Vor Ort beim American Sportsday auf den Waldauer Wiesen: Sechs Vereine zeigen sich und ihren Sport

Herkules, Himmelsstürmer und Titanen

Bunte Truppe: Gemeinsam posieren (hinten von links) Basketballer Cedric Toth, Lacrosser Ryan Bolen und Baseballer Dennis Reinold. Davor (von links) zu sehen sind Ultimate-Frisbee-Spielerin Carla Rieser, Baseballer Konrad Sobanski, Eishockeyspieler Leon Menne, American Footballer Shawn Christopher Walther und Ultimate-Frisbee-Nationalspielerin Rebecca Partsch. Fotos: Schachtschneider

Kassel. American Football wird im deutschen Free-TV übertragen, Basketball spielt jedes Kind in der Schule und Eishockey ist, gerade in Kassel, schon lange etabliert. Beim American Sportsday auf den Waldauer Wiesen wurde ausprobiert, vorgeführt und erklärt. Vom Klassiker bis zur Trendsportart waren amerikanische Sportarten vertreten und wurden von sechs Kasseler Vereinen repräsentiert.

Die Eishockey-Jugend Kassel ist mit mehr als 15 Kindern vor Ort, die Jüngsten sind gerade einmal 10 Jahre alt. Auch die Basketballer der ACT Kassel haben viele Nachwuchsspieler dabei. Das Zugpferd ist allerdings die erste Herrenmannschaft, die in der vierten Liga spielt. „Der Basketball ist schon ziemlich gut etabliert und hat es sogar bis in die Lehrpläne der Schulen geschafft“ sagt ACT-Regionalliga-Trainer Hüseyin Eser.

Obwohl seit 30 Jahren in Kassel Baseball gespielt wird, sagt Kai Söther: „Viele wissen gar nicht, dass es uns gibt.“ Der Herkules Baseball Club lässt sich einiges einfallen, um Nachwuchs zu rekrutieren. Der Verein veranstaltet diesen Sommer sein drittes Sommercamp. Und auch die Footballer werben um die Jugend: Neulingen wird Flag-Football geboten. Statt den Gegner mit Tacklings zu stoppen, muss ihm eine Flagge aus dem Gürtel gezogen werden. Vollkontakt schrecke viele Anfänger ab, berichtet Yascin Chaudhry von den Kassel Titans.

Das körperlose Spiel bevorzugen auch die Ultimate-Frisbee-Spieler der Kasseler Himmelsstürmer. „Eine gewisse Körpergröße ist sicherlich hilfreich, entscheidend ist aber die Technik. Deswegen können wir auch in gemischten Teams spielen“, sagt Benjamin Assarf, der während eines Demonstrationsspiels den Zuschauern die Grundlagen näherbringt.

Körperbetont geht es normalerweise auch beim Lacrosse zu. Für die ersten Wurfversuche benutzt der achtjährige Mael Müller aus Korbach jedoch Tennisbälle statt der üblichen harten Gummibälle.

„Die amerikanischen Sportarten verbindet ein Lebensgefühl.“

Hüseyin Eser

Maels Vater Steffen Müller hat selbst lange Baseball gespielt. Ihm sei es wichtig, dass seine Söhne mehr kennenlernen als nur Fußball. „Die amerikanischen Sportarten verbindet ein Lebensgefühl. Untereinander findet sich immer ein Bezug“, sagt Basketball-Coach Eser. Esers These ist schnell zu belegen: Lacrosser spielen Ultimate Frisbee und kantige Footballer begeistern sich für Baseball, während Kai Söther humorvoll das Einlagespiel seines Teams kommentiert. „Die Faszination USA setzt sich für viele im Sport fort“, sagt er.

Die Stimmung untereinander und miteinander ist gut. Michael Schwarm vom Sportamt der Stadt ist zufrieden: „Unser Ziel war es, den Vereinen ein Forum zu bieten. Die gemeinsame Organisation des Tages war klasse“, lobt der Initiator des Sportsday. „Wünschenswert wäre ein ständiger Austausch der Klubs untereinander. Auch wenn nicht alles optimal lief, einer Wiederholung steht nichts im Wege.“

Von Gregory Dauber

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