Walter Müller prägte sowohl den KSV Hessen als auch den 1. FC – Fester Platz in Herbergers Notizbuch

Vom SV Harleshausen zum 1. FC Köln: Walter Müller prägte Kasseler Fußball

Spaß beim Training: KSV-Coach Walter Müller (zweiter von links) mit seinen Neuzugängen Heiner Dittel, Gerd Becker und Rolf Fritzsche (von links). Foto: nh

Kassel. Die freundschaftliche Begegnung zwischen dem KSV Hessen und dem 1. FC Köln, die am Dienstag um 19 Uhr im Kasseler Auestadion angepfiffen wird, weckt Erinnerungen.

Erinnerungen an einen Mann, der beide Klubs entscheidend geprägt hat. Walter Müller hätte sich das Fußballspiel ganz sicher nicht entgehen lassen, aber der in Kassel und Köln hochverehrte Sportler lebt längst nicht mehr. Er starb am 16. September 1995 im Alter von nur 66 Jahren. Erinnerungen an einen grandiosen Fußballspieler, erfolgreichen Trainer und großartigen Menschen.

SV HARLESHAUSEN

Walter Müller wächst in Harleshausen auf, schließt sich dem SV Harleshausen an, spielt zunächst Handball und macht auch als Leichtathlet und Turner eine gute Figur. Später konzentriert er sich auf Fußball und wechselt 1949 zum damaligen Nordoberligisten Göttingen 05. 1. FC KÖLN

Seine beste Zeit als Fußballer (1952 - 1958) verbringt Walter Müller aber beim 1. FC Köln. Als Rechtsaußen wird er Stammspieler, kickt neben den Weltklassespielern Hans Schäfer und Tschik Cajkovski, wird Westdeutscher Meister (1954) und zieht im gleichen Jahr in das DFB-Pokalfinale ein, das der 1. FC Köln in Ludwigshafen gegen den VfB Stuttgart 0:1 verliert.

NATIONALMANNSCHAFT

Während seiner sechs Kölner Jahre zählt Walter Müller stets zum erweiterten Kreis der Nationalmannschaft, aber den Sprung in Herbergers Elf schafft er nie. Einen Platz im WM-Aufgebot 1954 verpasst er ebenso knapp, wie die Berufung in den Kader, der 1958 in Schweden zur Titelverteidigung antritt.

Besonders dicht steht Müller im Juli 1956 vor einem Länderspiel. In Oslo gegen Norwegen - so hatte es Herbergers damaliger Assistent Helmut Schön festgelegt - würde Walter Müller sein Debüt feiern. Herberger ist ursprünglich verhindert, erscheint dann plötzlich doch noch in Oslo und entscheidet in letzter Sekunde: Müller spielt nicht.

KSV HESSEN

Im Sommer 1958 kehrt Müller nach Kassel zurück und stürmt jetzt für den KSV Hessen. Weltmeister Gala Metzner und Fast-Nationalspieler Walter Müller führen die Löwen in die Oberliga Süd. Im Juni 1962 beendet Müller seine aktive Karriere, und es dauert nur drei Monate bis er Trainer seiner ehemaligen Mitspieler wird.

Mit Willibald Hahn als Coach legen die Löwen einen klassischen Fehlstart hin, Müller übernimmt, und es geht steil bergauf. Auch als der KSV Hessen 1964 nur knapp den Aufstieg in die Bundesliga verpasst, heißt der Trainer Walter Müller.

BERUFLICHE KARRIERE

Müller ist nie Vollprofi. Früh kümmert er sich um sein berufliches Fortkommen. studiert in Göttingen Philosophie, Pädagogik sowie Englisch und will Lehrer werden. Später absolviert er sein Diplom als Turn- und Sportlehrer an der Kölner Sporthochschule.

In Kassel verbindet Müller seine Interessen und Leidenschaften miteinander. Er ist Vertragsspieler beim KSV Hessen und gleichzeitig Lehrer an der Friedrich-Wöhler-Schule. Müller überzeugt nicht nur auf dem Fußballplatz, sondern auch im Klassenzimmer. Er wird Leiter des Pädagogischen Fachinstituts und schließlich Professor an der Gesamthochschule.

PRIVATES

In Köln heiratet Walter Müller 1952 - und das gefällt nicht nur den FC-Fans, sondern allen Kölnern - am 11. 11. um 11.11 Uhr. Mit seiner Frau Hanni hat er zwei Söhne.

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