Hessischer Fußball-Verband schreibt Futsal in ganz Hessen auch bei Senioren vor

Ist Hallenfußball Geschichte?

Kassel. Hat die klassische Form des Hallenfußballs ausgedient? Wenn die Vorgabe des Hessischen Fußball-Verbands umgesetzt wird, dann ja.

„Nach Rücksprache mit Jürgen Radeck (Anm. d. Red.: Verbandsfußballwart) kann ich bestätigen, dass der Kreisfußballausschuss in dieser Saison alle Fußballangebote in der Halle nach den offiziellen Hallenregeln der Fifa (Futsal) spielen muss“, erklärte Sebastian Fink, der Koordinator DFB-Masterplan in einer Mail, die der HNA vorliegt.

Das heißt konkret, nicht nur Hallenkreismeisterschaften, auch vereinseigene Turniere müssten im Seniorenbereich mit Futsal über die Bühne gehen. „Da werden sich viele Vereine gegen wehren. Gerade im Seniorenbereich wollen doch alle spielen wie bisher“, erklärt der Regionalbeauftragte Horst Riemenschneider auf Anfrage. Er selbst habe bislang kein Futsal-Turnier angeschaut und wünsche sich einen fließenden Übergang.

„Wir haben doch extra vor ein paar Jahren eingeführt, dass auf große Tore und nicht auf kleine Handballtore gespielt wird, damit es für die Zuschauer interessanter wird“, ergänzt der Kasseler. Auf der turnusmäßigen Spielausschuss-Sitzung am 31. Oktober in Grünberg wird sich Riemenschneider folglich für die Weiterführung der gewohnten Spielweise einsetzen.

Mögliche Sanktionen für Vereine, die sich dem Futsal im Seniorenbereich verweigern, gibt es noch nicht. „Wir wollen doch Fußball spielen lassen und ihn nicht kaputt machen“, schlägt der Schiedsrichter-Beauftragte Willi Reinemann in die gleiche Kerbe. Der Vellmarer plädiert bei Freundschaftsturnieren für eine Übergangslösung in bewährter Form und denkt dabei an etablierte Veranstaltungen in Ahnatal-Heckershausen und Sand.

 „Langfristig können wir uns dem Trend, der von der FIFA gefördert wird, nicht verschließen. Aber solch eine Umstellung von oben zu verordnen ist immer schwierig“, weiß Reinemann.

Aktuell gebe es laut Horst Riemenschneider noch keine offiziellen Beschwerden. Noch läuft allerdings die Anmeldephase für die Vereine, ob sie ihre Turniere klassisch oder mit Futsal spielen lassen wollen. Folgen die heimischen Kreisfußballwarte der Richtlinie aus Frankfurt, müssten sie bewährte Veranstaltungen ablehnen, so dass auch keine Schiedsrichter angesetzt werden könnten.

„Verschließt euch nicht dem neuen Hallenangebot Futsal, was jahrelang im Jugendbereich erfolgreich gespielt wird“, ließ Erwin Naumann, der Kreisfußballwart aus dem Schwalm-Eder-Kreis, seinen Vereinen mitteilen. Die Alternative lautet sich zu wehren - oder das Leder im Winter ruhen zu lassen.

Hintergrund: In der Jugend ist Futsal bereits etabliert

Der Ursprung des Futsals liegt 1930 in Südamerika. Dort sowie in Südeuropa und Osteuropa gibt es Profiligen. In Deutschland wird die Variante zum Hallenfußball seit 2003 gespielt, sonderlich populär ist sie aber nicht. In Nordhessen spielen seit etwa vier Jahren Kinder und Jugendliche offizielle Turniere ausschließlich mit Futsal. Das Spielfeld wird durch Linien, nicht durch Banden begrenzt. Fünf Spieler stehen sich dabei mit einem druckreduzierten Ball auf Handballtore gegenüber. Grätschen am Mann werden konsequent als Fouls gewertet. Für ruhende Bälle sowie Kontrolle des Balles durch den Torwart stehen jeweils nur vier Sekunden zur Ausführung zur Verfügung. Jede Mannschaft kann einmal pro Halbzeit eine Auszeit von einer Minute erhalten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.