„Das ist ein Abenteuer“

Kasseler Baseball Club nach 22 Jahren zurück in der 2. Bundesliga

Sie freuen sich auf die 2. Bundesliga: Die Kasseler Baseballer (von links) Martin Andreas, Trainer Kai Söther, Dennis Reinold und Timo Gottschling haben am Sonntag das erste Heimspiel vor sich. Foto: Malmus

Kassel. Der Herkules Baseball Club Kassel ist zurück in der 2. Bundesliga. Nach 1996 schafften die Baseballer zum zweiten Mal in ihrer Vereinsgeschichte den Aufstieg in die zweithöchste deutsche Spielklasse.

Am Sonntag (12 Uhr, Waldauer Wiesen) steht mit den Partien gegen die Frankfurt Eagles der erste Heimauftritt bevor.

Die Chance

Für die Kasseler ergab sich eine einmalige Chance, nach 22 Jahren zurück in die 2. Bundesliga zu kehren. Denn der Verband hat die Ligenstruktur umgestellt. Früher gab es zwei Staffeln in der zweiten Liga, darunter die Regionalligen. Allerdings wurden die Regionalligen abgeschafft, dafür gibt es nun sechs Staffeln der 2. Bundesliga. Als Vize-Meister der Verbandsliga stiegen die Kasseler auf, da Meister Rüsselsheim verzichtete.

Als Aufsteiger haben sie zudem den Vorteil, dass der Verband bei den Vorgaben für die Zweitliga-Vereine ein Auge zudrückt. Normalerweise sind eine Tribüne und Flutlicht in der zweiten Liga Pflicht, dies haben die Kasseler nicht. Zudem ist das Spielfeld auf den Waldauer Wiesen zehn Meter zu kurz. Allerdings gibt es bereits Planungen, dass das Feld mithilfe eines mobilen Zauns für den Zeitraum der Spiele vergrößert wird.

Die Saison

„Die 2. Bundesliga ist ein Abenteuer“, freut sich Trainer Kai Söther auf die Saison. Sieben Teams spielen in der Staffel Süd-West. Die Kasseler empfangen jeden Gegner einmal auf den Waldauer Wiesen und reisen einmal zu diesem. Allerdings werden pro Spieltag zwei Partien gegen denselben Kontrahenten ausgetragen. Die erste Begegnung dauert neun Innings (Spieldauer rund drei Stunden), hier dürfen nur deutsche Pitcher (Spieler, der auf den Schlagmann des Gegners wirft) eingesetzt werden. Das zweite Spiel geht über sieben Innings, hier darf auch ein ausländischer Pitcher werfen. Während andere Vereine auch Baseballer aus den USA, Südamerika oder Australien verpflichten und bezahlen, sind in Kassel alle Akteure Amateure.

Die Sorgen

Bevor die Saison so richtig losgeht, haben die Kasseler aber bereits Personalsorgen. Mit Martin Wroclawski ist der beste Spieler des HBC verletzt und wird mit einem Kahnbeinbruch in der Hand wohl die gesamte Saison ausfallen. „Er spielt bei uns die wichtigsten Positionen Pitcher, Catcher und Short Stop“, sagt Trainer Kai Söther. „Das wäre als wenn beim Fußball der Mittelstürmer, Ballverteiler und Abwehrchef fehlen würden.“

Gerade als Pitcher wird Wroclawski schmerzlich vermisst. Daher probiert der Trainer derzeit verschiedene Spieler auf der Schlüsselposition aus – sowie Nelson Delgado Gonzales, der in der Jugend dort spielte. „Er hat eine richtige Fackel“, sagt sein Trainer. Gute Voraussetzungen für einen Pitcher.

Das Saisonziel

„Nicht abzusteigen“, antwortet Söther auf die Frage nach dem Saisonziel. „Aber das wird schwer genug, denn der Sprung aus der Verbandsliga in die 2. Bundesliga ist schon sehr groß.“ Das machte sich auch an den beiden hohen Niederlagen (3:13, 1:11) am ersten Spieltag in Rüsselsheim gegen Hünstetten bemerkbar. Aber die Kasseler sind dennoch zuversichtlich. „Wir haben in der Saison 2013 in der Regionalliga gespielt und dort auch sieben Partien gewonnen, drei davon gegen den späteren Meister.“ Einige Gegner von früher sind jetzt auch die Konkurrenten in der 2. Bundesliga.

Der First Pitch

Tradition ist im Baseball wichtig. Das erste Heimspiel wird festlich eröffnet – und das mit dem „First Pitch“ (zu deutsch erster Wurf). Den ersten Wurf auf den Waldauer Wiesen in dieser Saison macht Karsten Schwartz vom Sportamt der Stadt Kassel.

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