 33 Jahre. „Das reicht jetzt.“ Natürlich wird Schneider den Handball nicht komplett abservieren, dafür war er zu lange im Geschäft. „Aber jetzt ist erst einmal für kurze Zeit abschalten angesagt und danach werde ich sicher Zuschauer sein“, sagt Schneider. Und vielleicht mal etwas in Sachen Management in einem Verein machen.

Die ersten Kontakte

Hans Schneiders Vater Horst war der erste Trainer in der Region, der einen B-Schein hatte. Und er nahm den Sohn stets mit in die Halle. „So kam es, dass ich in der Königstorhalle, wo die Frauen des KSV Hessen trainierten, immer mit dabei war“, erinnert sich Hans Schneider. Richtig los ging es dann aber als C-Jugendlicher beim KSV Hessen, wo Schneider alle Jugendmannschaften durchlief.

Die Höhepunkte

Natürlich waren da viele Siege und Erfolge, die haften geblieben sind. Aber 14 Aufstiege bei 15 Trainerstationen, das heißt schon etwas. Immerhin ging es dabei einige Male auch von ganz unten bis in die Oberliga. Der Aufstieg in die Bezirksoberliga mit den Männern des TSV Heiligenrode in diesem Monat dürfte wohl die letzte Meisterschaft gewesen sein.

Ein Titel als Spieler ist besonders hängen geblieben. 1975 spielte Hans Schneider in Krefeld mit der SG Grün-Weiß Lohfelden um die (inoffizielle) Meisterschaft der Polizeisportvereine. Im Endspiel schlug sein Team Dortmund und blieb im gesamten Turnier ungeschlagen. „Dann ging es nach Zürich zu einer Europameisterschaft, eine Mega-Veranstaltung“, sagt Schneider. „Aber da hatten wir nicht viel zu bestellen.“

Die Enttäuschungen

Niederlagen als Spieler gab es logischerweise genug, aber die waren zu verschmerzen. Richtig enttäuscht war Schneider, als er beim HSC Landwehrhagen im Januar 1994 nach dreieinhalb Jahren Tätigkeit gehen musste. Und das, obwohl das Team erfolgreichen Handball spielte. Schneider hatte den HSC von der A-Klasse bis in die Bezirksliga geführt. „Ich habe damals dort den Handball wieder zum Leben erweckt“, sagt Schneider.

Das Besondere

Mit dem HSC Landwehrhagen war Schneider bis in die dritte Runde des DHB-Vereinspokals vorgestoßen. „Als die zweite Runde ausgelost wurde, habe ich im Fernsehen DSF eingeschaltet“, erinnert sich Schneider. „Da sagt der Sprecher, da stimmt was nicht, hier kommt ein Klub aus der Bezirksliga.“ Stimmte aber doch, das war der HSC Landwehrhagen, der dann gegen den Zweitligisten SV Dessau nach Verlängerung mit 28:27 gewann. In der dritten Runde kam im Dezember 1993 gegen den Regionalligisten TSG Groß-Bieberau das Aus.

Die Entwicklung

„Der Handball hat in den Jahren, in denen ich mit ihm zu tun hatte, eine tolle Entwicklung gemacht“, sagt Schneider. Das Spiel an sich sei körperbetonter, schneller und dynamischer geworden und die Technik habe sich enorm verbessert. Dementsprechend sei auch die Konstitution der Akteure eine völlig andere. Und die Spieler seien selbstbewusster und mündiger geworden. „Als ich Spieler war, gab es keine Widerworte, der Trainer entschied, basta“, so Schneider. „Heute muss man die Spieler mit einbeziehen, was ja sicher nicht schlecht ist.“

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