Vor Ort beim Sandershäuser Tischtennis-Pfingstturnier: 21-jähriger SVH-Akteur erst im Viertelfinale gestoppt

Hilgenberg bester Nordhesse

Mit dem Vorhand-Topspin zum Punktgewinn: Der 21-jährige Niklas Hilgenberg vom Oberligisten SVH Kassel erreichte beim Sandershäuser Pfingstturnier erstmals das Viertelfinale der A-Klasse.

Sandershausen. Er wischt sich seine schweißnasse Hand an der grünen Platte ab, dann schlägt er zum Einzug ins Viertelfinale auf: Der Kasseler Tischtennisspieler Niklas Hilgenberg wirft den kleinen Ball in die Luft und befördert ihn dann mit viel Tempo und Schnitt über das Netz. Direkter Punktgewinn. Der 21-Jährige ballt die Siegerfaust. Er steht im Viertelfinale. Und das in der A-Klasse des Sandershäuser Pfingstturniers. „Das war mein Ziel. Ich freue mich, dass ich es erreicht habe“, sagt der Oberligaspieler der SVH Kassel, nachdem er erstmals in seiner Karriere in die Runde der besten acht eingezogen ist. Damit ist er bester Nordhesse in der Königsdisziplin.

Die Lokalmatadoren

„Die Chancen waren da, ich hätte ins Halbfinale kommen können“, erklärt Hilgenberg, nachdem er trotz hervorragender Leistung gegen den langjährigen Zweitligaspieler Roman Rosenberg (TTC Mühlhausen) verlor. „Kleinigkeiten haben entschieden, man darf eben keine leichten Fehler machen“, sagt der Kasseler, der sogar den ersten Satz gewann. Doch zu mehr reicht es nicht.

Zuvor hatte er seine drei Gruppenspiele sowie die Zwischenrunde klar gewonnen. Im Achtelfinale setzte er sich mit 3:2 gegen Kapic (Stuttgart) durch.

Hinter Hilgenberg waren Tom Schmidt (SVH Kassel) und Florian Bierwirth (TSV Besse) die erfolgreichsten Lokalmatadoren unter den 60 Teilnehmern. Der Siegeszug des 15-jährigen Schmidt wurde erst vom früheren Bundesligaspieler Erik Bottroff (Dortmund) gestoppt. „Vorher lief es richtig gut, aber das war dann eben eine Nummer zu groß“, räumt der Hessenligaspieler ein. Auch Oberligaspieler Bierwirth musste sich einem „Riesen“ beugen. Er unterlag Roman Rosenberg mit 0:3.

Erfolgreichste Akteurin eines heimischen Vereins war Ekaterina Moor (Baunatal). Ihr Weg endete erst im Halbfinale gegen Li Wen Wen (Anröchte, 2. Liga). Lisa Herbach und Diana Tschunichin (beide Auedamm) zogen ins Viertelfinale ein, Anna-Lena Scherb (SC Niestetal) scheiterte knapp im Achtelfinale. Dominiert wurde die 24 Damen umfassende Konkurrenz von Yang Henrich, die in Anröchte (Westfalen) spielt, aber in Niestetal lebt.

Die Sieger

Yang Henrich verlor nur zwei Sätze in sechs Begegnungen, gab beide im Halbfinale gegen Drotarova (Friedrichshafen) ab. Im Endspiel siegte sie klar gegen ihre Mannschaftskollegin Li Wen Wen. Bei den Herren setzte sich Tom-Schmidt-Bezwinger Erik Bottroff durch. „Er ist groß und kommt dadurch an jeden Ball ran. Auch die Winkel seiner Schläge sind unglaublich“, sagt Schmidt anerkennend. Und diese Klasse bewies Bottroff in der Neuauflage des Vorjahresendspiels. Er besiegte den langjährigen Bundesligaspieler Thomas Keinath (Ober-Erlenbach) überraschend klar 3:0.

Die Stimmung

Die Tischtennisfans auf den Tribünen applaudierten, was das Zeug hielt. Wie immer bei der A-Klasse des Traditionsturniers, das zu den größten in Deutschland zählt. Vor allem ab der K.o.-Runde bekam das Publikum großen Sport geboten. „Das Niveau war sehr hoch und hat wirklich begeistert“, findet Peter Schumann, Vorsitzender des ausrichtenden SC Niestetal.

Die Faszination

„Es kommen viele Spieler aus der zweiten Bundesliga und auch ab und zu aus der Bundesliga. Von denen kann man natürlich viel lernen“, sagt Florian Bierwirth, für den das Pfingstturnier ein fest verankerter Termin in seinem Kalender ist. Das sieht auch Anna-Lena Scherb so: „Die Abwechslung ist unglaublich hoch. Ich könnte mir gar nicht vorstellen, hier einmal nicht zu spielen.“ Ihnen geht es ähnlich wie Tom Schmidt und Niklas Hilgenberg. Die freuen sich auch schon auf nächstes Jahr.

Von Nico Beck

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