Vor ausverkauftem Haus: 31-Jähriger gewinnt Großen Preis von Spangenberg

Haßmann siegt im Stechen

Auf dem Weg zum Sieg: Felix Haßmann reitet vor ausverkauftem Haus in Spangenberg auf seinem zwölfjährigen Hengst Cayenne zum Sieg beim Großen Preis von Spangenberg. Fotos: Kasiewicz

Spangenberg. Dieses Drehbuch hätte niemand besser schreiben können: Ausverkauftes Haus, bestes Sommerwetter, ein Wettkampf mit viel Qualität, noch mehr Spannung und einem Ende, das das i-Tüpfelchen auf ein gelungenes Turnierwochenende war. Im Stechen hat Felix Haßmann aus Lienen mit seinem zwölfjährigen Hengst Cayenne den Großen Preis von Spangenberg gewonnen. Schon sein älterer Bruder Toni hatte beim internationalen CSI***-Springturnier 2001 triumphiert.

Zunächst aber wurde es am Sonntagnachmittag emotional. Es wurde Michael Pfanzelt gedacht, dem 2015 verstorbenen Mitbegründer des Turniers, dem zugleich die 26. Auflage gewidmet wurde. Es waren Augenblicke des Innehaltens, bevor es sportlich zur Sache ging.

Schon der erste Starter lieferte ab. Harm Lahde mit Larry hatte am Freitag während der ersten Qualifikation richtig Pech, als ein Wolkenbruch niederging. Doch die Jury entschied: Der Reiter vom RV Aller-Weser erhielt eine Wildcard. Er bedankte sich auf seine Weise und blieb fehlerfrei.

Keine leichte Aufgabe, wie sich zeigen sollte. 50 Starter hatten sich qualifiziert, nur acht Paare aber ließen alle Stangen an den 13 Hindernissen auf dem 520 Meter langen Parcours liegen. Und dazu zählten nicht die Prominentesten im Feld. Titelverteidigerin Janne Friederike Meyer-Zimmermann und Indi leisteten sich einen Abwurf. Der niederländische Team-Weltmeister von 2006, Albert Zoer, mit Heechiems’s Cancun ebenso wie der deutsche Team-Olympiasieger von 2000, Lars Nieberg auf Foster. Meredith Michaels-Beerbaum, zuletzt bei Olympia in Rio mit Bronze im Team dekoriert, landete mit Calle nach zwei Abwürfen und zwei Zeitstrafpunkten gar nur auf Rang 39. Einen Augenblick vom Stechen träumen durften dagegen Tobias Meyer mit Avanti, Wilhelm Winkeler mit Quiet Magic und der Schwede Fredrik Jönsson mit Cold Play. Doch das Trio überschritt die erlaubten 78 Sekunden knapp und kassierte je einen Strafpunkt.

Deshalb war klar: Im Stechen würden Lahde mit Larry, Felix Haßmann mit Cayenne, Michael Kölz mit der 19-jährigen Stute Daria in ihrem letzten Springen, Jörne Sprehe mt Stakki’s Jumper und der Brasilianer Joao Victor Castro mit Quentin den Sieg unter sich ausmachen. Und was war das für ein Finale!

Lahde leistet sich einen Abwurf. Auch Castro und Quentin nehmen eine Stange mit. Ein Trio aber bleibt fehlerfrei: Während Kölz und Sprehe gerade einmal neun Hundertstelsekunden trennen, reitet Felix Haßmann in einer anderen Liga. „Der Parcours hatte es in sich. Ich wollte vorwärts reiten, ich wusste, ich muss viel probieren“, erklärt er später. Haßmann lenkt Cayenne auf kürzestem Weg zu den acht Hindernissen. Mehrmals geht ein Raunen durch die Zuschauer. Exakt drei Sekunden liegt er am Ende in Front (43,54) und freut sich nun über ein Preisgeld von 20 000 Euro.

Von Michaela Streuff

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