KSV Hessen: Mit 71 Jahren gestorben

Er war einer der besten Fußballer Nordhessens: Trauer um Helmut Huttary

Gemeinsam stemmen sich Werner Haßenpflug (Dritter von rechts) und Helmut Huttary dem SV-Frankfurt-Stürmer Hommann entgegen. Rechts Karl Loweg. Obwohl der KSV diese Heimpartie am 2.Mai 1964 gegen den FSV 1:2 verlor, wurde er vier Spieltage später süddeutscher Meister. Archivfoto:  Lengemann

Kassel. Trauer um einen der ganz großen Fußballer Nordhessens: Wie wir erst jetzt erfuhren, ist Helmut Huttary, 1964 Mitglied der süddeutschen Meistermannschaft des KSV Hessen, am 14. Februar in seinem Urlaubsort in Goa an der Westküste Indiens im Alter von 71 Jahren gestorben.

Seine in Luzern wohnende Tochter Tina teilte uns mit, dass ihr Vater, der mit seiner Lebensgefährtin Elisabeth ebenfalls in Luzern lebte, beim Abendessen in der ehemaligen portugiesischen Kolonie einem Herzinfarkt erlag.

Dass uns die Nachricht vom Tod Huttarys so spät erreichte, liegt auch daran, dass Huttary schon gleich nach dem Titelgewinn zum Bundesligisten VfB Stuttgart wechselte, seine Zelte komplett in Kassel abbrach und auch die Familie jetzt kein Aufhebens um seinen Tod machte. Auch hatte Huttary später kaum noch Kontakte zu den Löwen. Nur einmal - vor zwölf Jahren - schaute er mal im Auestadion vorbei, wo er sich anlässlich der 40. Wiederkehr des großen Triumphs mit seinen einstigen Kumpels traf.

Einer davon war Werner Haßenpflug. Der 75-Jährige bedauert den Tod Huttarys zutiefst und erinnert sich: „Helmut war ein außergewöhnlich guter Fußballer und abseits des Stadions ein prima Kumpel.“

Von Huttarys einstigen Mitspielern sind fünf nicht mehr am Leben. Der erste, der ging, war Horst Assmy, der nur 39 Jahre alt wurde und 1972 starb. Ihm folgten Ernst Kuster (42, gestorben 1982), Hans Alt (62, 2000), Peter Jendrosch (69, 2008) und Dieter Vollmer (77, 2012).

Werfen wir einen Blick zurück in die Hoch-Zeit des KSV: Walter Müller, später Professor an der Gesamthochschule Kassel, folgte im Herbst 1962 auf den gescheiterten Trainer Willibald Hahn. Und hatte prompt Erfolg. Anderthalb Jahre später nur belegte Müller, der 1995 starb, mit den Löwen Platz eins der Regionalliga Süd vor Bayern München, doch scheiterte der KSV in der Bundesliga-Aufstiegsrunde an Hannover 96.

Die älteren KSV-Anhänger schwärmen noch heute von jener großen Mannschaft, die damals mit eindrucksvollem Angriffsfußball die Herzen höher schlagen ließ und für einen wahren Zuschauer-Boom sorgte. Fünfstellige Besucher-Zahlen waren vor allem in der Saison 1963/64 gang und gäbe. Das KSV-Prachtstück: die Offensiv-Abteilung mit Assmy, Joschi Burjan, Rolf Fritzsche, Kuster, Jendrosch und Gerd Becker, die immer wieder mit Vorlagen der exzellenten Techniker Hans Michel, Wolfgang Simon und Huttary gefüttert wurde. Das Abwehr-Quartett mit Torhüter Karl Loweg (oder Karlwilli Nolte), den Außenverteidigern Vollmer und Rainer Istel sowie Mittelläufer Heiner Dittel (oder Helmut Zatopek) hatte ebenfalls einen ausgezeichneten Ruf in Süddeutschland.

Von Günter Grabs

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